Alltags-Ich und wahres Ich

In der Vortragsreihe ‹Impulse der Weihnachtstagung von 1923/24 – Eine Standortbestimmung› fragte Claus-Peter Röh in seinem Vortrag, wie die innere Arbeit an den Mantren mit der täglichen Arbeit der Sektionen verbunden ist. Als zweiten Punkt beschrieb er die Beobachtung, dass das Verantwortungsgefühl der Hochschulmitglieder innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft, die Anthroposophie zu repräsentieren, wachse. Das spiegle sich in Fragen vieler Mitglieder, wie sie sich in die anthroposophische Arbeit einbringen könnten. Dabei würden sich polare Kräfte zeigen: Nichts könne mehr von einer früheren Generation übernommen werden, sondern alles wolle uns solle selbst errungen werden. Die neuen Intuitionen, so zitierte er Rudolf Steiner, müssten auf dem Schauplatz der individuellen Seele erarbeitet werden. Diesem Pol der Vereinzelung stehe gegenüber, dass sich in jedem Menschen heute zwischen seinem Alltags-Ich und seinem wahren Ich ein Abgrund zeige. Dann beschrieb Claus-Peter Röh, dass sich dieser Abgrund durch die menschliche Begegnung schließe, das wahre Ich dem Alltags-Ich begegne.


Siehe Goetheanum.tv, Claus-Peter Röh und Oliver Conradt: ‹Die Hochschule der Anthroposophischen Gesellschaft›.

Bild Oliver Conradt, goetheanum.tv

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