Poetisieren der Welt

Wer einmal den Klang von Novalis’ Dichtungen oder Aphorismen gehört und davon berührt wurde, vergisst ihn nicht mehr. Wer ihn noch nicht kennt, dem eröffnen sie eine neue Welt. Es sind Worte, die das Licht des Geistes in sich tragen. Sie bringen eine andere Schicht der Wirklichkeit zum Ausdruck, die wir in Märchen und Mythen als Atmosphäre erleben können. Diese Sphäre wird bei Novalis als Lebensrealität poetisch konkret: «Die Welt muss romantisiert werden. So findet man den ursprünglichen Sinn wieder», ruft er uns in einem Aphorismus zu. Die Welt ist nicht schon fertig, sie kann durch das Wort verwandelt werden und der Mensch tritt zu ihr in ein wahrhaftiges Verhältnis.

Novalis ist ein Rufer in der Wüste. Die eigenen Erfahrungen von Sterben und Tod führen seine Gedanken und Worte über die Grenze vom Sichtbaren in das Unsichtbare. So ist seine Poesie und Philosophie, wenn wir uns ihrem Gedankenklang hingeben können, ein Wegbegleiter – unsere inneren Augen und Ohren lernen durch sie neu sehen und hören. An der Pfingsttagung vom 22. bis 25. Mai wird Novalis durch Vorträge zur Poetik, Philosophie und Biografie sichtbar werden und durch Rezitationen sowie eine Eurythmieaufführung unmittelbar zu uns sprechen.


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Bild Novalis

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