Anhand zeichnerischer Texturen beforschte die Künstlerin Emanuela Assenza die Bedeutung des Stofflichen in der Kunst. Es ist ein Wagnis, das Stoffliche des Kunstwerks als ästhetische Größe und in seinem spirituellen Wert aufzufassen. Der folgende Artikel...
Die Konferenz ‹100 Jahre Rudolf Steiner› war die erste Jahreskonferenz des Programms für die ‹Evolution der Spiritualität› der Harvard University, die sich auf eine einzelne Person und eine einzelne spirituelle Strömung konzentrierte. Die Entscheidungen, die...
Disziplinierte spirituelle Vorstellungskraft gepaart mit engagiertem historischem Gewissen schenkt Anthroposophie Zukunft – Rückblick auf die Harvard-Konferenz ‹100 Years Rudolf Steiner›. Die Konferenz zum 100. Todestag von Rudolf Steiner an der Harvard Divinity School (HDS) versammelte Forschende verschiedener...

Werbeanzeige

Schwerpunktbeiträge

Sie war eine geborene Kosmopolitin – und kam über Java, die Niederlande und Berlin in die Schweiz,...
Vor 100 Jahren versammelte sich eine Gruppe junger Menschen in Stuttgart um Rudolf Steiner. Sie erlebten die Dringlichkeit, ihr eigenes Werden mit dem Werden der Welt in Einklang zu bringen. Diesen Impuls griffen die Gründerinnen und Gründer...

Gegenwart sehen

Zeitsymptome

Gegenwart sehen 

Kunst wie Natur werden durch die Betrachtenden ‹realisiert›. Der Mensch schafft Wirklichkeit, weil er geistig Intuiertes in der sinnlichen Welt wahrnehmbar machen kann. Kein Kunstwerk ohne Betrachtende. Diese Einsicht ist...
Im Leben gibt es Ereignisse, die wir nicht sogleich verstehen. Sie weisen auf etwas hin, das nicht im Wachbewusstsein liegt. Wir begegnen einem Anteil in uns, der von größeren Zusammenhängen...
Advertisement/Anzeige

Dialoge · Rückblicke · Hinweise 

Bei der Schöpfung von Kunst wie auch bei ihrer Wahrnehmung spielt der Geist eine wichtige Rolle. Aber vor allem beim Kunstgenuss wird das Geistige oft übersehen. Wie kann ich mich empfänglich machen für das Geistige in der Kunst? In der Kunst steht die Sinneswahrnehmung am Anfang. Zugleich provoziert Kunst Denkerleben,...
Ein Ginkgo, drei Zeiten und eine leise Sehnsucht. ‹Silent Friend›, der neue Film von Ildikó Enyedi, erzählt in zarter Entschleunigung von Menschen, Pflanzen und einer stillen freundschaftlichen Welt. Wer den Trailer gesehen hat, geht in Erwartung eines untypischen Films ins Kino. Man weiß, dass hier kein Thriller mit gewaltigen Spannungsbögen,...

Sprüche · Kolumne

Wie kann ein Mensch Sinn für etwas haben, wenn er nicht den Keim davon in sich hat. Was ich verstehen soll, muss sich in mir organisch entwickeln – und was ich zu lernen scheine, ist nur Nahrung – Inzitament des Organism.

Novalis
Aus: Vermischte Bemerkungen (Handschriftliche Fassung von ‹Blütenstaub›), Nr. 19. In: Novalis, Gesammelte Werke. Hrsg. von Hans Jürgen Balmes, Frankfurt am Main 2008, S. 362.


Als Anregung des Organismus das Unbekannte erleben, was in seiner Fremdheit zunächst subtil anrührt und sich daraus keimhaft entfalten kann.


Auswahl und Kommentar Johanna Lamprecht
Zeichnung Philipp Tok

Es geht darum, was sichtbar gemacht wird und welche Resonanzen daraus entstehen. Es geht darum, an dem teilzuhaben, was man sieht. Es geht um das Weiterleben des Bildes. Und da es auch um Vögel geht, erinnere ich mich an Plinius’ kurze Geschichte von Zeuxis und Parrhasios, die erste überlieferte Anekdote aus der Geschichte der Malerei.

Zeuxis will beweisen, dass er der beste Maler ist. Er präsentiert ein Gemälde mit Trauben – so täuschend echt, dass ein Vogel herbeikommt und an dem Bild pickt. Parrhasios zeigt sein Gemälde ebenfalls. Zeuxis nähert sich ihm, hebt die Hand, um den Vorhang wegzuziehen, der das Bild seines Konkurrenten bedeckt. Doch der Vorhang selbst ist das Kunstwerk. Zeuxis, vom gemalten Tuch getäuscht, erkennt seine Niederlage.

In dem weniger bekannten und kommentierten Teil des Texts wird Parrhasios als ein Maler beschrieben, dessen Stärke darin liegt, nicht nur den Mittelteil der dargestellten Gegenstände zu malen, sondern auch deren Konturen. Und diese Konturen sind so geschickt gesetzt, dass es scheint, als befände sich dahinter immer noch etwas.

So stehe ich vor zwei Bildern: dem des Vogels, mit scharfem Blick, pfeilschnell, auf einen Punkt fokussiert; und dem des Schleiers, einer vibrierenden, taktilen Oberfläche, die ein darunterliegendes Geheimnis zu verhüllen scheint. Sie lassen mich Folgendes denken: Das Verbinden von ‹Fokuselementen› mit ‹Raumelementen› ist eine durchgehende Herausforderung in der Geschichte der Malerei. Geht es darum, Punkt und Peripherie miteinander zu bespielen? Bilden die Atemzüge dazwischen eine Art ‹Pneuma› der Malerei? Und wäre all das sichtbar zu machen?

Wir bezeichnen viele leblose Gegenstände als ‹Kunstwerke›. Sie sind alle geprägt von wirklichen Gesten. All diese Gesten offenbaren Zeichen, die auf die große menschliche Frage verweisen: die nach dem Geist.


Bild Johann J. von Sandrart (1655-1698) nach Joachim von Sandrart, Zeuxis und Parrhasius, 1675, Radierung, Detail (untere Platte): 13,5 x 19,1 cm

Forum

Dialoge · Rückblicke · Hinweise 

Es ist früh am Morgen und im Haus schläft alles noch. Der Himmel draußen ist klar. Ich sehe, wie sich die Berge im Sonnenlicht aufwärmen. Hier unten im Tal ist...
In einer Höhle in den Pyrenäen kann man noch Malereien aus der Zeit vor 16 000 Jahren bestaunen und einer Finsternis begegnen, die die Bilder der Welt birgt. Hinter den...
Bei der Schöpfung von Kunst wie auch bei ihrer Wahrnehmung spielt der Geist eine wichtige Rolle. Aber vor allem beim Kunstgenuss wird das Geistige oft übersehen. Wie kann ich mich...
Dirk Kruses differenzierte und vielfach erhellende Darstellungen zum seelisch-geistigen Jahreslaufgeschehen in der Natur können gut parallel zu Rudolf Steiners ‹Seelenkalender› gelesen werden; beides gehört nebeneinander auf den Tisch. «Unser Gefühl...

Worte

Sprüche und Kolumne

Forschung und Leben

Kiental, Schweiz. Künstlerisches Achtsamkeitsretreat zum Thema Farbe. Die Beziehung zu Farben ist Teil jedes menschlichen Lebens, ob bewusst oder unbewusst. Wir haben eine Lieblingsfarbe, mit Farben richten wir unser Zuhause ein, und es gibt Farben, die wir nicht mögen. Das Pink und Violett eines Sonnenuntergangs lässt uns am Fenster innehalten, die Blautöne der Nacht und des Winters laden uns ein,...
Hannover, Deutschland / Harduf, Israel. Israelisch-arabische Friedensarbeit kennenlernen. Sha’ar LaAdam – Bab l’ilInsan ist ein Begegnungsort im israelischen Kibbuz Harduf, an dem...
Dornach, Schweiz. Digital voneinander lernen. Bei der ‹Landwirtschaftlichen Tagung› im Februar wurde eine neue Onlineplattform für die Vernetzung und den...
Trondheim, Norwegen / Exeter, Großbritannien / Vancouver, Kanada. Die Forschung zeigt, dass das Eingehen von Risiken beim Spielen wichtig ist...
Bonn/Alfter, Deutschland. Ein ganzes Jahrhundert in Kinderbildern dokumentiert. Von Kindern gemalte Bilder bieten unmittelbare Einblicke in ihre Welt- und Selbstwahrnehmung....
Ita Wegmans 150. Geburtstag am 22. Februar fiel auf einen Sonntag, sodass die Feierlichkeiten am Goetheanum wie auch an vielen...
‹Die weiße Schlange› gehört zu den Märchen aus der Feder der Brüder Grimm. Es erzählt die Geschichte eines Dieners am...

Letzte Kommentare