Zu guter Letzt: irdisch-himmlische Hilfe

Zur Einladung der Generalversammlung der Anthroposophischen Gesellschaft gab Justus Wittich zum letzten Mal im Amt als Schatzmeister seinen Jahresbericht.


Justus Wittich berichtet, dass am Jahresanfang der Verkaufsabschluss einer Erbschaft in München von über CHF 4 Mio. einging. Die Großspende führt zu einem positiven Abschluss von CHF 1,5 Mio. Das Eigenkapital einschließlich der Rücklagen konnte fast verdreifacht werden auf CHF 3 Mio. Als «schmerzhafte Ebbe» beschreibt er die Finanzlage im ersten Halbjahr aufgrund der Liquiditätsabflüsse der Vorjahre mit «zunehmend gefährlicher werdendem Liquiditätsengpass, der im Mai sogar kurzfristig die Auszahlung der Gehälter bedrohte». Im Sommer 2025 zeigte sich ein Käufer für die geerbte Liegenschaft mit Geschäften und Arztpraxen. Für die Überbrückung, so Wittich, musste ein höher verzinstes Liquiditätsdarlehen in Anspruch genommen werden. Im Juni besserte sich die Lage, weil erstmals seit der Einstellung der traditionellen Weleda-Spenden an das Goetheanum aus Compliance-Gründen und der neuen, als Ziel verabredeten erhöhten Dividendenausschüttung an alle Kapitaleigner der Aktiengesellschaft ein Betrag von CHF 1,2 Mio. floss.

Zusätzlich war der Finanzierungsaufruf für einen Forschungsfonds und die Investition in eine neue Heizungsanlage für das Goetheanum sehr erfolgreich, so Wittich. Im Laufe des Sommers und Herbstes erbrachten die Spenden CHF 265 000 für den Forschungsfonds und monatliche Spenden von über CHF 10 000. Für die projektierte Heizungsanlage, so berichtet Wittich, engagierten sich 200 Mitglieder mit Darlehen, Obligationen und Baubriefen von CHF 2,4 Mio.

CHF 6,1 Mio. kamen durch verstorbene Mitglieder als Erbschaften – eine Summe, die mehr als doppelt so hoch wie die Beiträge der Mitglieder weltweit 2025 ist. Dieses «nachtodliche Mitleben», so Wittich, sei nicht zu organisieren, nicht zu budgetieren und die Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft und das Goetheanum wären ohne diese reale Hilfe nicht durch das letzte Jahrhundert gekommen. Die Summe der Mitgliederbeiträge habe auch währungsbedingt um 4,5 Prozent abgenommen und nur knapp CHF 3 Mio. erreicht. Die freien Spenden von Mitgliedern stiegen um 9 Prozent auf CHF 1,4 Mio. CHF 5 Mio. sind durch eigene Veranstaltungen, durch die Abonnements und Inserate der Wochenschrift ‹Das Goetheanum› sowie durch Dienstleistungen (Gärtnerei) eingenommen worden. Die Anzahl der Mitarbeitenden wuchs in diesem Jahr von 193 im Vorjahr auf 215. Mit einem Dank an seine Finanzabteilung, die Mitarbeitenden des Goetheanum und alle, die mit Beiträgen das Goetheanum unterstützen, schließt er seinen Bericht und schildert seine Freude darüber, dass er mit Sebastian Bauer einen «erfahrenen und bewährten Nachfolger empfehlen kann», dem er wie dem Goetheanum insgesamt als Altvorstand weiter zur Seite stehen möchte.

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