Paris und das Fünfte Evangelium

Paris und das Fünfte Evangelium

Ein Pfingstvortrag zu Rudolf Steiners ‹Fünften Evangelium› und der Anblick der Ruine der Kathetrale von Notre-Dame führen Peter Selg zu folgenden Gedanken.


Am Pfingstsamstag fuhr ich mit dem Zug von Basel nach Paris, für einen Abendvortrag im Albertus-Magnus-Zweig der Anthroposophischen Gesellschaft. Es sollte um das ‹Fünfte Evangelium und die Kultur der Selbstlosigkeit› gehen, unter aktuellen Vorzeichen. Am 27. Mai 1914, wenige Monate vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges, hatte Rudolf Steiner in Paris, möglicherweise im Atelier von Jacques de Jaager, zum letzten Mal über die Zusammenhänge des ‹Fünften Evangeliums› mit den kosmischen Opfern der sogenannten nathanischen Seele und ihren Bezug zu den zivilisatorischen Herausforderungen des 20. Jahrhunderts gesprochen (nur in diesem Pariser Vortrag hatte er die Linien seiner Darstellungen aus dem ‹Fünften Evangelium› – ab dem 1.10.1913 – und der kosmischen ‹Vorstufen› des Mysteriums von Golgatha – ab dem 30.12.1913 – zusammengeführt). Am 1. Juni 1914 hatte er seine diesbezüglichen Vorträge überhaupt beendet, mit einem grandiosen Finale in Basel, in dem erstmals auch der Begriff der ‹Kultur der Selbstlosigkeit› fiel, kurz vor Ausbruch der gesamteuropäischen Katastrophe.(1)

Eine Zukunftsstätte der Hoffnung

Nahe an einer ‹gesamteuropäischen Katastrophe› stehen wir auch in der Gegenwart, sofern man die rechtsnationalistischen und teilweise bereits präfaschistischen Entwicklungen in vielen europäischen Ländern bedenkt, die wachsende Brutalität und Gewalt, den drohenden Zusammenbruch des Projektes Europäische Union und die Dynamik der globalen Zerstörungswellen. Ich war daher froh über das Thema der Zusammenkunft am Abend vor Pfingsten in Paris – und wollte auch Notre-Dame besuchen, sieben Wochen nach dem Brandinferno vom 15. April, dem Karmontag dieses Jahres, das die europäische Welt für einen Abend, eine Nacht und einen Morgen in Atem gehalten hat. Der 15. April 2019 war ein schwarzer Tag für Frankreich, der Todestag seiner Schriftsteller und Denker Jean Paul Sartre (1980) und Jean Genet (1986), nun jedoch der Tag eines noch ganz anders gelagerten Zusammenbruchs. Der 15. April gilt in gewissen Zusammenhängen aber auch als der Tag des Erzengels Raphael, des ‹Engels der Heilung› («Gott heilt»). Ich fragte mich auf dem Weg nach Paris, ob es möglich sein würde, der Finsternis Licht, irgendein Licht abzugewinnen, gar das Licht eines geistigen Aufbruchs, den wir doch mit Pfingsten verbinden …

Wachstum.

Herzwand um Herzwand

blättert hinzu.
— Paul Celan

Im Zug vertiefte ich mich wieder in Rudolf Steiners Darstellungen aus dem ‹Fünften Evangelium›, die so merkwürdig – oder bemerkenswert – mit dem Goetheanum-Bau verbunden sind. Bei der Grundsteinlegung des Baues am 20. September 1913 sprach Rudolf Steiner, an einem Abend unter ausgesprochen widrigen Bedingungen, stürmischem Regen und Matsch, über die Not der Zeit und den ‹Wahrbau› der Zukunft. Ich glaube, die anthroposophischen Freunde hatten damals eine andere Grundsteinlegung erwartet, angefangen mit einem anderen Wetter, eine lichtere atmosphärische Stimmung und einen anderen Beginn. Steiner aber ging auf die «Schreie der Menschheit» ein, auf um sich greifende «Ängste», sprach von der «Verödung» der Seelen im Materialismus und von kommenden Katastrophen – ein Jahr vor dem Krieg. Er sprach aber zugleich von dem, was auf dem Hügel, an der Mysterienstätte der Moderne, in Zukunft leben sollte, darunter ein «umfassendes Mitgefühl», gerade auch mit dem Schicksal der Ungeborenen, die in eine solche Erdenwelt hinein müssen – «jenes Mitempfinden mit denen, die da kommen werden – und die nur dann die Erde lebenswert finden können, wenn zubereitet ist in der geistigen Atmosphäre dieser unserer Erde dasjenige, was die spirituelle Wissenschaft zu geben vermag». Auf dem Dornacher Hügel sollte eine Zukunftsstätte der Hoffnung entstehen, in der Fortsetzung der Geistesarbeit des Abendlandes und in der Bereitschaft zu einem großen geistigen Kampf mit den Mächten der Finsternis, «durchglüht vom Feuer der Liebe». Und: Rudolf Steiner sprach von einem neuen «Evangelium»; dem Licht und dem Wort der Verkündigung, das aus dem Osten kam, müsse der Westen den Spiegel der Erkenntnis entgegenbringen, dem, was als mikrokosmisches Geheimnis in den vier Evangelien von Matthäus, Markus, Lukas und Johannes im Hinblick auf die Menschenseele niedergelegt worden sei, ein neues «makrokosmisches» Evangelium. Was Rudolf Steiner darunter verstand, konnte den Anwesenden zu diesem Zeitpunkt eigentlich nicht deutlich sein, dennoch folgten sie seinen Worten wohl mit größter Aufmerksamkeit. «Wenn wir Verständnis entgegenbringen dem gegenwärtigen Augenblick, dann wird uns auch das Verständnis dafür aufgehen, dass den vier Evangelien hinzugefügt werden kann ein fünftes.» (2) Steiner nannte ein «makrokosmisches Vaterunser» und las einen erschütternden mantrischen Wortlaut vor, der mit den Sätzen begann: «Es walten die Übel …»

Eine Bedrohung, die Rudolf Steiner vor Augen stand

Daran musste ich auf dem Weg nach Paris denken, und an seinen Begriff einer ‹Weihe› der Menschenseele, die mit der Grundsteinlegung der neuen Mysterienstätte – und wohl auch mit ihrer künftigen Arbeit – verbunden sei.

Die Vorträge über das ‹Fünfte Evangelium› hätte Rudolf Steiner, wie ich glaube, eigentlich im ‹Johannesbau› halten wollen. Aber der Baubeginn hatte sich seit Jahren verzögert, und ich habe den Eindruck, dass es nun eilte, außerordentlich eilte mit dem, was er zu sagen hatte. Im Sommer 1913, kurz vor der Grundsteinlegung in Dornach, hatte er den Kurs über das ‹Fünfte Evangelium›, der am 1. Oktober begann, überraschend ankündigen lassen, in einer sehr angespannten Zeit. Es waren die Wochen des dramatischen vierten ‹Mysteriendramas› in München, das mit Ahriman und seiner Erkenntnis schloss, und Steiner ging von einem baldigen Ausbruch eines europäischen Krieges aus. Er entschied sich für eine seiner ‹Fluchten nach vorne›, wie dies Emil Bock einmal genannt hat.

‹Fünftes Evangelium …?› Wer von den Anthroposophen, die in München die Ankündigung des Vortragskurses in Oslo lasen, hatte in Erinnerung, was er vor über drei Jahren, in der Zeit zwischen Ostern und Himmelfahrt, in einem Vortrag in Sizilien gesagt hatte? Niemand, wie ich glaube. «Unter den Rosenkreuzern wurde neben den vier Evangelien ein fünftes gelehrt. Durch dieses geistige Evangelium können die andern vier verstanden werden und es wird einem Teil der Menschheit des 20. Jahrhunderts gegeben werden, ebenso wie jene, die anlässlich des Erscheinens des Christus gegeben worden sind. Die Anhänger der rosenkreuzerischen Bewegung, welche ein klares Bewusstsein haben werden, werden die Bedeutung dieses Evangeliums für die Menschheit verstehen.» (3) Im Herbst 1913 wollte Rudolf Steiner offensichtlich an die Weitergabe dieses Evangeliums gehen, in seiner Fortführung der Rosenkreuzer-Forschungsarbeit, angesichts der dramatischen Zeitumstände, und reiste von der Grundsteinlegung in Dornach direkt nach Norwegen. Denn: «Das Rosenkreuzertum hat in sich die Impulse, die entgegengestellt werden sollen den Dämonen.» (4)

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Steiners Vortrag in Palermo, dessen Nachschrift lückenhaft ist, hatte im Zusammenhang jener ‹Verkündigung› der Christus-Wiederkunft ‹im Ätherischen› gestanden, dem «größten Geheimnis unseres Zeitalters», die von ihm im Januar 1910 in Skandinavien begonnen worden war – so wie er die Christologie oder besser: die Christus-Jesus-Lehre des ‹Fünften Evangeliums› nun im Oktober 1913 ebenfalls in Skandinavien zu entfalten begann, nicht in Schweden, sondern in Norwegen. Die ‹Verkündigung› von der ätherischen Wiederkunft hatte er in Nordeuropa begonnen und bis nach Sizilien getragen, ebenso hatte er es, wie ich denke, eigentlich auch mit dem ‹Fünften Evangelium› vor, ehe es anders kam.(5) Bereits das Wiederkunft-Thema war von Dramatik durchzogen gewesen. Ja, Rudolf Steiner wies auf neu entstehende oder sich entwickelnde Fähigkeiten zur Christus-Wahrnehmung ‹im Ätherischen› hin, aber auch darauf, wie gefährdet dieser Vorgang und wie bedroht dieser Entwicklungsschritt ist. In den 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts würden «begnadete Menschen» erste diesbezügliche Erlebnisse haben; aber es bestehe die Gefahr, «dass der menschliche Unverstand diese zarten Keime und Anlagen brutal zu Tode tritt».(6) Es wurden die Jahre des deutschen Faschismus, in dem Unermessliches «brutal zu Tode» getreten wurde, und diese Bedrohung stand Rudolf Steiner offensichtlich sehr genau vor Augen. Die Anthroposophische Gesellschaft sollte sich für die «begnadeten» und damit besonders gefährdeten Menschen einsetzen, so sagte er in München. – «Die Jahre 1933, 1935 und 1937 werden besonders wichtig sein»(7) – «Durch das Erleben des Bösen wird zustande gebracht, dass der Christus wieder erscheinen kann».(8) Rudolf Steiner warnte vor finsteren Zeiten, vor dem Kommen antichristlicher Mächte in genau dieser Zeit, um die eigentlich anhebende Entwicklung aufzuhalten und zu zerstören. «1933, meine lieben Freunde, bestünde die Möglichkeit, dass die Erde mit allem, was auf ihr lebt, zugrunde ginge», sagte er den Priestern in seinem Apokalypse-Kurs noch im September 19249, und: «Man müsste im Sinne des Apokalyptikers sagen: Ehe denn der ätherische Christus von den Menschen in der richtigen Weise erfasst werden kann, muss die Menschheit erst fertig werden mit der Begegnung des Tieres, das 1933 aufsteigt.»(10) Von falschen «Messiassen», die da kommen werden, hatte Rudolf Steiner bereits 1910 gesprochen – Jahrzehnte später durchtönte ‹Heil Hitler› ganz Deutschland und erstreckte sich, nach der Okkupation Frankreichs, bis nach Paris.

Gerade auch für diese kommenden Zeiten war das Wissen um das ‹Fünfte Evangelium› notwendig. «Das Rosenkreuzertum hat in sich die Impulse, die entgegengestellt werden sollen den Dämonen …» Er fühle sich verpflichtet, so sagte Rudolf Steiner 1913 nach der Grundsteinlegung in Dornach, das ‹Fünfte Evangelium› denen zu geben, die es für ihre Arbeit, die sie in seelisch-geistiger Beziehung zu leisten hätten, brauchen würden. Es handle sich um ein ‹Kraftbuch›, von dem Trost und Gesundheit ausgehen.

Ein Evangelium der Traumatisierung

Vordergründig ist das ‹Fünfte Evangelium› – oder das, was wir bisher von ihm durch Rudolf Steiners Forschung erfahren konnten – alles andere als ein Kraft-, Trost- und Gesundheitsbuch oder zumindest anders als das, was man gewöhnlich mit solchen Begriffen verbindet. Denn es ist doch in erster Linie ein Zeugnis größten Schmerzes, größten Leidens oder gar größter Traumatisierung. Es sind keine idyllischen, ‹erbaulichen› Gegebenheiten, die hier geschildert werden, sondern es ist ein überaus hartes Drama. Das Evangelium handelt im Wesentlichen von dem, was Jesus von Nazareth an schweren geistigen Erfahrungen – des spirituellen Weltniedergangs – machen musste, ehe er Träger des Christus-Wesens werden, d. h. ehe er im Jordan getauft werden konnte. «Wie, wie kann der Verbreitung dieses Jammers auf der Erde Einhalt getan werden?»(11) – zu dieser Frage musste er sich existenziell, durch schwierigste Erfahrungen über viele Jahre, hindurcharbeiten, musste an den Punkt der tiefsten Verzweiflung kommen. «O lasset aus den Tiefen erbitten / was in den Höhen erhöret wird …»(12) Dies – und nichts anderes – war die Voraussetzung der Taufe. Leid musste in Liebe, Schmerz in Liebeskraft verwandelt werden, auch in Sehnsucht nach Heilung – nicht für sich selbst, sondern für die Menschheit auf Erden. – Aber auch Steiners Schilderungen aus dem ‹Fünften Evangelium› nach der Taufe bleiben den Motiven des Schmerzes und des Leidens verbunden. Der dreijährige Einzug des Christus-Sonnen-Geistes in den engen Leib des Jesus war ein Martyrium, das Hineingepresstwerden in die Physis, die Annahme des Menschenschicksals auf Erden. Golgatha ‹vollendet› in diesem Sinne – um mit Lukas zu sprechen – die Taufe; hier kommt der schwere Inkarnationsvorgang zum Abschluss; dann zieht Christus durch die Finsternis in den Erdenumraum – und Rudolf Steiner sagte dazu Sätze, mit denen man sich noch weit über das 21. Jahrhundert hinaus wird beschäftigen können und müssen: «Es wird nach und nach für die Menschheit notwendig sein zu begreifen, dass in der Tat, um von Golgatha an die Erden­entwickelung fortzuführen, diese Christus-Wesenheit durch den Schmerz einziehen musste in die Erdenaura, und verbunden mit diesem Christus-Schmerz wird die Menschheit ihr Schicksal fühlen müssen. Immer konkreter wird werden müssen die Verbindung der Menschheit mit dem Christus-Schmerz. Dann wird man erst verstehen, wie in der Erdenaura dieser Schmerz in verjüngenden Kräften weiterwirkte für die Erdenentwickelung seit dem Mysterium von Golgatha.» (13)

Vordergründig ist das ‹Fünfte Evangelium› alles andere als ein Kraft-, Trost- und Gesundheitsbuch oder zumindest anders als das, was man gewöhnlich mit solchen Begriffen verbindet. Es ist in erster Linie ein Zeugnis größten Schmerzes, größten Leidens oder gar größter Traumatisierung.

Zu dieser ‹Menschheit›, die etwas vom ‹Christus-Schmerz› verstehen muss, um weiterkommen zu können, gehörten an der Zeitenwende in erster Linie die Jünger; von ihrem beginnenden Erwachen an Pfingsten handeln Steiners Vorträge über das ‹Fünfte Evangelium› zu weiten Teilen. Mit der Frage nach dem Jüngerbewusstsein an Pfingsten begann Steiners Forschung dazu, dies war der Ausgangspunkt, wie er selbst in Oslo sagte. So unvergesslich es war und ist, was er dabei über Petrus und die anderen zutage förderte, für einen Menschen wie Andrej Belyj, der die Vorträge in Oslo hörte und verstand, ging es für Steiner jedoch nicht in erster Linie um den geschichtlichen Petrus, sondern um das Erwachen der heutigen Geistesschüler, individuell, am Festtag der ‹freien Individualität›, aber auch als Gemeinschaft, als esoterische Gemeinschaft. Belyj war der Erste, der begriff, dass Rudolf Steiner mit den Vorträgen über das ‹Fünfte Evangelium› eine Art Hülle um den Bau wob, eine Bewusstseinsumgebung der neuen Mysterienstätte schuf – das, was als Inhalt im Bau hätte entfaltet werden sollen, nun in seine Umgebung metamorphosierte, als eine Art Opferhülle. Belyj war wahrscheinlich auch deutlich, dass Steiner mit dem ‹Fünften Evangelium› und seinen Seelenprozessen eine menschliche Haltung zur Darstellung brachte, um die es auf dem Hügel in Zukunft gehen sollte. Rudolf Steiner sprach kurz nach Ausbruch des Krieges, in einem Verbandskurs, von dem «Christus-Ideal», das darin besteht, die Not des anderen so stark wie die eigene zu erleben, das «Weltgefühl» gegenüber dem «Ichgefühl» in viel stärkerem Maße zu entwickeln, die «Hingabe an das Objektive» zu lernen und zu leben. Das war der Geist des ‹Fünften Evangeliums›, unabweisbar – und Steiner hatte bereits direkt nach den Osloer Vorträgen in einer esoterischen Stunde in Bergen betont, dass das ‹Fünfte Evangelium› eine zentrale Bedeutung für die Überwindung jenes globalen Egoismus habe, den der Materialismus mit sich brachte und durch den er die Menschheit und die Erde an den Abgrund der Zerstörung führt; wie nahe dieser Moment nun an uns herangekommen ist, ist vielen jungen Menschen der Gegenwart deutlich, am Klima und an anderem. Fridays for Future …, Karfreitage – in gewisser Weise.

Das ‹Fünfte Evangelium› als Schulungsbuch

Die Ethik des ‹Fünften Evangeliums› gehört zu einer neuen Mysterienstätte, die sich der Not der Zeit annehmen will, die einen therapeutischen Auftrag hat, um den ‹Lebensstrom der Menschheit› zu retten. Eine solche Mysterienstätte kann scheitern, auch das zeigte Rudolf Steiner in den Vorträgen indirekt und exemplarisch auf – sie kann, wie die Essäer, sich spirituell von den Kräften der Zerstörung abschließen und ihre (luziferische) Höherentwicklung auf Kosten anderer Menschen erstreben. Sie kann jedoch auch selbst einer ahrimanischen Okkupation (wie die Mithras-Stätte des ‹Fünften Evangeliums›) unterliegen und zu einem Ort der Zerstörung werden, von dem Böses statt Gutes ausgeht, Destruktion statt Aufbau und Auferstehung. Und sie kann schließlich die Verbindung zu ihrer Inspirationsquelle verlieren, zu ihrer eigenen Geistigkeit, ihrer ‹Bath Kol› des Ursprungs – möglicherweise ohne es zu bemerken.

Aber es muss nicht so kommen, und Hilfe ist möglich für das Wachstum zum höheren Ich, aus dessen Kräften heraus die Mitarbeiter der neuen Stätte wirken sollten. Diese Hilfe, so machte Rudolf Steiner in den Vorträgen zum ‹Fünften Evangelium›, zur Wiederkunft des Christus im Ätherischen und zu den kosmischen Vorstufen des Mysteriums von Golgatha deutlich, wird die des Christus selbst sein. Die Gestalt des Christus Jesus steht, aus guten Gründen, im Zentrum des ‹Fünften Evangeliums›. («Jetzt muss die Menschheit eintreten in ein bewusstes Ergreifen der Zeitereignisse. Darum muss die Menschheit den Christus noch besser kennenlernen. Damit verbunden ist die Erkenntnis des Menschen Jesus von Nazareth. Das wird immer mehr notwendig werden.»(14)) Seine Wege und Leidenswege sollten verstanden und, noch wichtiger, miterlebt und miterlitten werden, darauf machte Rudolf Steiner immer wieder aufmerksam. Nicht eine kognitive Rezeption der Vortragsinhalte war gefordert, sondern ihr Durchleben und Durchleiden. Es ging nicht um Sensationen, über die innerhalb und außerhalb der Zweige geredet werden sollte, sondern um erschütternde innere Erlebnisse der Hörer, um erschütternde und erweckende Erlebnisse im verschwiegenen Inneren des Einzelnen und der Gemeinschaft. Der ätherische Leib des wiederkommenden Christus bildet sich, so führte Steiner wiederholt aus, aus den Mitleids- und Liebekräften des Menschen – diese schaffen eine ‹Anziehungskraft› … Wie sehr war und ist das ‹Fünfte Evangelium› dafür ein Schulungsbuch und Anschauungswerk! Und wie verständlich, dass Rudolf Steiner ins Zentrum des Dornacher Baues eine Christus-Plastik inmitten der Widersachermächte stellen wollte und seine Arbeiten an dieser Plastik, gemeinsam mit Edith Maryon, begann! Die Geistesschüler sollten sich an der neuen Mysterienstätte treffen, ihre Arbeit, sich selbst und ihre Gemeinschaft spirituell vertiefen – und sich in ihr und mit ihr nicht alleine wissen in den rauen Widerständen der Welt. Im Johannesbau sollte ihnen der Christus als helfende und schützende Macht gewissermaßen entgegenkommen – dort, aber auch in der Welt, und sie auf ihren Wegen begleiten. «Den Geist des bloß Gedachten werden die Menschen eintauschen müssen für den Geist der unmittelbaren Anschauung, des unmittelbaren Mitfühlens und Miterlebens von dem an der Seite aller Menschenseelen geistig-lebendig schreitenden Christus.»(15) In der neuen Mysterienstätte im Zeitalter des Bösen sollten die Geistesschüler Schutz, Beistand und ‹moralische Kraft› finden für ihre Arbeit in der Welt, hier wie dort in Gegenwart des wirksamen Christus-Wesens als einem ‹Menschheitsrepräsentanten›, der im 20. Jahrhundert und danach zu einem ‹direkten persönlichen Erlebnis› vieler Menschen werden und ihnen Rat erteilen wird: «Der Christus wird dem Menschen an die Seite treten und sein Rater werden.»(16)

All dies aber nur, wenn die ‹Schule der Selbstlosigkeit› wirklich, inmitten all des Elends, durchlaufen wird; nur dadurch könne, so Steiner, die Menschheit «vom Rande des Verderbens» zurückgehalten werden. Diese Substanz der Selbstlosigkeit ist seit den kosmischen Opfern der nathanischen Seele eine Essenz der menschlichen Organisation, des Menschenwesens schlechthin, so zeigte er auf. Wir sind nicht nur Träger von Egoismuskräften, sondern evolutiv auch von ganz anderen, die nunmehr weiter gestärkt und zur Entfaltung gebracht werden müssen.(17) Diese kosmische Menschenkunde, zu der die Schicksale der nathanischen Seele und die ganzen makrokosmischen Vorgänge des ‹Fünften Evangeliums› gehören, dieses «makrokosmische Evangelium» des Menschen (von dem er während der Dornacher Grundsteinlegung andeutend gesprochen hatte) entfaltete Rudolf Steiner am 27. Mai 1914 in Paris zum letzten Mal, und sagte dabei auch: «Der Erste, welcher eine Impression hatte von der kosmischen Bedeutung des Christus, war Paulus; Paulus, der wahrnehmen konnte, wie hereingeströmt war die Kraft der Christus-Wesenheit in die Erdenaura. Dasjenige, was dem Paulus für einen bestimmten Punkt der Christus-Erkenntnis aufgegangen war, das kann, wenn wir den Okkultismus unserer Tage vertiefen, für weitere Felder der Christus-Erkenntnis dem Menschen aufgehen. Denn indem das Schauen des Paulus ausgedehnt wird von dem Mysterium von Golgatha auf seine drei Vorstufen, indem es ausgedehnt wird von dem, was bei Paulus fast nur die Wahrnehmung ist des Jesus von Nazareth, auf das Leben des Christus Jesus, wird gewissermaßen die paulinische Methode von einem einzigen Zentrum aus über die ganze große Erscheinung des Christus-Jesus-Lebens verbreitet. Indem wir auf diese Weise heute durch eine hingebungsvolle okkulte Forschung in die Lage kommen können, die paulinische Methode gleichsam allgemein zu machen für die Christus-Erkenntnis, hat sich ein wirklicher Fortschritt in der Erkenntnis des Christus vollzogen.»(18)

An was ich dachte

Über all diese Zusammenhänge dachte ich im TGV von Basel nach Paris, auf dem Weg durch die französische Landschaft, noch einmal nach – und entfaltete sie dann mit gewissen Hervorhebungen im Vortrag in dem kleinen, vollen und von Wärme erfüllten Gesellschaftsraum in der Rue de la Grande Chaumière. Vieles zog mir dabei durch die Seele, auch im Hinblick auf die traumatisierte Welt und die traumatisierte Anthroposophische Gesellschaft in ihr. Eigentlich, so meine ich, gehört das ‹Fünfte Evangelium› zum weiterem Umfang dessen, was Jean Cayrol einmal als «lazarenische Literatur» des 20. Jahrhunderts im Licht des Holocaust und seiner Konzentrationslager bezeichnet hat. Es ist ein hochmodernes Buch, dessen Aktualität von Jahr zu Jahr wächst. Kraft, Trost und Gesundheit kommen in unserer zeitgenössischen Gegenwart, in einer zerbrochenen Welt, nicht immer und nicht in erster Linie vom Wahren, Guten und Schönen, sondern sprechen zu uns aus der Authentizität des Leidens und des Erlittenen. Auch die Anthroposophische Gesellschaft wird in dem Maße wahrer und anziehender, wie sie sich zu ihrem Leiden bekennt und zu diesem steht, zu ihren eigenen Traumata, Irrtümern und Fehlern, im Sinne des langsamen Erwachens – «Zeige Deine Wunde».

Es gab nach dem Vortrag noch viele Gespräche, dann ging ich zur Île de la Cité und betrachtete Notre-Dame oder das, was von ihr übrig geblieben ist. ‹Ground zero› in New York in den Wochen, Monaten und ersten Jahren nach dem September 2001 war noch etwas sehr anderes; dennoch musste ich daran denken. Ich musste aber auch an den jüdischen Flüchtling Karl König denken, der sich im Herbst 1938 über die Schweiz mit Hilfe Ita Wegmans nach Frankreich begeben hatte und vorübergehend hoffte, dass hier seine intendierte heilpädagogische Gemeinschaft Realität werden könnte. Ich dachte an seinen Brief vom 28. September 1938 an seine jungen Freunde, die ebenfalls auf der Flucht vor den Nationalsozialisten aus Wien waren, einen langen Brief, in dem er noch so enthusiastisch auf ‹La France› und ‹Notre-Dame› in spiritueller Hinsicht setzte: «Es ist ein seltsames Land. Ich glaube, dass es in den nächsten Jahrzehnten noch eine große Bedeutung haben wird, denn es spricht alles dafür, dass es der Raum für die geistige Wiedergeburt von Mittel-Europa sein wird. Viel Heiliges und Heilendes ist hier zu finden. Der alte Strom der Marienweisheit lebt hier fort, und die Gnade, die davon ausgeht, ist überall spürbar.» König bat seine Freunde, rasch Französisch zu lernen und die ‹Parzival›-Legenden zu lesen, insbesondere in der Fassung Wolfram von Eschenbachs – «Da lebt Notre-Dame.»(19) Er, Karl König, der 1935 auch in Dornach ausgeschlossen und geradezu ‹vertrieben› worden war, wurde bald eines anderen belehrt, konnte Frankreich aber vor dem deutschen Einfall noch rechtzeitig verlassen und landete nicht in Auschwitz-Birkenau, sondern in Schottland, in Kirkton House und später in Camphill. An ihn dachte ich in der Nacht von Pfingstsamstag auf -sonntag, an der Hinrichtungsstätte von Jacques de Molay, der ihm so viel bedeutet hatte, und angesichts der fragmentierten Kathedrale sowie unzähliger lauter Tourismusboote, die sie auf der Seine umfuhren, wobei die Blicke der Schiffsreisenden, sofern sie nicht gerade fotografierten, nicht auf das Werk der Zerstörung gerichtet waren.

Ich dachte auch an die heutigen Flüchtlinge und Unbehausten, von denen ich viele auf den nächtlichen Straßen von Paris traf, und an die großartige Arbeit von Bernd Ruf und seinen Kollegen, an ‹Trümmer und Traumata› und an die Flüchtlingshilfe und Traumapädagogik mit anthroposophischen Methoden, auch an das Faktum eines möglichen Wachstums in der Not, an der Wunde und ihrer Bewältigung, ein Wachstum im höheren Ich auf dem Weg zum wahren Christus-Ich – wenn es gut geht, wenn die Helfer da sind und wenn die Bedingungen günstig sind. «Dann wird man erst verstehen, wie in der Erdenaura dieser Schmerz in verjüngenden Kräften weiterwirkte für die Erdenentwickelung seit dem Mysterium von Golgatha …»

 
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Gegenüber dem Chor von Notre-Dame, der – wie das gesamte Areal der Kathedrale – von einem hohen Bauzaun umgeben und bewacht war, stand ich wieder am eng benachbarten Memorial des Martyrs de la Deportation, dessen Tür ebenfalls verschlossen war. Ich ging dann weiter, verließ die Insel Richtung Norden, ging zur Rue des Rosiers, zur Rue des Juifs und zur Rue des Ecouffes, wo seit der Wende zum 20. Jahrhundert und bis zur Deportation ein Zentrum der nach Paris geflüchteten Ostjuden war; über 20 000 Juden aus Rumänien, Russland und Österreich-Ungarn sind dorthin vor dem Ersten Weltkrieg gekommen, die jiddische Sprache, die Primo Levi in Auschwitz (Monowitz-Buna) lernte, lebte hier in diesen engen Straßen, und vieles andere, was danach in einer furchtbaren Nacht unterging. Es gibt eine wenig bekannte Gesprächs­aussage Rudolf Steiners gegenüber Rudi Lissau aus dem Jahre 1911 (in Frankfurt), derzufolge die Juden in Bezug auf den Christus wieder einmal eine ‹Mission› erhalten würden. Rudolf Steiner sprach zu Lissau von der besonderen Geistigkeit, die er unter den Ostjuden beobachtet habe – und er sagte dies 1911 in Frankfurt, kurz nach seinen vielen Vorträgen über die Wiederkunft des Christus im Ätherischen.(20) Liest mal Martin Buber und Franz Rosenzweig, so beginnt man zu ahnen, dass sich hier, im spirituellen Judentum und in der Sphäre der Dialogphilosophie, etwas Wichtiges vorbereitete, unter ‹begnadeten Menschen›, bis in die Philosophie und Literatur hinein; die erbarmungslose Vernichtungsdynamik von Hitler, Himmler, Heydrich und Co., der Sorat-nahen Anti-Christen des 20. Jahrhunderts, deren Zerstörungswucht selbst den Antisemitismus-Experten ein Rätsel war und blieb, wird dadurch vielleicht verständlicher.

In der Rue des Rosiers stand ich auch wieder vor dem gelben Laden von Sacha Finkelsztajn, der 1946 eröffnet worden ist, allem Unheil zum Trotz. Es ging direkt nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und des Holocaust demnach weiter an diesem Ort, der so wenig mondän und Paris-royal wirkt, nach all den unvorstellbaren Tragödien der Deportation und Ermordung, und in der Librairie du Temple stand ein Buch im Schaufenster ausgestellt, dessen Titel ungefähr lautete: ‹Wir singen noch immer›. Im nahen, um die Ecke gelegenen Café des Psaumes musste ich vor Jahren einmal sehr spontan und intensiv an Paul Celan denken, der lange in Paris gewohnt hatte (und in der Seine starb), und sprach die Frau, die mir den Café brachte, darauf an. Sie strahlte und erzählte von ihrer Mutter aus Czernowitz aus der alten Bukowina, wo auch Celan herkam, der eigentlich Antschel hieß. «Stehen, im Schatten / des Wundenmals in der Luft.»(21)

In Saint-Sulpice wurde in der Nacht Mozarts ‹Requiem› aufgeführt und am Pfingstsonntagmorgen fuhr ich früh wieder von Paris nach Basel. Im Zug war ich erneut tief beeindruckt von der Modernität des ‹Fünften Evangeliums›, die ich bald nach 2001 in einem Vortragskurs in einem der Hochhäuser von Manhattan zum ersten Mal erlebt hatte, in einer Stadt, die damals noch tief verwundet wirkte. Hörer des Pariser Abends schrieben mir, sie hätten ihn so pfingstlich und ermutigend gefunden, obwohl oder gerade weil alles so ernst war.

Pfingsten aus dem Geist des ‹Fünften Evangeliums› meint einen therapeutischen Weg in die Zukunft, inmitten einer Landschaft von Trümmern und Traumata, wenn auch keineswegs nur in ihr. «Ich bin bei euch bis ans Ende der Erdentage» (Mt 28,20). In der Teilnahme an der Not des anderen und in der Teilnahme an der Not der Welt können wir moralische Intuitionen fassen und über unser begrenztes Erdenich, unsere mittelmäßigen Begabungen und Kenntnisse hinauswachsen, als Einzelne und als pfingstliche Anthroposophie-Gemeinschaft im Zeitalter Michaels – und aufwachen für das, was durch uns getan werden kann, dort, wo wir helfen können. «Wo aber Gefahr ist / Wächst das Rettende auch.»(22) Die Vaterunser-Zeile «Dein Reich komme» übersetzte Rudolf Steiner im ‹Apostel-Vaterunser› nach Pfingsten bekanntlich mit den Worten: «Dein Reich erweitere sich in unseren Taten und in unserem Lebenswandel.» (23)


(1) Vgl. Peter Selg, Die Leiden der nathanischen Seele. Anthroposophische Christologie am Vorabend des Ersten Weltkriegs. Arlesheim 2014.
(2) Rudolf Steiner, Mantrische Sprüche. Seelenübungen. Band II, 1903–1925, GA 268, Dornach 1999, s. 347 f.
(3) Rudolf Steiner, Das Ereignis der Christus-Erscheinung in der ätherischen Welt (1910). GA 118, Dornach 1984, s. 159 f.
(4) Rudolf Steiner, Das esoterische Christentum und die geistige Führung der Menschheit (1911/12). GA 130, S. 235.
(5) Vgl. Peter Selg, ‹Es walten die Übel›. Die Nichtweiterführung der Vorträge. In: Peter Selg, Rudolf Steiner und die Vorträge über das Fünfte Evangelium. Dornach 2010, S. 123 ff.
(6)  Rudolf Steiner, Das Ereignis der Christus-Erscheinung … a.a.o., s. 149.
(7) Ebd., s. 25.
(8) Rudolf Steiner, Geschichtliche Symptomatologie (1918). GA 185, Dornach 1982, S. 104.
(9) Rudolf Steiner, Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, V. Apokalypse und Priesterwirken (1924). GA 346, Dornach 2001, s. 239.
(10) Ebd., s. 239 f.
(11) Rudolf Steiner, Aus der Akasha-Forschung. Das Fünfte Evangelium (1913/14). GA 148, Dornach 1992, s. 66.
(12) Rudolf Steiner, Die Weihnachtstagung zur Begründung der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft 1923/24. GA 260, Dornach 1994, s. 69.
(13) Rudolf Steiner, Aus der Akasha-Forschung. a.a.o., s. 278.
(14) Ebd., s. 219.
(15) Rudolf Steiner, Vorstufen zum Mysterium von Golgatha (1913/14). GA 152, Dornach 1990, s. 92.
(16) Ebd., s. 91.
(17) Vgl. Peter Selg, Die Leiden der nathanischen Seele. Anthroposophische Christologie am Vorabend des Ersten Weltkriegs. Arlesheim 2014.
(18) Rudolf Steiner, Vorstufen zum Mysterium … a.a.o. s. 147.
(19) Karl König, Meine zukünftige Aufgabe. Autobiographische Aufzeichnungen und lebensgeschichtliche Zeugnisse. Hg. Peter Selg, Karl König Werkausgabe, Abteilung 12: Zur Biographie Karl Königs. Stuttgart 2008, s. 52.
(20) Brief von Rudi Lissau an Albert Steffen, 24.9.1935. Rudolf Steiner Archiv, Dornach.
(21) Paul Celan, Gesammelte Werke in fünf Bänden. Hg. von Beda Allemann und Stefan Reichert, Band 2, Frankfurt a. M. 1983, s. 23.
(22) Friedrich Hölderlin: ‹Patmos›. In: Sämtliche Werke, Stuttgarter Hölderlin-Ausgabe, Zweiter Band, Stuttgart 1951, s. 165.
(23) Rudolf Steiner, Mantrische Sprüche. Seelenübungen. Band II, a.a.o., s. 341.

Fotos: Peter Selg, Notre-Dame de Paris, Juni 2019

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