Hoffnung auf das Gute

Freiberg/Döbeln, Deutschland. Die Mittelsächsischen Theater inszenieren diesen Herbst und Winter die Werke ‹Der zerbrochene Krug› und ‹Der Kaiser von Atlantis oder Die Todverweigerung› des jüdischen Komponisten, Humanisten und Anthroposophen Viktor Ullmann als Opern-Doppelabend.


Welche Themen werden in den Opernstücken behandelt und verhandelt?

‹Der Kaiser von Atlantis› und ‹Der zerbrochene Krug› wurden von Ullmann in zwei unmittelbar aufeinanderfolgenden Jahren geschrieben. Musikalisch könnten sie unterschiedlicher nicht sein. Doch bei genauerer Betrachtung verbindet sie viel: Beide sind Parabeln und thematisieren auf unterschiedliche Weise Willkür und Machtmissbrauch, aber auch die Schuld der Menschen den Mitmenschen und der Natur gegenüber. Ein weiteres wichtiges Thema beider Werke ist die Angst vor Willkürherrschaften und deren Überwindung.

Was wünschen Sie sich, dass das Publikum aus den Aufführungen mitnimmt?

Ullmanns Opern sind von einem tiefen Humanismus geprägt. Bei aller scheinbaren Ausweglosigkeit aus den einzelnen Situationen erkennt man immer wieder die Hoffnung auf das Gute im Menschen. Die Figuren seiner Opern sind ambivalent gezeichnet. Es gibt keine eindeutige Aufteilung in Gut oder Böse. Sie alle sind in ihren Zwängen gefangen, versuchen auszubrechen oder sich neu zu ordnen. Gerade das macht diese Werke so aktuell. Dies dem Publikum zu vermitteln und gleichzeitig einen Ausblick in eine andere, vielleicht bessere Welt zu eröffnen, in der die Menschen miteinander, aber auch mit der Natur in Einklang leben, wäre wunderbar.

Welcher Moment aus den Proben ist Ihnen in Erinnerung geblieben?

Zunächst sind die Proben ein Prozess, in dem man sich als Team, als Ensemble finden muss, sich austauscht, miteinander lacht und gesellschaftliche Fragen diskutiert. Dann ist es immer wieder aufregend, wenn die Ideen, die man im Leitungsteam entwickelt hat, zu lebendigem Theater werden, wenn sie in Bewegung geraten, körperlich werden und auf die Gedanken und die künstlerische Kreativität der Darstellenden treffen. Das ist das Spannende am Theater und an der Probenarbeit. Bleibt die Hoffnung, dass wir am Ende auch das Publikum erreichen und emotional packen können.


Team Regie: André Meyer, Musikalische Leitung: José Luis Gutiérrez, Bühne und Kostüm: Julia Schnittger
Termine und Tickets Mittelsächsisches Theater

Foto Detlev Müller, Proben zu ‹Der zerbrochene Krug› und ‹Der Kaiser von Atlantis oder Die Todverweigerung›

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