Dietrich Bonhoeffer, Theologe und Widerstandskämpfer im Nationalsozialismus, hat sich viel mit menschlicher Gemeinschaft beschäftigt. In seinem Buch ‹Gemeinsames Leben› rät er dazu, dreierlei in einer Gemeinschaft zu leben: 1. Man sollte die menschliche Gemeinschaft nicht idealisieren, sondern annehmen, dass ihre Mitglieder unvollkommen sind und dass es die göttliche Gnade ist, die Gemeinschaft segnet. Man solle die anderen annehmen, wie Gott sie annimmt. Durch diesen milden Blick, den wir einander geben, sei das Göttliche anwesend. 2. «Der erste Dienst, den einer dem andern in der Gemeinschaft schuldet, besteht darin, dass er ihn anhört.» So kommt in den Blick das offene Ohr für die anderen. 3. Bonhoeffers dritter Punkt betrifft das Herz: «Eine christliche Gemeinschaft lebt aus der Fürbitte der Glieder füreinander.» So sind es Auge, Ohr und Herz, die wir uns schenken und die ermöglichen, dass eine Gemeinschaft zu leben beginnt, dass sich der Himmel über sie spannt.
Bild Dietrich Bonhoeffer mit Konfirmanden, 21. März 1932 in Friedrichsbrunn, Quelle: Bundesarchiv, Bild 183-R0211-316/CC-BY-SA 3.0

