Dein Weg führt auf eine Gabelung zu, unentwegt, oft unbemerkt, weil Gewohnheit die Entscheidung übernimmt, der Autopilot schlummern lässt. ‹Tor des Mondes› nennt Rudolf Steiner diese Navigation. Doch was, wenn...
Ich sitze im kalten Gras auf dem Hügel über dem von Eichen erfüllten Tal, eingewickelt in meinen Schlafsack. Ich komme gerne hierher, beobachte die Raben, die mit dem Wind spielen. Jetzt ist es Nacht. Ich warte. Aber die mond- und sternenlose Dunkelheit und der kalte Nebel, der mir ins Gesicht sticht, sagen mir: Ich werde ihn nicht sehen. Diesen einen Moment an diesem einen Sonntag, wenn ein feiner Feuerschein am Rande des Horizonts erscheint und...
Respekt und Ehrfurcht vor dem menschlichen Wesen vertiefen sich auf dem Weg der Selbsterkenntnis. Das Gewöhnliche, das Alltägliche, alles, was als selbstverständlich angesehen wird, beginnt, unerwartete Dimensionen zu offenbaren. Was...
Und wenn wir hier bleiben …Schwebend über dem AbgrundUmgeben von Raubtieren. Und wenn wir nicht zurückschauen …Auf frühere Zeiten des Lachens und SchmerzesDiese Zeiten sind nun vorbei. Und wenn wir...
Ich werde das Fegefeuer nicht überleben, fühle ich manchmal von hier aus, wenn ich schmerzlich begreife, dass auch ich einen dunklen Anteil, eine Schuld am Geschehen habe. Wie in einem Vulkanbergwerk werde ich auseinanderbersten. Nichts von meiner Identität, meinem Recht, meinem Meinen, meinem Starrsinn, meinem Festhalten, meinem kleinen Wollen wird übrig bleiben. Noch versuche ich, dagegenzuhalten, zu rechtfertigen, zu erklären, vorzuwerfen, um Verzeihung zu bitten. Und dann kommt das Aufgeben. Ich kämpfe nicht mehr für...
Die Skulptur des Menschheitsrepräsentanten, auch die ‹Gruppe› genannt, lädt ein zum inneren Gespräch, lädt ein zu einem Weg zur Mitte, zu mir. In diesem inneren Gespräch mit mir entsteht eine...
Das Sonnenwort ist in die Erde gegangen, hat einen Himmel aus ihr gemacht, und nun strömt sie eine neue Sonne aus. Seit einem Menschenalter haben sich die Stimmen verändert, die...
Wie fühlt sich das Ei, wenn sein Inneres so anders geworden ist, dass es die äußere Form nicht mehr braucht? Wie fühlt sich eine Mutter, die nach neun Monaten der Einheit zur Geburt ihres Kindes schreitet? Wie war es für Jesus, als er einsah, dass der Kelch doch auf ihn wies? Vielleicht ging es ihm wie dem Ei, das in den letzten Tagen der Brut zum ersten Mal das Klopfen des scharfen Schnäbelchens vernimmt. Wille...
Wie die fortwährende Bildung der Erde selbst, so wurzelt auch die aufsteigende Realität des Denkens im Willen. Der Denkprozess ist ein Wille, der sich nicht als Ding ausdrückt, sondern als...
Du näherst dich der Leinwand, sie ist noch jungfräulich weiß und unberührt. Welcher Entschluss, sie mit Farbe zu berühren … Die erste zarte Röte, dann ein Hauch von Gelb, vielleicht...

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