Aufwachen – eine halbe Stunde auf Instagram oder Tiktok – neue Teile der ‹Epstein Files› sind veröffentlicht, Merz sagt, zu viele Menschen arbeiten in Teilzeit, ein KI-Video, in dem ein Hund zu indischer Musik lustige Tanzmoves macht, ein 19-Jähriger ist durch KI zum Multimillionär geworden – Guten Morgen. Das meiste davon haben wir sofort wieder vergessen, aber es bleibt ein Rauschen, das sich wie Teer in der Lunge eines Rauchers auf der Seele absetzt.
Zugleich wollen wir entdecken, wer wir sind und was wir in dieser Welt tun können. Ich spüre eine große Energie, die sich auflehnen möchte. Sprechen wir über unsere Hoffnungen, geht es nicht darum, möglichst viel Geld zu verdienen, sondern etwas zu tun, das wirklich schön wäre, von dem viele Menschen etwas haben. Wir träumen davon, was für Orte wir erschaffen könnten, an denen andere Menschen die Möglichkeit bekämen, sich auszuprobieren, handwerklich, kreativ, sozial. Ein Atelier mit Kunstutensilien, die jeder benutzen darf, ein Kulturzentrum, wo junge Menschen sich aufgehoben fühlen, wo man Handwerk lernen kann. Mein jüngerer Bruder sagte neulich: «Am liebsten wär ich mit meinen Freunden eine Zeit lang irgendwo, wo kein Internet ist. Wo wir den ganzen Tag draußen wären und uns richtig entspannen könnten.»
Wir sind müde, zu konsumieren, wir sind müde, uns vor Kriegen und Katastrophen zu fürchten. Wir sind motiviert, dieser Welt Schönheit und Wärme entgegenzustellen. Um nicht erdrückt zu werden, träumen wir davon, Wundervolles zu kreieren. Nur wie? Das herauszufinden, ist die schwierige Aufgabe der jungen Generation, aber auch ihre Energiequelle.
Bild Youth Initiative Program (YIP) in Järna, Schweden
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