Das Gute wollen – auch digital

Vom 9. bis 11. Oktober 2020 wird die Jahresversammlung der Anthroposophischen Gesellschaft in Amerika und auch deren Generalversammlung online stattfinden. Peter Selg, Thea Maria Carlson, Harrie Salman und andere Referenten und Referentinnen sind eingeladen, sich gemeinsam in und mit der Wärme-Meditation von Rudolf Steiner zu verbinden. Wir sprachen mit Laura Scappaticci, Organisatorin der Tagung.


Detail aus dem Veranstaltungsflyer

Was sind die Anliegen des diesjährigen Treffens und wie ist sein Bezug zur aktuellen gesellschaftlichen Lage in den USA?

Die Themen entstanden aus dem Wunsch, die Trennung der Menschen in unserem Land zu verstehen und zu heilen. Das Gute zu wollen, aus der Meditation von Rudolf Steiner, kann dabei helfen, weil wir dort in unserem durchgeistigten Wollen zusammenkommen, um für Mensch, Erde und das Miteinander heilende Prozesse in Gang zu setzen.

Wie kann ein Online-Treffen gut gelingen? Wie sind Ihre Erfahrungen mit Webinaren?

Auch Online-Zusammenkünfte können, wenn sie in Ehrfurcht, Respekt und Wärme angeboten sind, für die Gemeinschaft und die dauerhafte Arbeit mit der Anthroposophie ein tiefes Erlebnis erzeugen. Das kommende Treffen ist bereits das zweite, welches komplett online durchgeführt wird. Wir haben festgestellt, dass wir, wenn wir die anderen nur am Bildschirm ‹sehen›, viel aktiver mit unseren Herzen statt nur mit den Augen schauen müssen. Das hilft auch dabei, eine Fähigkeit zu entwickeln, die wir in Zukunft brauchen werden: zusammen zu sein über die verschiedenen Schwellen der physischen Ebene hinaus. Unsere ‹Webinare› haben Tausende Menschen erreicht und die Zugänglichkeit des Online-Formats ist für viele Menschen hilfreich, wenn man sich nicht leibhaftig treffen darf. Am wichtigsten jedoch ist dabei, dass diese Online-Arbeit eine internationale Gemeinschaft von Individuen kreiert, deren Wunsch es ist, Anthroposophie in die Welt zu bringen.

Wie hängen die individuelle und die soziale Entwicklung der Menschheit zusammen? Und was sehen Sie als die zukünftige Lernaufgabe des Menschen?

Je mehr sich ein Individuum im Dienst für das Gute entwickelt, desto mehr bildet sich eine Kultur der Selbstlosigkeit, aus der heraus wiederum der Einzelne sich selbst, die Menschheit und die Probleme dieser Welt aus einer geistigen Perspektive sehen kann. Diese neue Wahrnehmung braucht einen nächsten Schritt – Verantwortungsübernahme für die anderen und die Welt. Dieser Schritt geschieht im Reich des Sozialen.


Mehr: Willing the good

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  • Hallo Celestine, ein sehr schöner,interessanter Bericht über dein Aufwachsen in...
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