Sich zu interessieren

Philmont, USA. Wie lebt es sich als junger Mensch in der heutigen Welt? Wir haben nachgefragt. Antworten von Natalia Gillespie, derzeit Künstlerin in Residenz bei Free Columbia.


Was ist dir wichtig in Beziehungen?

Die Bezie­hungen in meinem Leben müssen mein Wachstum fördern. Im Moment priorisiere ich Freundschaften, insbesondere zu Frauen, als lebendige, sich entwickelnde Gefäße. Nur wenn wir uns in ihnen mit beständiger Kreativität, Ehrlichkeit und Leidenschaft einbringen, entstehen Fülle und Wachstum.

Bist du ein Vorbild? Und wenn ja, für wen?

Ich bin ein Vorbild für meine jüngeren Schwestern. Ich versuche, meine Erfahrungen als Frau, Künstlerin, ältere Schwester und Wegbereiterin so zu gestalten, wie ich es mir für sie wünsche.

Wann fühlst du dich glücklich?

Wenn ich so weit wie möglich im Einklang mit der Natur lebe. Wenn ich aufmerksam beobachte. Wenn ich Dankbarkeit für all das spüre, was mein Leben mir gibt.

Welcher Wert hat für dich Gewicht gewonnen?

Ich schätze die Eigenschaft, sich ernsthaft mit dem auseinanderzusetzen, was uns begeistert. In einer von digitalen Technologien geprägten Zeit ist es leicht, sich oberflächlich verschiedene Identitäten anzueignen, ohne sich dabei mit ihren komplexen Hintergründen beschäftigt zu haben. Ernsthafte Auseinandersetzung bedeutet für mich, sich Zeit zu nehmen, Geschichte und Kontext zu verstehen. Sich zu interessieren, auch außerhalb der sozialen Medien. Sie erfordert Präsenz, Demut und Neugierde.

Hast du einen Bezug zu Spiritualität?

Meine Verbindung zur Spiritualität begann mit einer frühen Besessenheit von Kunst. Ich sehe Kunst als einen Weg zum Spirituellen, als transformative Kraft, die die Geheimnisse unserer Existenz erhellt. Meine Arbeit im Atelier ist für mich ein heiliger Ort, in den ich meine Hingabe und Energie fließen lasse, ohne Gewissheit über das Ergebnis.


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