Das Erste Goetheanum als Gesamtkunstwerk

Zehn Jahre stand das Erste Goetheanum auf dem Hügel von Dornach – dann wurde der Holzbau in der Silvesternacht 1922/23 durch Brandstiftung zerstört. Jetzt startet eine Vortragsreihe zum Bau.


Seit 1913 hatten Menschen aus 17 Nationen während des Ersten Weltkriegs ein Gesamtkunstwerk aus allen Kunstgattungen geschaffen, das die Anthroposophie sichtbar machen und in seinen Formen einen Spiegel für die Wahrnehmung des eigenen Schicksals bieten wollte. «Versuchen wir …», zu diesem Wort greift Rudolf Steiner bei seiner Ansprache zur Grundsteinlegung des ersten Goetheanum am 20. September 1923 zehn Mal. Was heißt das? Es war ein Projekt gewaltigen Ausmaßes und es war ein Projekt, das ein Gemeinschaftswerk sein musste – ein ‹Versuch› und ein ‹Wir›. Dabei soll der Bau zum Wahrzeichen der Anthroposophie werden und im Bewusstsein der menschheitlichen Aufgaben entstehen – ein Bau für die Erde. Mit Blick auf den 100. Jahrestag des Brandes macht die Sektion für Bildende Künste mit einer im Oktober 2021 beginnenden Vortragsreihe bis Weihnachten 2022 das Erste Goetheanum sicht- und erlebbar. Die Vorträge werden auf Video aufgezeichnet und sind später auf goetheanum.tv zugänglich. Christiane Haid eröffnet die wöchentliche Reihe am 26. Oktober (jeweils dienstags, 18.30–19.45 Uhr) mit einem Vortrag über die Grundsteinlegung des Ersten Goetheanum, Christian Hitsch, früherer Leiter der Sektion für Bildende Künste und Architekt des Saalausbaus im zweiten Goetheanum-Bau, folgt mit einer Betrachtung über die Beziehung des großen Kuppelraums zum kleinen Kuppelraum und den Säulen in beiden Räumen und eine Woche später dann zu den sieben Säulenmotiven und den Nebenbauten um das Erste Goetheanum.


Titelbild: Rudolf Steiner mit dem Modell des Ersten Goetheanum, Dornach, 1914. Foto: Otto Rietmann. Bestand: Rudolf Steiner Archiv, Dornach.

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