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Einer modernen Gesellschaft angehören

Spanien ist geschichtlich ein umkämpftes Gebiet mit autonomen Regionen; zugleich war Spanien selbst kolonalistisch aktiv. Heute ist die Identität seiner Bevölkerung von der Verbindung verschiedener Kultureinflüsse geprägt. Florencio Herrero, Arzt und neuer Landesrepräsentant der Anthroposophischen Gesellschaft in Spanien, berichtet über sein Heimatland. Das Gespräch führte Sebastian Jüngel.


Was hat Spanien im Laufe seiner Geschichte zu einem umkämpften Gebiet gemacht? Spanien nimmt einen strategischen Platz im Mittelmeerraum ein – mit vielen Kilometern Küste und damit sehr offen und für die Außenwelt durchlässig. Dies hat dazu beigetragen, dass es für andere Kulturen und Religionen ein Tor nach Europa ist, auch für Flüchtlinge, hauptsächlich aus Afrika. Die Römer, Religionen wie der Katholizismus und der Islam und die Militärdiktatur haben einen lähmenden Einfluss auf die Entwicklung der Seele des spanischen Volkes ausgeübt. Die positive Antwort darauf war eine vor allem künstlerische Fusion in Bereichen wie Architektur, Malerei, Skulptur und Musik.

Wie entwickelte sich die Anthroposophie in Spanien? Anthroposophie ist erst spät – nach den 1970er-Jahren – in Spanien bekannt geworden; die Phase von Franco und dem sozialen und spirituellen Totalitarismus, der durch das politische Regime repräsentiert wurde, musste erst beendet werden. Der Beitrag der Anthroposophie ist die Entwicklung einer freien und verantwortungsbewussten Individualität, mit der man sich in Solidarität mit der Umwelt verbinden kann.

Wenn die Anthroposophische Gesellschaft in Spanien ihr Patient wäre, was würden Sie ihr sagen? Ein immer wieder aktuelles Problem und womöglich das drängendste ist die Fragmentierung von anthroposophischer Bewegung und Anthroposophischer Gesellschaft. Obwohl sie mittlerweile in Spanien Wurzeln geschlagen haben, braucht es meiner Meinung nach mehr Zusammenhalt und Kooperation. Darum hat sich der aktuelle Vorstand zum Ziel gesetzt, das Gefühl der Zugehörigkeit zu einer modernen Gemeinschaft zu fördern, die im Dienste der Menschen und der heutigen Problemlösungen stehen will. Wir fördern dies durch Treffen mit aktiven Mitgliedern und Vertretern der verschiedenen Gruppen sowie durch Arbeitstreffen mit den anthroposophischen Berufsverbänden.

Sie selbst sind auf Youtube präsent. Wie bringen wir den anthroposophischen Impuls in die Welt? Eine Frage, die wir uns stellen: Wie visualisieren wir anthroposophische Aktivitäten? Wie finden die Anthroposophie diejenigen, die eine bewusste Spiritualität suchen, besonders in einem Land, in dem sie noch wenig bekannt ist. Wir müssen versuchen, den anthroposophischen Impuls durch alle Medienformen bekannt zu machen.


Mehr www.sociedadantroposofica.com; Youtube-Interview: www.youtube.com/watch?v=dl5rHb6LWCg

Bild Florencio Herrero. Foto: Sebastian Jüngel

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