Philosophie der Freiheit in der Coronakrise

Während den einen die Einschränkung bürgerlicher Freiheiten im Namen von Solidarität und Infektionsschutz nicht schnell und weit genug gehen kann, halten andere die Coronapandemie für mehr oder weniger heiße Luft und lehnen staatliche Maßnahmen zu ihrer Bekämpfung strikt ab. Thomas Morgenroth und Philip Kovce suchen Auswege aus dieser verfahrenen Situation – und finden sie im ethischen Individualismus.


Weltweit schränken Staaten die Grundrechte ihrer Bürger derzeit drastisch ein – mit der Begründung, die Coronapandemie sei einzig und allein auf diese Weise in den Griff zu bekommen. In Deutschland empfahl die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina in einer Ad-hoc-Stellungnahme vom 8. Dezember 2020 einen «harten Lockdown». Er sei «aus wissenschaftlicher Sicht unbedingt notwendig», heißt es in der Stellungnahme.1 Wenige Tage später einigten sich Bund und Länder tatsächlich auf entsprechende Maßnahmen.2

Allerdings scheint durchaus Skepsis geboten, wenn Wissenschaftler Grundrechtseingriffe als ‹unbedingt notwendig› erachten. Beachtlich ist jedenfalls, dass der in Lausanne lehrende Wissenschaftsphilosoph Michael Esfeld, selbst Leopoldina-Mitglied, noch am Tag der Veröffentlichung der Ad-hoc-Mitteilung ein Protestschreiben an seinen ‹Kollegen›, den ETH-Klimaforscher und Akademiepräsidenten Gerald H. Haug, sandte, worin er die Stellungnahme – an der Esfeld nicht mitgewirkt hatte – «mit Bestürzung» zur Kenntnis nahm und den Präsidenten «höflichst» bat, sie «umgehend als Stellungnahme der Leopoldina zurückzuziehen».3 Das geschah freilich nicht.

Esfeld war vor allem aufgrund dreier Gesichtspunkte «bestürzt»:

Erstens seien Strategien zum Umgang mit der Ausbreitung des Coronavirus im «engeren Kreis der Experten von Virologie und Epidemiologie» durchaus «umstritten». Plädierten einige für «scharfe politische Maßnahmen», favorisierten andere einen «nur auf die Risikogruppen fokussierten Schutz».

Zweitens sei im «weiteren Kreis der Wissenschaftler höchst umstritten», ob der Nutzen «scharfer» Maßnahmen deren Schäden aufwiege. Es lägen zum Beispiel «zahlreiche» Studien vor, «gemäß denen die verlorenen Lebensjahre den maximal erreichbaren Nutzen geretteter Lebensjahre um ein Vielfaches übersteigen».

Drittens gebe es jenseits utilitaristischer Erwägungen in der auf Kant zurückgehenden ethischen Tradition gute Gründe, Freiheitsrechte «auch in der gegenwärtigen Situation für unantastbar zu halten». Zur Würde des Menschen gehöre «insbesondere die Freiheit, selbst entscheiden zu dürfen, was die jeweilige Person als ein für sie würdiges Leben erachtet und welche Risiken sie für diesen Lebensinhalt einzugehen bereit ist in der Gestaltung ihrer sozialen Kontakte».

Weil die «einseitige» Leopoldina-Stellungnahme auf diese drei fundamentalen Gesichtspunkte mit keinem Wort eingehe, «verletzt» sie laut Esfeld «die Prinzipien wissenschaftlicher und ethischer Redlichkeit». Einen «Missbrauch von Wissenschaft» im Zuge der Coronakrise hatte Esfeld bereits im Juni 2020 in der ‹Wochenschrift› (Nr. 23/2020) angeprangert.

Das ‹Leopoldina-Desaster›4 bestätigt schließlich einen Befund des Historikers René Schlott, nämlich dass die «offene Gesellschaft» inzwischen «unter Pandemievorbehalt» stehe: «Unter Verdacht und Rechtfertigungsdruck stehen heute nicht mehr diejenigen, die Freiheiten einschränken, sondern diejenigen, die sie einfordern.»5

Unter Verdacht und Rechtfertigungsdruck stehen heute nicht mehr diejenigen, die Freiheiten einschränken, sondern diejenigen, die sie einfordern.

Wer trotz dieses Befunds Freiheitsrechte nicht nur in kantischer, sondern auch in der Tradition des von Rudolf Steiner begründeten ethischen Individualismus unbedingt zu schätzen weiß, der wird umso mehr nach Lösungen suchen, die es in dieser und etwaigen kommenden Pandemien ermöglichen, Freiheitsrechte und Infektionsschutz nicht gegeneinander auszuspielen. Dazu in aller Kürze einige Vorschläge.

Sollte der Deutsche Bundestag eine ‹epidemische Lage von nationaler Tragweite› oder der Schweizer Bundesrat eine ‹besondere› oder ‹außerordentliche Lage› feststellen, gilt es, Freiheitsrechte nicht kollektiv einzuschränken, sondern individuell zu stärken. Dafür müssten Risikogruppen nicht statistisch, das heißt abstrakt definiert werden; vielmehr sollte sich jeder Einzelne ganz konkret als Risikoperson einschätzen – oder eben nicht.

Wer sich selbst als Risikoperson begreift, der kann zunächst aus freien Stücken darauf achten, Abstand zu wahren und Kontakte zu meiden (‹free social distancing›). Wo das im öffentlichen Raum oder im Berufsleben unpraktikabel ist, da kann er sich maskieren. Des Weiteren kann er sich nach Möglichkeit impfen lassen. Schutzmasken und Schutzimpfungen sollten aus öffentlichen Mitteln finanziert werden.

Außerdem sollte allen Risikopersonen das Recht eingeräumt werden, jederzeit einen Lockdown in eigener Sache zu verhängen (‹free lockdown›). Nach behördlicher Anmeldung stünde ihnen für die Zeit freiwilliger Quarantäne im Falle von Einkommenseinbußen eine Art Pandemieeinkommen zu, dessen Höhe sich an den bisherigen Einkünften orientieren müsste. Sollte unter Umständen triagiert werden müssen, ließen sich entsprechend registrierte Risikopersonen bevorzugt behandeln.

Selbstbestimmung und Eigenverantwortung würden auf diese Weise gestärkt, Politiker und Wissenschaftler vor falscher, bevormundender Verantwortungsübernahme bewahrt. Risikopersonen und Nicht-Risikopersonen, mithin sämtliche mündigen Bürger, könnten unter diesen Bedingungen, die Grundrechte und Infektionsschutz gleichermaßen würdigen, ein weitaus freieres und gesünderes Leben führen, als es all die kostspieligen pandemischen Zwangsmaßnahmen aktuell erlauben.


Titelbild: Francesco Ungaro/Unsplash (bearbeitet)

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Fußnoten

  1. Leopoldina/Stellungnahme Corona
  2. Bundesregierung/Beschluss-mpk-data
  3. Prof. Dr. Esfeld Protestschreiben
  4. Die Welt/Angela-Merkel-und-das-Leopoldina-Desaster
  5. Deutschlandfunkkultur/Pandemie und Freiheitsrechte
  1. ich frage mich auch schon eine Weile, wie aus dieser derzeitigen Sackgasse wieder herausgefunden werden kann, jetzt, nachdem die zuletzt angedachte Lösung der Impfung auch wieder nicht zu funktionieren scheint. Viel mehr als `neue, wirksame Medikamente´ist mir zunächst nicht eingefallen.
    Um wieviel besser die Idee der Individualisierung und Selbstdefinition (auf Wunsch mit ärztlicher Beratung)einer „zu schützenden Person“.
    Hi,
    ich frage mich auch schon eine Weile, wie aus dieser derzeitigen Sackgasse wieder herausgefunden werden kann, jetzt, nachdem die zuletzt angedachte Lösung der Impfung auch wieder nicht zu funktionieren scheint. `Neue, wirksame Medikamente´ wäre dann wohl der nächste Schritt, die natürlich auch nicht bei jedem helfen.
    Um wieviel besser die Idee der Individualisierung und Selbstdefinition (auf Wunsch mit ärztlicher Beratung) einer „zu schützenden Person“.
    Vielleicht würde die tägliche Praxis nicht immer einfach sein, wenn sich z.B. der Opa, der sich als schützenswert einstuft, in einer Familie lebt, deren Mitglieder sich selbst nicht so einstufen. Aber auch da könnte man sich bei entsprechender gegenseitiger Rücksichtnahme Lösungen vorstellen.
    Schon schwieriger könnte sich die allenthalben spürbare Missgunst auswirken, wenn schützenswerte Personen Zuwendungen erhalten, die anderen verwehrt sind. Wir sehen ja, dass nicht einmal Personen, die aufgrund ihrer gesundheitlichen Verfasstheit von der Maskenpflicht befreit sind, vor Anfeindungen einiger Mitbürger sicher sind. Hier hätte ich mir längst gewünscht, dass Politiker und Medien auch den Schutz solcher Personen einfordern, und sie nicht per se als Maskenverweigerer anprangern.
    Ich hoffe sehr, dass Ihre Idee Eingang in die Diskussion um den besten Umgang mit schützenswerten Personen findet; sie könnte sich als Ausgang am Ende der Sackgasse erweisen und auch eine strategisch sinnvollere Annäherung an ähnliche künftige Probleme bieten.

  2. Ihr Glaube an das Gute im Menschen in Ehren, aber wir haben doch erlebt, dass Appelle alleine nicht funktionieren. Nur deshalb musste der harte Lockdown kommen.
    „Wo das im öffentlichen Raum oder im Berufsleben unpraktikabel ist, da kann er sich maskieren“
    Auch das hilft nur begrenzt, die Aerosole sollten besser beim Ausatmen daran gehindert werden sich zu verteilen.
    Und lese ich das richtig, dass Sie hier eine Priorisierung in der Triage allein aufgrund einer Registrierung vorschlagen? Das halte ich für höchst problematisch.
    Auch die Studien „gemäß denen die verlorenen Lebensjahre den maximal erreichbaren Nutzen geretteter Lebensjahre um ein Vielfaches übersteigen“ würden mich interessieren. Eine derartige Abwägung von Nutzen und Lebensjahren ist m.E. kaum seriös möglich.

    Unterm Strich halte ich die gemachten Vorschläge damit, leider, für utopisch.

  3. Danke Manuel!
    die im Artikel (s.a. Great Barrington Declaration) gemachten Vorschläge und Gedanken sind schlimmer noch: menschenverachtend gefährlich und mit der Ethik Steiners Philosophie der Freiheit kaum zu rechtfertigen.
    Für mich ist es beschämend, dass diese Zeitschrift fortlaufend solche Artikel veröffentlicht, ich verstecke sie seit März letzten Jahres vor meinen Kindern und Freunden)))

    1. Nein,finde ich nicht menschenverachtend.
      Ich verstehe nicht ,wieso Sie sich wegen der Zeitung schämen,ich fand den Artikel sehr gut.Vlt sollte man ein Zeitung,für die man sich schämt,abbestellen?
      Menschenverachtend finde ich eher,das es uns egal ist das Länder wie Afrika,die schon eh an dem von uns vorallem verursachten Klimawandel so leiden nun auch die ersten sind die wegen der Lockdowns nich mehr Hunger und Tod verzeichnen müssen..
      Und das uns das wieder egal ist..
      Oder wenn Menschen per se als asozial,rechts,Vt usw gelten,nur wenn sie kritisch sind…das wir alle kaum nich eine andere Meinung aushalten uswusw.
      Die Who hat noch vor den Lockdowns gewarnt im Oktober.(Es bringt mehr Leid als Nutzen)
      Trotzdem wird das alles gnadenlos immer weiter durchgezogen.

  4. Danke für den Denkanstoß

    „Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hat angemahnt, dass der Bund und die Länder bei den Corona-Maßnahmen auf so viel Freiheit wie möglich setzen sollten. „Es ist schier unmöglich, per Gesetz jeden Corona-Todesfall zu verhindern“, sagte der CDU-Politiker der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Es bleibe zentral, „dass die Exekutive die Verantwortung des Einzelnen fest im Blick hält und auf so viel Freiheit wie möglich setzt“. Es sei seine Grundüberzeugung, dass die Politik die Abwägung zwischen dem Schutz des Lebens und den Nachteilen der Anti-Corona-Maßnahmen „nicht komplett per Verordnung oder Gesetz auflösen kann, sondern dass die Verantwortung auch in den Händen der Ärzteschaft, von Wissenschaft und Ethikern liegt“.“

    Quelle FAZ

  5. Exakt die Position, die ich bezüglich des Umgangs mit dem Virus schon immer vertrete!
    Allerdings geht es schon längst nicht mehr um reinen Gesundheitsschutz… falls dieser überhaupt je bezweckt gewesen sein sollte. Die Angenda ist eine ganz andere, und die Pandemie lediglich der willkommene Vorwand. Folglich sollte man keine weitere Sekunde darauf verschwenden, über Gesundheitsfragen, Zuständigkeiten und (Eigen-)Verantwortlichkeiten zu philosophieren. Jetzt muss man sich vielmehr unverzüglich und mit allen Mitteln auf die Wiederherstellung der Rechtsstaatlichkeit konzentrieren!

  6. Der Vorschlag von Ihnen ist sehr egoistisch und vereinfacht gedacht. Wenn ich es richtig verstehe, sollen alle Risikogruppen sich einfach wegschließen und alle „anderen“ können wie gewohnt weitermachen?
    Und wer pflegt und besucht die Risikogruppen? Survival of the fittest?

    Ich habe das Gefühl dass Sie vergessen haben dass wir in einer Gesellschaft leben die sozial ist und sich gegenseitig unterstützt.

    Ich hatte mir immer erhofft dass ich hier auch mal einen differenzierten Artikel lesen kann, aber anscheinend gibt es nur noch das eine. Schade

    1. Es scheint, als ob Sie nicht dazu in der Lage sind, die bisher wohl bewährten Dienstleistungen in augenschein zu nehmen. Nur weil diese nicht direkt benannt werden, heißt es nicht, dass die Autoren dies nicht miteinbeziehen in ihre Gedankengänge.
      Es scheint, als ob Ihnen nämlich das Vertrauen fehlt, dass Menschen aneinander denken und anerkennen.

  7. Danke für ihre Stellungsnahme. Auch wir erleben hautnah die Auswirkungen welche diese Freiheitsbeschränkungen z.B. im Altersheimen bewirken können. Diese Menschen wurden im ersten Lookdown in ihren Zimmern eingesperrt und sogenannt behütet..ohne gefragt zu werden! Nach dem Lookdown: die Muskeln dieser Menschen haben sich abgebaut..sie konnten nicht mehr laufen…teils benötigten Sie Gehilfen, teils waren sie bereits im Rollstuhl. Ihr Immunsystem (ohne frische Luft, Sonne und Bewegung während der gesamten Zeit) war danach entsprechend geschwächt. Zudem waren Sie eingeschüchter.. sie erlebten, dass in ihren alten Tagen über Sie bestimmt wurde….und eine Interessenvertretung zu ihren Gunsten habe ich nirgends entdeckt. Nicht zu vergessen die vielen Erlebnisse von Angehörigen, welche ihre sterbenden Eltern nicht mehr besuchen durften. Möglich, das es nicht in allen APH gleich gehandhabt wurde und dass die Verantwortlichen überfordert waren, dennoch sollten wir die Situation für den nächsten Lookdown nochmals überprüfen. Zum Schluss: Zeitungen und TV haben nicht zur Entspannung und breiter objektiver Betrachtung beigetragen ..Sie sahen ihre Aufgabe in der Panikmache und Fehlersuche …dies ist meine Meinung aus persönlicher Erfahrung.

  8. Die gesamte Wissenschatlichekeit steht auf dem Spiel – alles das, was in Jahrhunderten aufgebaut wurde, versinkt gerade in der Unglaubwürdigkeit.
    Statt faktenbasierten Zahlen als grundlage zu nehmen, werden Fernsehbilder haerangezogen („die Bilder von Bergamo“), um Politik und Freiheitsentzug zu rechtfertigen.
    Nein, es braucht keinen „Dialog“ zwischen wirklicher Wissenschaft und den Politikdarstellern, die im Auftrage welcher Mächte auch immer gerade eine globale Hygienediktatur der Banken und Pharmaunternehmen zu errichten versuchen. Es braucht nur klares, selbständiges, faktenbasiertes Denken und den Fokus auf einfache, bekannte und bewährte Konzepte.
    Weiteres gerne hier:
    https://dietmarferger.de/wir-muessen-keine-angst-vor-einem-virus-haben/

  9. Schweden zeigt: Der Virus kennt keine Ethik der Freiheit. Er ist brutal, überträgt sich ohne Kontaktbeschränkung rasant und kümmert sich wenig um Philosophie.

    1. Ich hoffe, das ist ironisch gemeint.
      Schweden hatte 2019 eine Untersterblichkeit von über 4.000 Menschen, im Frühjahr 2020 eine Übersterblihckeit von etwa 3.000 Menschen, und anschließend wieder eine neidrigere Sterbefallrate als im Durchschnitt.
      Auf 2 Jahre gesehen gibt es also immer noch eine Untersterblichkeit.

  10. Hallo,
    Seit Beginn letzten Jahres beobachte ich diese ganze ( geradezu religiöse ) Coronaentwicklung mit großer Sorge !
    Da grauenhaft viel gelogen und getrixt wird , muss sich Keiner wundern , dass Verschwörungstheorien aus dem Boden sprießen!
    Das Furchtbare ist auch , dass diese sich auch nach und nach bewahrheiten …
    Solange aber auch die Menschen am Goetheanum ( zusammen mit einem großen Teil der restlichen Bevölkerung)an das Narrativ der Pandemie glauben , läuft der ganze Unsinn weiter fort !
    Wenn Keiner mehr dran glauben würde , wäre all Das auf einen Schlag vorbei !

    Wo bleiben denn die ganzen anthroposophischen Ärzte ?
    Die kucken sich das doch auch schon seit fast einem Jahr an ….
    Die können doch nicht Alle Angst haben ihre Zulassung zu verlieren ?

    Die ganze Hysterie ,die da geschürt wird beruht ja letztendlich auf einem völlig untauglichen Test ( PCR), der dann auch noch dazuhergenommen wird den Menschen vorzugaukeln , Jeder „positiv“ getestete ist potenziell schon fast tot und bringt noch viele Weitere um !

    Das ist die GRÖSSTE LÜGE von Allen !

    Bitte macht Euch mal in Eurem goetheanischen Denkelfenbeinturm die Mühe das zu recherchieren …
    Wäre hilfreich .
    Ich hoffe Ihr wacht mal auf ?
    Der obige Artikel ist ja schon mal ein Anfang ,
    also Danke erstmal
    Und Grüße Martina Heller-Krug
    ( Mutter von 4 Söhnen und 6Enkelkindern )

  11. Ihre Auseinandersetzung mit dem Thema ist wertvoll und ich danke dafür. Aber bei aller Wertschätzung der Freiheit des Individuums, seiner Rechte, auch Grundrechte, auch unter Berücksichtigung der hoch geschätzten „Philosophie der Freiheit“ (die ich immer wieder studiere und in mein Leben zu integrieren suche !), mir steht in der hier gezeigten Beurteilung die Freiheit des Eizelnen zu sehr im Vordergrund, die Gesundheit der Mitmenschen, die Rücksichtnehme auf ihn, vernachlässigend. Wo bleibt das Ziel „Liebe Deinen Nächsten wie dich selbst“ verstanden ? Meine eigene Freiheit darf doch wohl nicht derjenigen meiner Mitmenschen vorangestellt werden, oder …? Mein Verständnis des ethischen Individualismus erlaubt solche Präferenzen jedenfalls nicht.

    1. Precies.
      Vrijheid bestaat toch niet in het wel of niet moeten dragen van een mondkapje…
      In het verkeer rijdt iedereen hier rechts. Mocht je naar Engeland of Kenia verhuizen, verlies je dan je vrijheid als je links gaat rijden?

    2. Mich dünkt es, sie setzen Freiheit automatisch gleich mit Rücksichtslosigkeit. Dabei ist es eben nicht Freiheit um der Freiheit willen, sondern eine ethische Freiheit. Die beinhaltet für mich selbstverständlich Rücksichtnahme und Respekt vor anderen Meinungen und Praktiken. Wie anders fühlt es sich jedoch an, wenn diese von einer Autorität als richtig, notwendig und gut verordnet wird, oder eben, wenn ich aus Freiheit eine solche Entscheidung treffe. Dann kann ich diese hundertprozentig befürworten und aus freiem Willen umsetzen, wo es angebracht ist.

  12. Autsch! Genau wegen solcher Mißbräuche – hier der „Pholophie der Freiheit“ – sage ich immer, dass ich Steinerleser bin, aber nicht Anthroposoph!

    Was einen Menschen zur „Risikoperson“ macht, müßte zumindest kurz skizziert werden. Andernfalls lese ich das so, wie unsere Regierungen handeln, nämlich dass sie uns fast vollständig auf unseren physischen Körper reduzieren.

    Was die Lösungsvorschläge betrifft, kann ich nicht folgen.
    Bspw. schreiben Sie, „vielmehr sollte sich jeder Einzelne ganz konkret als Risikoperson einschätzen – oder eben nicht.“ Also zu dieser steilen These hätte ich gerne nähere Ausführungen.

    Sie schreiben: „Sollte unter Umständen triagiert werden müssen, ließen sich entsprechend registrierte Risikopersonen bevorzugt behandeln.“
    Verdammich, das ist aber wohl nicht so wirklich ernst gemeint?

    Randthema: Dass die Masken keinen oder nur einen sehr geringen Schutz bieten (und auch nur bei korrekter Benutzung!), wird auch einfach ignoriert.

  13. Ich schätze die Philosophie der Freiheit sehr, zumal richtig verstanden und durchdacht, dadurch klares Denken ausgebildet werden kann und zudem die Bewusstseinsbildung auf allen beschriebenen Ebenen gefördert werden kann. Umso mehr wundert mich wie wenig davon wirklich ergründet wird, denn sonst würden viel mehr Menschen bei klarem Bewusstsein intuitiv erkennen was gerade wirklich passiert. Nur dazu braucht es HERZINTELLIGENZ und Bewusstsein über die eigenen dunklen Schattenseiten, durch die aktuell viele Menschen individuell und kollektiv gekapert worden sind. In dem Buch Dispelling Wetiko, Breaking the Curse of Evil, Paul Levy wird sehr eindrücklich beschrieben was gerade passiert und schon immer so geschehen ist.
    Rudolf Steiner schreibt doch auch schon in seinen Schriften über Seuchen und Epidemien wie solche Geschehen einzuschätzen sind.
    Wer sich mit Erkenntnissen der Quantenphysik beschäftigt findet dort ebenso klare Einsichten um sich eine unabhängige Position zu erarbeiten.

  14. Solange wir es uns gestatten die Situation von möglichst vielen Seiten her zu betrachten, und dies sozusagen trainieren, sind wir lebende Beispiele wie man eine Basis schafft die der „Corona-Diktatur“ vorbeugt.
    … In den Eigenschaften aber, in denen sich die Einzelpersönlichkeit von dem allgemeinen Gattungscharakter abhebt, liegt auch der Grund zu den individuellen Ausgestaltungen der Wahrheit. Nicht darauf kommt es an, dass in dem einen Menschen die Wahrheit anders erscheint als in dem andern, sondern darauf, dass alle zum Vorschein kommenden individuellen Gestalten einem einzigen Ganzen angehören, der einheitlichen ideellen Welt. Die Wahrheit spricht im Innern der einzelnen Menschen verschiedene Sprachen und Dialekte; in jedem großen Menschen spricht sie eine eigene Sprache, die nur dieser einen Persönlichkeit zukommt. Aber es ist immer die eine Wahrheit, die da spricht. «Kenne ich mein Verhältnis zu mir selbst und zur Außenwelt, so heiß‘ ich’s Wahrheit. Und so kann jeder seine eigene Wahrheit haben, und es ist doch immer dieselbige.» (Lit.:GA 6, S. 65f)
    https://youtu.be/l1Jlt6hVQB0 Webinar – El enfoque de Bolivia para Prevenir o Curar el Covid-19: ClO2 …
    https://youtu.be/fBnxaCDhsE8 Eppstein Barr Virus, HPV und Co. | Andreas Kalcker | NaturMEDIZIN | QS24…
    https://youtu.be/iJmzgXqzk_c Corona COVID-19 ohne Panik – Prophylaxe und kurativen Therapie mit hoT-N…

  15. „Thema verfehlt“ würde ich als ehemaliger Deutschlehrer sagen. Ich habe den Artikel gelesen, weil in der Überschrift ein Bezug der Philosophie der Freiheit mit der Corona-Sitation versprochen wurde. Stattdessen wurden nur sehr persönliche Ansichten zum Thema Freiheit, die man ja so haben kann, in den Ring geworfen. Und das vom Goetheanum veröffentlicht. Sehr enttäuschend. Aber es gibt doch bestimmt im Goetheanum Wissenschaftler und insbesondere Geisteswissenschaftler, die einen hier versprochenen Bezug herstellen könnten. Mit besten Wünschen und gutes Gelingen!

    1. Ich kann mich Ihrem Kommentar nur anschließen. Alles in allem ein flacher Artikel, der den Bezug zur Philosophie der Freiheit nur sehr vordergründig erkennen läßt, aber damit in der Überschrift wirbt. Ohne auf die einzelnen Vorschläge zur Corona-Sache einzugehen (diese sind nicht neu und wurden in den letzten Monaten rauf und runter diskutiert), frage ich mich auch, wie das im Goetheanum veröffentlicht werden kann. Man macht sogar den größten Fehler, wenn man glaubt, man könne den zweiten Teil des Buches einfach so al „Konzept“ anwenden, ohne das der einzelne den ersten Teil als „Erfahrung“ erlebt hat.

  16. Die Maßnahmen zur Bewältigung der Corona-Pandemie werfen Fragen auf. Dass diese auch im Goetheanum aufgegriffen werden finde gerechtfertigt und wäre hilfreich, wenn sie nicht so einseitig wären! Die hier aufgeführten Vorschläge basieren nach meiner Einschätzung auf einem sog. ethisch gerechtfertigt Egoismus. Individualismus heisst für mich nicht, dass meine Verantwortung für andere unberücksichtigt bleibt.

  17. Die Massnahmen zur Bewältigung der Corona-Pandemie werfen Fragen auf. Da finde ich es gerchtfertigt, dass im Goethanum Beiträge erscheinen und es wäre hilfreich, wenn sie nicht derart einseitig und teilweise zu theoretisch wären. Für mich scheint eine fragwürdige Grundhaltung durch. der sog. ethisch gerechtfertigte Egoismus. Indivualismus schliesst für mich die Verantwortng, oder das „Mit-berücksichtigen“ der anderen nicht aus meinem Fokus aus.

  18. Die Massnahmen zur Bewältigung der Corona-Pandemie werfen Fragen auf. Da finde ich es gerechtfertigt, dass im Goetheanum Beiträge erscheinen und es wäre hilfreich, wenn sie nicht derart einseitig und teilweise zu theoretisch wären. Für mich scheint eine fragwürdige Grundhaltung durch. der sog. ethisch gerechtfertigte Egoismus. Individualismus schliesst für mich die Verantwortung, oder das „Mit-berücksichtigen“ der anderen nicht aus meinem Fokus aus.

  19. (bezugnehmend auf Wagner in seiner Bestärkung Wellbrucks)
    …zu allen drei Punkten: ja, exakt! und dann auch genau das Kapitel IX lesen (Die Idee der Freiheit), ganz besonders seine letzten Seiten, und merken: ach, der wirklich freie Geist setzt sich ja gar nicht über den gesellschaftlichen Konsensus und gesundheitliche Notwndigkeiten hinweg oder in Widerspruch, er anerkennt sogar die sittlichen Intuitionen der staatsführenden Geister und macht sie zu seinen eigenen!
    (oder aber versucht bessere durchzusetzen, zu denen die des obigen Artikels gewiss nicht gehören)

  20. Ich finde den Inhalt des Artikels gut und kann ihm im Grunde zustimmen. Jedoch fehlt auch mir der engere Bezug zur Philosophie der Freiheit. Das würde mich ernsthaft interessieren, grade von Philipp Kovce.
    Eine Art eigene kleine Reihe in Folge könnte überaus spannend sein und zum Mitdenken anregen!
    Ich sehe auch eine kleine Übereinstimmung zum Thema BGE. Da herrscht ja auch eine Vertrauensfrage, in etwa: „Was würde ich tun, wenn für mein Einkommen gesorgt wäre? Und vertraue ich meinen Mitmenschen, dass auch deren Tun mit mir in Übereinkunft steht?“ Oder so ähnlich!

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