Theater-Festival

Am letzten Oktoberwochenende veranstaltet das Goetheanum ein Theaterfestival mit Produktionen in drei Sprachen.


Diesmal stehen eine englischsprachige und eine italienische Produktion im Zentrum: Common Ground Theatre aus England spielt Shakespeares ‹Hamlet›. Die britische Wandertheatergruppe widmet sich inklusiv den Stücken des Dramatikers. Sadie Jemmett, Regisseurin der Produktion: «Wir erwecken Shakespeare durch dynamisches Geschichtenerzählen, prozessionsartige und ortsspezifische Inszenierungen sowie die mitreißende Energie von Musik und Gesang zum Leben. Unsere Inszenierungen verweben ein buntes Mosaik aus Theaterformen, das ein breites Publikum anspricht. Wir sind davon überzeugt, dass Shakespeare für alle da sein sollte – fröhlich, großzügig und leicht verständlich.» Die Theatergruppe bietet berufliche Workshops für Menschen mit Lernbehinderungen an, die einen Weg ins professionelle Theater suchen. Claudio Puglisi, Italien, bringt die Kurzgeschichte ‹Il Paradiso› auf die Bühne, eine verrückte Geschichte über Entfremdung und Sehnsucht nach Verbundenheit. Eine Frau will sich das Leben nehmen und wird zu einer Gesellschaft eingeladen, bei der auch Leonardo da Vinci, Caesar und andere historische Persönlichkeiten anwesend sein sollen. Auf dem Weg dorthin erfährt sie Gewalt, Einsamkeit und mystische Naturerfahrung. Als sie heimkehrt, träumt sie, dass ihr Hund um Freiheit bittet, weil er ins Paradies gehen will. Neben diesen abendfüllenden Aufführungen gibt es Szenen aus der ‹Faust›-Produktion am Goetheanum und aus dem Monolog ‹Rose – Gegen das Vergessen›. Darin schildert Katharina Schumacher das Leben einer Holocaust-Überlebenden. Der berührende Monolog ist im Anschluss an das Festival auch in ganzer Länge zu sehen. Nach den Aufführungen gibt es jeweils Gelegenheit, sich über die Stücke mit den Spielenden und Inszenierenden auszutauschen. Studierende von Bühnenkunst amwort geben in dem Stück ‹Rot stammt von Hell und Dunkel› zum Leben Kaspar Hausers Einblick in ihre Arbeit. Dem Festival ist ein Symposion zu drei Promotionen über den Dramatischen Kurs vorangestellt.


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