Sie war eine geborene Kosmopolitin – und kam über Java, die Niederlande und Berlin in die Schweiz, wo sie in Zürich studierte und in Arlesheim bei Basel ärztlich praktizierte. Von ihrem Stützpunkt in Arlesheim, ihrem ‹Klinisch-Therapeutischen Institut›,...
Vor 100 Jahren versammelte sich eine Gruppe junger Menschen in Stuttgart um Rudolf Steiner. Sie erlebten die Dringlichkeit, ihr eigenes Werden mit dem Werden der Welt in Einklang zu bringen. Diesen Impuls griffen die Gründerinnen...
Die Dämonin Lilith wandelt seit mehr als 4000 Jahren auf der Erde und taucht in den Vorstellungen von Schriftstellern, Kunstschaffenden und Feministinnen auf. Etwas Bedrohliches umgibt diese widersprüchliche Figur. Ihre Deutung hat sich im Lauf...
Was Goethe vor 200 Jahren in seinem ‹Faust› beschrieb, wirkt erstaunlich aktuell: Der Weg zur inneren Klarheit führt zunächst durch die Dunkelheit. Seine Erzählung zeigt, wie wir lernen können, hinter den Oberflächen das zu erkennen,...
Advertisement/Anzeige

Werbeanzeige

Schwerpunktbeiträge

Sie war eine geborene Kosmopolitin – und kam über Java, die Niederlande und Berlin in die Schweiz,...
Die Dämonin Lilith wandelt seit mehr als 4000 Jahren auf der Erde und taucht in den Vorstellungen von Schriftstellern, Kunstschaffenden und Feministinnen auf. Etwas Bedrohliches umgibt diese widersprüchliche Figur. Ihre Deutung hat sich im Lauf der Geschichte...
Wie unterscheidet sich Kunst von Produkten einer Rechenoperation? Christiane Haid zeigt, warum von einer KI erzeugte Bilder nicht vergleichbar sind mit von Menschen hervorgebrachten schöpferischen Werken. Kunst ist einzigartig wegen der Grenzerfahrungen, des Risikos und der Gnade, die in diesem Prozess stecken. Die rasante...
In den zwölf heiligen Nächten zwischen den Jahren spiegeln sich zwölf Tierkreisbilder – zwölf Inspirationen für eine...
Advertisement/Anzeige

Gegenwart sehen

Zeitsymptome

Gegenwart sehen 

In der Schule übt man das Interpretieren von Texten – in der Schule des Lebens dann Menschen lesen zu lernen: Wie deute ich Gesten, Blicke, Worte? Umso wichtiger ist das...
Advertisement/Anzeige

Dialoge · Rückblicke · Hinweise 

Ita Wegmans Ansprache zur Eröffnung des Arlesheimer Klinik-Ausbaus (1926) vor 100 Jahren. Wenn von Menschen, die einer Weltanschauung angehören, in der...
Das spirituelle Fundament der Anthroposophischen Medizin: den Merkurstab wieder gewinnen. Es war Ita Wegman, die während der Summer School in...
Anlässlich des Gedenkjahres mit vielen Neuerscheinungen und Rückblicken auf Steiners Leben und Wirken ein Blick auf einen der originellsten Beiträge zu seiner Biografie. Kaj Skagens Darstellung ‹Anarchist, Individualist, Mystiker› über Steiners frühe Berliner Jahre ist zwar schon vor fünf Jahren erschienen, hat aber bislang nicht die gebührende Beachtung erfahren. Skagen...
Ernst Lehrs (1894–1979), einer der Studierenden, die den ‹Pädagogischen Jugendkurs› initiierten, beschreibt in seiner Biografie ‹Gelebte Erwartung› ein Gespräch, das...
Ist die menschliche Freiheit eine Illusion? Ein poetisch-philosophischer Essay über Selbsterkenntnis, Wissenschaft und die Auferstehung der Welt. In den letzten Monaten habe ich zwei längere Buchrezensionen in einflussreichen Zeitschriften gelesen, die von einem wachsenden Konsens sprechen: Die menschliche Freiheit ist eine Illusion. Die Konsequenzen bleiben mir unklar, und ich versuche,...

Sprüche · Kolumne

Als der und jener ist zwar jeder schon da. Aber keiner ist, was er meint, erst recht nicht, was er darstellt. Und zwar sind alle nicht zu wenig, sondern zu viel von Haus aus für das, was sie wurden. Später gewöhnen sie sich an die Haut, in der sie nicht nur stecken, sondern in die man sie auch noch gesteckt hat, beruflich oder wie sonst. Aber da fand einmal ein Bursche, weit von hier, einen Spiegel, kannte so etwas noch gar nicht. Er hob das Glas auf, sah es an und gab es seinem Freund: «Ich wusste nicht, dass das dir gehört.» Dem andern gehörte das Gesicht auch nicht, obwohl es ganz hübsch war.

Ernst Bloch
Aus: Spuren. Frankfurt am Main 1967, S. 33.


In der Selbsterkenntnis von sich absehen zu können öffnet, zum sozialen Moment des (Mit-) Einander-Erkennens hin.


Auswahl und Kommentar Johanna Lamprecht
Zeichnung Philipp Tok

Zum 150. Geburtstag von Ita Wegman schauen wir auf Fotos, Briefe und Schriften von ihr. Wie wäre es, wenn wir auch an Ita Wegmans Hände denken würden? Wie waren ihre Hände? Waren sie groß oder klein, stark, weich, sensibel, schnell oder langsam? Wie waren die Hände und Füße dieses besonderen Menschen? Vor ihrem Medizinstudium hat sie Physiotherapie gelernt und praktiziert und die Kunst der rhythmischen Massage entwickelt. Mit den ersten anthroposophischen Krankenschwestern hat sie zusammengearbeitet, um äußerliche Anwendungen zu entwickeln. Diese Hände haben viel geleistet. Sie arbeiteten unermüdlich daran, die Heilungsbedürfnisse jeder neuen Lage zu erkennen und zu erfüllen.

Ita Wegman in Breslau, 1928. Foto: Ita Wegman Archiv, Arlesheim (IWA)

Selbst wenn es viele äußere Gründe gab, aufzuhören, sich zurückzuziehen oder umzudenken, widmete sich Ita Wegman der nächsten Aufgabe. Um ihr Leben in größerem Zusammenhang zu betrachten, können wir uns einem Bild von Steiner zuwenden. Er sagte: «Denken Sie sich vom Menschen das Haupt und den Rumpfmenschen weg, aber denken Sie sich alles das, was nun Ihre Hände und Beine tun, machen Sie sich ein Bild von dem, was Ihre Hände und Beine tun. Sie müssen sich da eine Art Landkarte machen. Nicht wahr, jedes Mal, wenn Sie mit Ihren Händen das oder jenes tun, geschieht es ja an einem andern Orte. Sie kommen in Beziehung zu andern Wesen. Wenn Sie das alles malen würden, was Ihre Hände und Beine tun, und ein Bild im Laufe Ihres Lebens entwerfen würden – es würde ein sehr bewegtes Bild werden – von dem, was Ihre Hände und Füße, Arme und Beine tun, dann würden Sie in dieser Zeichnung eine komplizierte Landkarte erblicken; aus der würden Sie viel von dem verraten bekommen, was Ihnen karmisch aufbewahrt ist für Ihre nächste Inkarnation.»1

Dieses Bild, sagt er, zeige eine Karte für zukünftige Aktivitäten im nächsten Leben. Welche Art von Karte können wir uns für die liebe Frau Wegman vorstellen? Was hat sie alles getan? Sie war so aktiv, aufmerksam und praktisch mit ihren Händen und Füßen. Es fühlt sich an, als würden sie uns immer noch leiten.


Übersetzung ins Deutsche: Wolfgang Held

Fußnoten

  1. GA 183, 5. Vortrag, 25. August 1918.

Forum

Dialoge · Rückblicke · Hinweise 

Ita Wegmans Ansprache zur Eröffnung des Arlesheimer Klinik-Ausbaus (1926) vor 100 Jahren. Wenn von Menschen, die einer Weltanschauung angehören, in der das Übersinnliche eine Rolle spielt, etwas getan wird, dann wird...
Das spirituelle Fundament der Anthroposophischen Medizin: den Merkurstab wieder gewinnen. Es war Ita Wegman, die während der Summer School in Penmaenmawr 1923 Rudolf Steiner die Schicksalsfrage stellte nach einer Medizin,...
Anlässlich des Gedenkjahres mit vielen Neuerscheinungen und Rückblicken auf Steiners Leben und Wirken ein Blick auf einen der originellsten Beiträge zu seiner Biografie. Kaj Skagens Darstellung ‹Anarchist, Individualist, Mystiker› über...

Worte

Sprüche und Kolumne

Advertisement/Anzeige

Forschung und Leben

Philmont, USA. Neuer Onlinekurs von Free Columbia. Sich hinzugeben erfordert von uns, das eigene Selbst ganz still werden zu lassen, um in das andere einzutreten. Dieser Zustand der Hingabe wird in der Psychologie auch als Flow bezeichnet und bedeutet so viel wie ‹im Fluss sein›. Wir vergessen die Zeit und fühlen uns im Einklang mit dem, was wir tun. Kunst...
Dornach, Deutschland. Eine junge Arbeitsgruppe für die Zukunft. Optimistisch in die Zukunft blicken? Das fällt bei allem, was derzeit auf...
Klagenfurt, Österreich. Waldorf-Version des KI-Chatbots. ChatGPT ist derzeit in aller Munde – viele schätzen das KI-Werkzeug als scheinbar unerschöpfliche Wissensquelle; viele andere stehen ihm...
Nagomari, Georgien. Neues aus dem georgischen Jugendhaus. Das Leben im House of Youth of Peace in Nagomari entwickelt sich rasant – manchmal...
Wien, Österreich /Saarbrücken, Deutschland. Neuer Film von Florian Moses Bayer. Nicht der gesellschaftlichen Norm zu entsprechen, kann dazu führen, dass...
Am Wochenende vom 20. bis 22. Februar veranstaltet das Goetheanum zum 150. Geburtstag von Ita Wegman, Mitbegründerin der Anthroposophischen Medizin,...
Christiane Haid leitet mit Barbara Schnetzler das Kunststudienjahr am Goetheanum. Wolfgang Held fragt sie, wie man schöpferisch wird. Der Philosoph...
Dornach, Schweiz. Erstmalige Präsentation der Werke des Malers Christian Goll. Christian Goll wurde wenige Tage nach Beginn des Zweiten Weltkriegs...

Letzte Kommentare