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Gespräch zu den ‹Steiner Studies›

Bei der Konstitution des Beirates der akademischen Zeitschrift ‹Steiner Studies› unter der Herausgabe von Christian Clement und Hartmut Traub sahen sich Wolf-Ulrich Klünker und Jost Schieren neben Zuspruch auch Kritik und disqualifizierender Polemik ausgesetzt.


Auf Einladung der Goetheanum-Leitung kamen nun Peter Heusser, Armin Husemann, Martin Basfeld als Autoren eines kritischen offenen Briefes zur Teilnahme im Beirat sowie Wolf-Ulrich Klünker und Jost Schieren, die nun im Beirat mitarbeiten werden, zu einem Austausch zusammen. Neben acht Mitgliedern der Goetheanum-Leitung saßen außerdem Peter Selg und Angelika Sandmann am Tisch. Es zeigte sich laut Christiane Haid wieder, wie viel besser man sich bei entgegenstehenden Positionen versteht, wenn man im Gespräch die Gedanken und Gefühle austauscht und nicht nur voneinander liest (‹Goetheanum› 48/2019). Es seien sich alle darüber einig gewesen, dass man sich einem öffentlichen Diskurs, wie beispielsweise in den ‹Steiner Studies› angestrebt, nicht entziehen könne und deshalb jeder frei sein müsse, sich daran zu beteiligen. Auch stimmten alle Angereisten darin überein, dass die Studien von Helmut Zander zu Rudolf Steiner und zur Anthroposophie wegen der Fülle an fehlerhaften oder unvollständigen Darstellungen nicht als ‹wissenschaftlich seriös› einzuordnen seien. Dass diese Publikationen dennoch den öffentlichen Diskurs über Anthroposophie prägen, zeige, so Justus Wittich, dass die Freie Hochschule für Geisteswissenschaft hier nicht den «wissenschaftlichen Erkenntnishorizont» erreicht habe, um mit ihren Studien auf diesem Feld öffentlich wirksam sein zu können. Zwar gebe es einzelne Arbeiten, aber kein tragfähiges Gesprächsfeld über Methoden anthroposophischer Forschung.

Armin Husemann brachte vor, dass Helmut Zander in «Anthroposophie in Deutschland» Rudolf Steiner Lügen vorwerfe und nach Zander Steiner befangen sei in einer «Selbstverurteilung zur Unwahrheit» (S. 463). Jost Schieren begründete daraufhin, warum man Zander als Dozent in der Alanus-Hochschule einlade. Die Frage, wer der Forderung von Friedwart Husemann folge, dass die Kooperation mit Zander im Beirat, sich mit der Redaktion der Zeitschrift ‹Anthroposophie› nicht vertrage, verneinten alle Anwesenden mit einer Ausnahme.

Christiane Haid ergänzte, am Treffen habe sich gezeigt, dass sich anthroposophische Naturwissenschaft und anthroposophische Geisteswissenschaft (im akademischen Sinne) noch kaum verstehen. Anlässlich der ‹Steiner Studies› solch einen Gesprächsraum zur Anthroposophie und zur akademischen Wissenschaft am Goetheanum zu bieten, hätten alle Teilnehmenden geschätzt. «Bei einer nächsten Streitfrage sollten wir dann noch etwas schneller reagieren», formulierte Justus Wittich die Hausaufgabe für das Goetheanum.

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