Peking, China. Ein Rückblick auf das Jahrestreffen des Instituts für Mensch- und Organisationsentwicklung (IMO).
Peking war vom 20. bis 25. April der Ort für das Jahrestreffen von knapp 50 Menschen, deren tägliche Praxis Mensch- und Organisationsentwicklung auf anthroposophischer Grundlage ist. Mit dem Ziel, die Entwicklungsimpulse von Rudolf Steiner und Bernard Lievegoed neu zu beleben, gründete der damalige NPI-Berater Adriaan Bekman 2005 das IMO. Mittlerweile sind im Institut knapp 60 selbstständige Beraterinnen und Berater in elf Ländern für mehr als 400 Einrichtungen und Unternehmen tätig. Das Jahrestreffen ist einer der Höhepunkte im IMO-Jahr. Hier geht es um Erfahrungsaustausch, gemeinsame Forschung und Weiterbildung sowie gemeinsame Aktivitäten. Vertieft wurden in diesem Jahr besonders Themen des anthroposophischen Menschenbildes, der Seelenentwicklung und Themen des von Rudolf Steiner beschriebenen Saturnweges, um daraus weitergehende Ansätze für eine zukunftsgerichtete Entwicklung von Organisationen zu konkretisieren. Das Bewusstseinsseelenzeitalter fragt nach mehr als einer kontinuierlichen Verbesserung vorhandener Strukturen und Prozesse in Organisationen. So Bernard Lievegoed in seinem Buch ‹Mensch an der Schwelle›: «Die Bewusstseinsseele steht inmitten dieses großen Spannungsfeldes (Saturn – Mond) und sie muss dies ertragen können. Voraussetzung dafür ist jedoch ein Mittegebiet, dessen Kräfte den Bogen schlagen können von einer Weltenmitternacht zur anderen. Anders ausgedrückt: ein Bewusstseinsumfang, wie ihn nur ein großer Eingeweihter besitzt. Solange wir diesen noch nicht haben, sind wir auf Hilfe von außen angewiesen – Hilfe jedoch nicht von hierarchischen Wesen, die uns dadurch nur unfrei und abhängig werden ließen, sondern durch soziale Institutionen, die für eine gesunde Entfaltung der Bewusstseinsseele in ihrer Dreigliedrigkeit förderlich sind.» In diesem Sinne an den tiefer gehenden Fragen der sozialen Entwicklung zu arbeiten und Ansätze zu entwickeln, die nicht belehrend wirken, sondern ermutigend für Mensch und Organisation, das ist ein wesentliches Element dieser Jahrestreffen. Die Entwicklung von selbst steuernden Teams in brasilianischen Unternehmen kann dabei ebenso als Beispiel dienen wie neue Ansätze für Führung und Organisationsentwicklung an niederländischen Waldorfschulen oder der systemisch-evolutionäre Ansatz in italienischen Unternehmen und die Entwicklungswege von privaten Bildungseinrichtungen in Peking. Der nächste Treffpunkt der IMO-Entwicklungsgemeinschaft ist 2027 Padua.
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