Kampagne zum Erhalt von Homöopathie und Anthroposophischer Medizin in Deutschland.
Mit der Initiative ‹Mittwochs-Märsche der Weißkittel – es ist fünf nach zwölf!› begann am 6. Mai in Freiburg die Protestbewegung von Karin Michael gegen die bereits im Bundeskabinett beschlossene Reform der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland. Sie unterstützt damit die Petition des Aktionsbündnisses ‹Weil’s hilft! – Naturmedizin & Schulmedizin gemeinsam› sichtbar und aufklärend. Über 30 Millionen Menschen nutzen Homöopathie und anthroposophische Therapien. Jetzt sollen sie als Kassenleistung mit der Begründung von fehlendem wissenschaftlichem Wirknachweis gestrichen werden. Das ist für die auch in Deutschland tätige Kinder- und Jugendärztin nicht nachvollziehbar: «Während der Staat Milliardenprobleme hat, wird eine Debatte angestoßen, die lediglich 0,05 Prozent der Gesundheitsausgaben betrifft. In Deutschland zahlt jeder durchschnittlich nur 53 Cent im Jahr für Homöopathie und Anthroposophische Medizin. Wer hier streicht, spart nicht, sondern verschiebt Kosten in teurere Behandlungen, was vor allem Patientinnen und Patienten mit chronischen Erkrankungen, onkologischen Krankheiten oder mit komplexen oder schwer behandelbaren Krankheitsverläufen betrifft. Integrative Medizin und eine gute Patientenversorgung sind in Gefahr!» Bis zur ersten Lesung der Gesundheitsreform im Bundestag organisiert sie in folgenden Städten – jeweils 12.05 Uhr – einen Marsch der ‹Weißkittel›, wobei hierbei nicht nur Ärztinnen, sondern auch Therapeuten, Pflegende und Patienten eingeladen sind, sich anzuschließen. Am 13. Mai versammelten sich die Engagierten in Karlsruhe und am 20. Mai folgt in Frankfurt am Hauptbahnhof die nächste Kundgebung. Eine Woche später folgt Köln mit einem Weg vom Domvorplatz über die Rheinbrücke und am 3. Juni Kassel, Bahnhof Wilhelmshöhe, mit einem Gang zum Merkurtempel im Schlosspark. Am 10. Juni trifft man sich dann vor dem Bundestag in Berlin. Die Aktion spricht sich für Wahlfreiheit in der Therapieentscheidung aus und gegen den Verlust einer Behandlung, die hilft. Karin Michael: «Angesichts von Antibiotikaresistenzen und medikamentöser Trinkwasserverschmutzung brauchen wir naturheilkundliche Ansätze in der Medizin dringender denn je! Die Reform trifft insbesondere die ambulante Versorgung hart. Hausärzte und Hausärztinnen arbeiten ohnehin an der Grenze des Leistbaren. Immer weniger junge Ärzte und Ärztinnen übernehmen eine Praxis – denn so möchte keiner mehr arbeiten. Menschen, die uns begegneten, waren den Tränen nahe, insbesondere die, die chronisch krank oder hilfebedürftig sind.»
Mehr Weils hilft
Foto Peter Mammitzsch


