Alles Spielen ist ein Gespieltwerden

[…] ‹alles Spielen ist ein Gespieltwerden›. Der Reiz des Spieles, die Faszination, die es ausübt, besteht eben darin, dass das Spiel über den Spielenden Herr wird. Auch wenn es sich um Spiele handelt, in denen man selbst gestellte Aufgaben zu erfüllen sucht, ist es das Risiko, ob es ‹geht›, ob es ‹gelingt› und ob es ‹wieder gelingt›, was den Reiz des Spieles ausübt. Wer so versucht, ist in Wahrheit der Versuchte. Das eigentliche Subjekt des Spieles […] ist nicht der Spieler, sondern das Spiel selbst.

Hans-Georg Gadamer, aus: Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik. Tübingen 1960, S. 101 f.


Im Spiel gehe ich ganz auf in einer Wirklichkeit, deren Subjekt ich nicht bin – Spielfreude, Risiko und Verwandlung ermöglichen die Hingabe an das Gespieltwerden.


Auswahl und Kommentar von Johanna Lamprecht

Zeichnung von Philipp Tok

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