Wofür es keine Worte gibt

Etwas Ähnliches (wie für die Einweihung) gilt auch für die Nahtoderfahrung. Die Parallele zur Einweihungserfahrung liegt hier darin, dass ein Mensch, der bewusst bis an die Grenze des Todes gelangt ist, eigentlich nicht in Worten ausdrücken kann, was er dort erlebt hat.


Er erfährt eine Wirklichkeit, die realer ist als alles, was wir hier auf der Erde kennen, doch es gibt keine Worte, mit denen sich dies beschreiben ließe. Der Eindruck der ungetrübten Nahtoderfahrung ist so tief, so einschneidend, dass er die Betreffenden ihr gesamtes weiteres Leben begleitet: Er ist unauslöschlich. Wenn jemand aus dieser spontanen Erfahrung zurückkehrt, ist er in vielen Fällen ein anderer Mensch geworden – wir kennen inzwischen unzählige Erfahrungsberichte auf diesem Gebiet. Von nun an blickt er anders auf die Wirklichkeit, die ihn umgibt, doch er muss zugleich konstatieren: Hierfür gibt es keine Worte.


Aus Bastiaan Baan, Alte und neue Mysterien. Stuttgart 2010, S. 67.

Graphik Sofia Lismont

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  1. Diese Aussagen von Bastian Baan stammen aus dem Jahr 2010. Und sie treffen absolut zu. Inzwischen sind vielerlei Berichte von Nahtoderfahrenen erschienen. Das offenste, berührendste ihrer eigenen Erfahrungen mit und nach dem Ereignis beschrieb Sabine Mehne in ihrem Buch “Licht ohne Schatten” (2013). Eine wissenschaftliche Aufarbeitung aus medizinischer Sicht liegt mit dem lesenswerten Buch “Nahtoderfahrungen- Blick in eine andere Welt”(2023) von Wolfgang Knüll vor. Für mich stellt sich die Frage, inwieweit die “NTE” ein wichtiger gesellschaftlicher Wegzeiger zur Überwindung des Materialismus sein kann und damit ein Baustein zur Anerkennung einer spirituellen Weltsicht?

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