Sinn für tiefere Wirklichkeit

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Wolfgang Müller ist bekannt für seine Publikationen zur Anthroposophie. In einem Vortrag am Goetheanum wendet er sich der entspiritualisierten Neuzeit zu und stellt die Frage, wie wir in diesem Kontext einen Sinn für tiefere Wirklichkeiten wecken können. In einem Vergleich der verschiedenen Epochen und Kulturen, von der ‹Odyssee› über die ‹Bhagavad Gita› bis zu Goethes ‹Faust›, stellt er fest, dass alle alten Kulturen davon ausgingen, dass es nicht nur eine sichtbare und anfassbare Welt gibt, sondern auch eine unsichtbare Welt, die für das menschliche Leben mindestens genauso relevant ist wie die sichtbare. Diese geistige oder auch göttliche Welt war damals etwas Selbstverständliches; in der Moderne ist sie es jedoch nicht mehr. Dieselben Gedanken existieren zwar immer noch, stehen aber unter einem Rechtfertigungsdruck, müssen ihre Daseinsberechtigung erklären. Vor diesem Hintergrund spricht Müller über die Sehnsucht nach einer geistigen Heimat, über die Härte der Abweisung und über mögliche Zugänge zu einem spirituellen Leben.


Auf goetheanum.tv Selbst ‹Chöre von Engeln› könnten wenig ausrichten. Lässt sich in entspiritualisierten Zeiten ein Sinn für tiefere Wirklichkeiten wecken?

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