Sieben Jahre Eventeurythmie

Vor sieben Jahren hat sich der Verein Eventeurythmie gegründet. In ihm manifestiert sich ein Beitrag für eine individualisierte, künstlerische Eurythmieszene.


Aus dem Interesse an ‹site specific performance› (ortsspezifischer Performancekunst) und Eurythmie entstand für die Initiatorin und Vereinsvorsitzende Michaela Prader schon Jahre vor der Gründung ein künstlerisches Forschungs- und Arbeitsfeld. Die Eurythmie bietet für diesen Ansatz viel Potenzial. Mittlerweile kreiert der Verein seit Jahren immer wieder Aufführungen für besondere öffentliche Orte oder Anlässe. So zum Beispiel 2017 beim Ruhr Congress Bochum: «Barfuß erspüren wir die Tanzbarkeit des glatten Bodens. Wo finde ich meinen Wirkungsraum genau hier? Wir wollen die Aufmerksamkeit der Besucherinnen und Besucher nicht forcieren, nicht Blicke bewusst lenken, sondern selbst überrascht werden für das, was entstehen mag.» (Prader) Oder mit dem Stück ‹matronae›, das auch schon 2017 auf Anfrage des LVR-Landesmuseums Bonn zur Ausstellung über den Matronenkult entstand. Die Kunstschaffenden des Vereins haben für sich folgenden Leitgedanken herausgestellt: «Wir wollen eine schöpferische Wirklichkeit in Momenten des ‹Dazwischen› ganz konkret aufsuchen und gestalten! Wir wollen ein Ereignis schaffen und das Publikum einladen zu einer Anwesenheit in diesem Sinne!»

Der Gründungsgedanke des Vereins führte zu einer intensiven Forschungs- und Aufführungspraxis, aber auch zu einem initiativen Engagement. Das Ensemble ihoch3 war für einige Zeit das Herzstück der Vereinsarbeit und hat bei diversen Anlässen, zum Beispiel Tagungen, mit «situativen Kompositionen» gearbeitet. Isabelle Rennhack und Michaela Prader vom Vereinsvorstand engagieren sich aber auch organisatorisch. So haben sie bereits 2018 das Studio einsatzstelle25 für Tanzkunst und Bewegungskurse eröffnet, das in den leerstehenden Räumen des ehemaligen Bonner Polizeipräsidiums sein Zuhause fand und heute aktiv von Kunstschaffenden aus Eurythmie und Musik als Arbeits-, Veranstaltungs- und Inspirationsort genutzt wird. Auch die jährliche Teilnahme an der Bonner Theaternacht und an den Tagen der offenen Ateliers verknüpft den Ort mit seinem lokalen Publikum. Das neueste Projekt des Vereins ist das künstlerische Residenzprogramm, das für zwei Orte entwickelt wurde: in Bonn (einsatzstelle25) und in Amsterdam (Theater De Roode Bioscoop). Der Verein unterstützt Profis aus der Eurythmieszene dabei, in der Residenz ein eigenes Stück zu erarbeiten und dies sowohl künstlerisch und dokumentierend als auch unternehmerisch umzusetzen. Marthy Hecker und Tanja Rudenko vom Organisationsteam des Vereins stehen ihnen dabei zur Seite. In diesem Jahr haben schon vier Kunstschaffende von der Ausschreibung profitiert. Zukünftig wollen Isabelle Rennhack und Michaela Prader noch mehr Kunst vermitteln und dafür Begegnungsfelder zwischen Kunst und Unternehmen bauen. Wer sich dafür interessiert, kann einen direkten Kontakt aufnehmen


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Bild Studio einsatzstelle25 für Tanzkunst und Bewegungskurse. Foto: Tatjana Rudenko

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