Schnee im Juni

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Buffalo, USA. Gesehen, gefühlt, verstanden: aus dem Leben von Soren Dietzel.


Der Schnee fiel im Juni. Ich lag in meinem Zelt und wartete auf die Sonne. Für mich bedeutete es eine Art Kapitulation, auf 3000 Höhenmetern und meilenweit von jeglicher Zivilisation entfernt zu campen, umgeben von immer weißer werdenden Felsen und von in die Wolken ragenden Berggipfeln. Ich hatte Angst, dass es tagelang schneien würde. Dass es unmöglich werden würde, die 16 Kilometer bis zum Auto zu Fuß zurückzulegen. Eigentlich hatte ich Angst vor der Langeweile. Einige aus unserer Gruppe liefen in die nassen, peitschenden Schneeböen und kämpften sich durch hüfthohe Schneeverwehungen, um ihre eigene Unruhe zu besänftigen. Ich entschied mich dafür, mich auf einen Stein am Hang zu setzen, oberhalb eines gurgelnden, rauschenden Baches. Während mein Körper bewegungslos im Schneetreiben verharrte, ließ die Flamme meines Geistes den Moment in bunten Farben erleuchten. In meiner Kapitulation vor dem Bighorn-Gebirge, hoch über Wyoming, formten sich Schnee und Wasser zu einer inneren Stille, in der meine Seele und Vorstellungskraft von rauschendem Leben erfasst wurden.


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Bild Soren Dietzel

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