Das Ende des Menschen? II

Das Ende des Menschen? II

So lautet die zweite Tagung der Sektion für Schöne Wissenschaften zum Transhumanismus, der Idee, einen künstlichen Menschen zu bauen.


Was es bedeutet, vom künstlichen Menschen zu träumen, das sei Thema bei der letztjährigen Tagung gewesen, so Christiane Haid, die Veranstalterin. Schon damals zeigte sich deutlich, dass der Transhumanismus die Vorstellung eines Ich, einer ewigen Entität im Menschen, leugnet. Deshalb stehe bei der kommenden Tagung, so Haid, die Frage des Ichbegriffs im Mittelpunkt. Dabei leite der frühe Satz von Rudolf Steiner in der ‹Theosophie›, wonach das Ich Wesen und Bedeutung durch das erhalte, womit es verbunden sei. Vor allem die Frage, was die menschliche Mitte, diesen geistigen und zugleich so deutlich greifbaren Innenraum ausmache, werde man am Wochenende bearbeiten. Wenn das Menschliche durch Technikfantasien infrage gestellt wird, sei es das Wichtigste, ein klares Bild davon zu gewinnen, was uns Menschen zu Menschen macht. Beeindruckend sei, dass die menschlichen Urerfahrungen, Krankheit, Alter und Tod durch die Transhumanisten aus dem Leben entfernt werden sollen, sie sind ein Betriebsunfall, die durch die Technik überwunden werden.

Gibt es einen Beitrag an der Tagung, der besonders interessiere? «Eine Tagung lebt von der Gemeinschaft, die sich im Moment ereignet. Natürlich freue ich mich auf die Schriftstellerin Marica Bodrožić und bin gespannt, wie sie als sich in diesem Menschenkreis entfalten wird und wie die anderen Referentinnen und Referenten sie aufnehmen werden. Das Gespräch untereinander wird wohl wieder das Wichtigste und Erhellendste für diese Frage nach der technischen Gefährdung der Menschlichkeit des Menschen sein! Vergangenes Jahr habe sie ein Unternehmer angesprochen, der sich beim Lesen des Tagungsprogramms gefragt habe, wie denn ein Wirtschaftswissenschaftler mit einer Schriftstellerin und diese mit einem Schamanen sprechen könnten. «So eine Tagung können nur Frauen machen», sagte er dann, weil er am Ende von der Komposition begeistert gewesen sei, die dabei entstanden sei.


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Da wirkt etwas.

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