Der Wunsch, die Welt zu verändern

Barcelona, Spanien / Buenos Aires, Argentinien. Estudio Moken bietet Unternehmensberatung an, die sich an Prinzipien der ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit sowie an anthroposophischen Grundlagen orientiert. Ein Interview mit Gründerin Laura Bonora.


Wie ist die Idee zu Estudio Moken entstanden?

Aus einem Impuls, der mich seit meiner Kindheit begleitet: dem Wunsch, die Welt zu verändern. Als Jugendliche gab ich diesen Gedanken auf, weil er mir zu groß erschien. Doch nach elf Jahren Berufserfahrung in verschiedenen Unternehmen wurde mir klar, dass wir durch unsere täglichen Interaktionen etwas bewirken können – wie wir mit anderen zusammenarbeiten, Entscheidungen treffen und uns einsetzen. Moken entstand, als ich Wirtschaftswissenschaften unterrichtete: Ich stellte fest, dass die angehenden Unternehmerinnen und Unternehmer nicht nur Inspiration, Kreativität oder Motivation für ihre Ziele brauchten. Sie brauchten auch Struktur, Halt und vor allem Unterstützung: das Gefühl, nicht allein zu sein. Ich begriff, dass ich mein Wissen über Wirtschaft, Strategie und Struktur in den Dienst derer stellen konnte, die ihre Vision in der Welt verwirklichen wollen.

Kannst du Beispiele dafür nennen, wie du Wirtschaft und Nachhaltigkeit in deiner Arbeit verbindest?

Nach mehreren Weiterbildungen zum Thema ökologische und soziale Nachhaltigkeit verstand ich deren Komplexität, insbesondere in Kontexten, in denen wirtschaftliche Profitabilität die Grundvoraussetzung für alles andere ist. In der Geschäftswelt beobachtete ich, dass Nachhaltigkeit oft als Alternative und nicht als integraler Bestandteil dargestellt wird. Deshalb beschlossen wir, Nachhaltigkeit von Anfang an in Moken zu integrieren und sichtbar zu machen. Denn was man nicht sieht, kann man nicht wählen. Oftmals ist das Potenzial für Nachhaltigkeit nicht abwesend, sondern unsichtbar. Unsere Aufgabe ist es, dieses Potenzial praktisch umzusetzen, beispielsweise durch die Zusammenarbeit mit NGOs für soziale Wirkung und mit lokalen Handwerksbetrieben zur Förderung von bewusstem Konsum sowie durch die transparente und ehrliche Darstellung und Kommunikation von Prozessen.

Welchen Herausforderungen begegnest du in deiner Arbeit?

Eine der größten Herausforderungen ist die heutige Kultur der Unmittelbarkeit, in der Ergebnisse oft ohne viel Zeit, Mühe oder Engagement erwartet werden. Gleichzeitig arbeiten wir daran, die Prinzipien der sozialen Dreigliederung in unsere Praxis zu integrieren und diesen Ansatz mit unseren Kundinnen und Kunden und unserem Netzwerk zu teilen, um ihn sichtbarer zu machen. Das ist herausfordernd und beflügelnd zugleich. Eine weitere Herausforderung ist, Projektpartner zu finden, die wirklich aus einem tieferen Sinn heraus arbeiten wollen und nicht nur aus dem Streben nach Ergebnissen oder Profit.


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