Ein gemeinsames Gefäß

Dornach, Schweiz. Biografiearbeit auf anthroposophischer Grundlage als gemeinsamer Weg.


Im Januar fand die jährliche Mitgliederversammlung des Berufsverbands Biografiearbeit Schweiz (BBAS) statt. Der Verband besteht seit 21 Jahren – ein Alter, das in der menschlichen Biografie mit dem der Ich-Geburt verbunden wird und dem Treffen einen besonderen Akzent gab. Der BBAS vereint Menschen, die mit der individuellen Lebensgeschichte arbeiten und andere darin begleiten, Sinn- und Entwicklungszusammenhänge im eigenen Lebenslauf zu erkennen und neue Schritte zu wagen. Seit vielen Jahren wird Biografiearbeit auf Basis intensiver Ausbildungen als Beruf ausgeübt – sie ist jedoch nicht eidgenössisch anerkannt. Umso wichtiger ist der Verband als gemeinsames Gefäß: Er ermöglicht fachliche Orientierung, gegenseitige Anerkennung und eine verbindliche professionelle Haltung. So kann Vertrauen in die Biografiearbeit entstehen – nach innen wie nach außen. In persönlichen Wortmeldungen wurde deutlich, was die Mitgliedschaft für viele trägt: der fachliche Austausch, die Begegnung mit unterschiedlichen Arbeitsweisen und die Möglichkeit, die eigene Tätigkeit zu vertiefen. Die Vielfalt der Methoden wird nicht als Gegensatz erlebt, sondern als Bereicherung, durch die das Wesen der Biografiearbeit klarer hervortritt. Ein Schwerpunkt des Verbands ist die Qualitätsentwicklung. Seit zwei Jahren arbeitet ein Kern- und Forschungskreis an grundlegenden Fragen der Biografiearbeit. Dies stärkt die fachliche Substanz und die gemeinsame Verantwortung. Die Gemeinschaftsbildung ist ein wiederkehrendes Thema. Gemeinschaft entsteht nicht von selbst, sondern durch die Bereitschaft, sich immer wieder neu einzulassen. Der Verband wird dabei als Übungsfeld innerer Freiheit erlebt – als ein Gefäß, das fortwährend gestaltet werden will. Mit Blick nach vorn stellte sich die Frage, wie Biografiearbeit auf anthroposophischer Grundlage in der Welt sichtbarer werden kann. Mit einer Tagung zum Thema ‹In Zeiten des Wandels den eigenen Weg finden – Biografiearbeit kennenlernen› am 20. Juni in der Halde am Goetheanum wird vom BBAS eine öffentliche Gelegenheit geschaffen, Aspekte der Arbeit in verschiedenen Workshops kennenzulernen. Cäcilia Weiligmann


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Bild Aaron Burden

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