Neue Statuten bis 2027?

Die Anthroposophische Gesellschaft führt ihren Erneuerungsprozess weiter: Der Entwurf für neue Statuten wurde den Mitgliedern auf der Generalversammlung vom 17. bis 19. April vorgestellt und an alle Mitglieder weltweit mit der Bitte um Rückmeldung verschickt. Die Versammlung bestätigte Sebastian Bauer als neuen Schatzmeister und würdigte gemeinsam mit den Verantwortlichen der Rudolf-Steiner-Nachlassverwaltung den Abschluss der Rudolf-Steiner-Gesamtausgabe.


Seit 2023 findet in der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft ein Erneuerungsprozess statt. Zunächst ging es um die Verbesserung der Beziehungen zwischen Vorstand und Mitgliedern sowie um mehr Partizipation: Mitglieder treffen sich seither mit dem Vorstand zusätzlich zur Generalversammlung in Foren, arbeiten in Fachgruppen an für sie wichtigen Fragestellungen und berichten darüber im Mitgliederorgan. Nun hat die internationale, von der Generalversammlung 2025 bestätigte Kommission (Konvent) unter Berücksichtigung von Vorschlägen aus der Mitgliederschaft eine Neufassung der Statuten vorgestellt und erste Rückmeldungen erhalten. Ziel ist unter anderem eine klarere Strukturierung des Gesamtorganismus in Anthroposophische Gesellschaft, Freie Hochschule für Geisteswissenschaft und Trägerverein. Noch während der Generalversammlung wurde dieser Entwurf allen rund 32 000 digital erreichbaren Mitgliedern weltweit zugeschickt. Sie sind gebeten, sich einzubringen, damit idealerweise auf der Generalversammlung 2027 ein Beschluss gefasst werden kann. Da Leitungsmitglieder am Goetheanum ihr Amt ab dem Alter von 70 Jahren nach interner Absprache nicht weiterführen sollen, trat der Schatzmeister Justus Wittich keine dritte Amtszeit an. Als Nachfolger wurde Sebastian Bauer ohne Gegenstimme bestätigt; Justus Wittich erhielt warme Dankesworte und lang anhaltenden Applaus für seine 14-jährige Tätigkeit. In einem gemeinsamen Festakt und mit einem offenen Campus wurde der Abschluss der Rudolf-Steiner-Gesamtausgabe durch die Rudolf-Steiner-Nachlassverwaltung und die Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft gefeiert. Außerdem wurde ein Ausstellungsraum für Helene Finckh eingerichtet. In einer unscheinbaren Baracke hatte sie rund 1700 von ihr stenografierte Vorträge von Rudolf Steiner transkribiert und damit eine der Grundlagen für die heutige Gesamtausgabe gelegt. Die Jahresrechnung weist ein positives Ergebnis von rund CHF 1,46 Millionen auf, die Generalversammlung hat sie genehmigt und den Vorstand entlastet.


Bild Konvent-Mitglieder auf der GV 2026. Foto: Xue Li und Jahresbericht

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