Auf Wertegemeinschaften bauen

Auf Wertegemeinschaften bauen

Claudia Grah-Wittich arbeitet in der Elternberatung, der Frühförderung und der Erwachsenenbildung der Freien Bildungsstätte Der Hof. Dort entstanden seit 1974 zahlreiche Angebote für Kinderbetreuung, Elternberatung, Stadtteilarbeit und ein pädagogisch-therapeutisches Zentrum. Seit Kurzem ist Der Hof um ein naturpädagogisches Angebot erweitert worden.


Was ist das Besondere für ein Kind, dass die Hof-Einrichtungen besucht?

Um ein Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf – besagt ein afrikanisches Sprichwort. Statt des Dorfes ist heute eine Wertegemeinschaft um das Kind, das heißt eine gemeinsame Sichtweise wichtig. Das Wesentliche für die Kinder ist das stimmige Miteinander der Menschen und ihrer inneren Haltung dem Kind gegenüber. Das Kind ist ein sich selbst an der Umgebung erziehendes Wesen, das wir respektieren. Kinder finden so Freiraum für ihre autonome Entwicklung.

Was ist anders für die Eltern?

Eltern finden zahlreiche Angebote vor, pädagogische und therapeutische. Doch entscheidend ist, ihnen Anregungen zu geben, aus dem ‹Hamsterrad› auszusteigen und die Kinder wieder in ihrem Tun und Wesen wahrzunehmen. Das regt an, dass Eltern wieder kreativ werden, und wirkt der Erschöpfung entgegen. Wahrnehmen lernen braucht eine Hülle, die Der Hof bietet.

Aus Ihrer Gemeinschaftserfahrung heraus: Wie können wir zukünftige Gemeinschaften für Familien gestalten?

Ich denke, in Zukunft kommt es auf Netzwerke an. Einrichtungen müssen das vorleben. Mit ähnlichen Werten können Familien sich zusammenschließen und gegenseitig unterstützen. Wichtig ist, Familien einen Ort zu geben, an dem sie sich als Ganzes wahrgenommen fühlen. Alle Anregungen sollen für sie sinnhaft, verstehbar und handhabbar sein. Das gibt auch den Kindern Sicherheit.


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Untersuchungen am Ungeborenen

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Einsatz für das neugeborene Kind

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