Psychoedukation auf TikTok

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Witten/Herdecke, Deutschland. Neue Studie zeigt Problematik von psychologischen Inhalten in den sozialen Medien.


Psychoedukation ist auch dank Social Media heute sehr viel verbreiteter als noch vor wenigen Jahrzehnten. Die Zugänglichkeit von Wissen um psychische Erkrankungen und Neurodivergenz ist vor allem als positive Entwicklung zu betrachten – sie kann den Weg zur Diagnose und somit zu therapeutischer Hilfe verkürzen. Eine neue Studie, die in internationaler Zusammenarbeit und unter Beteiligung der Universität Witten/Herdecke entstanden ist, zeigt jedoch, dass manche Formen der Psychoedukation problematisch sein können. Forschende haben für die Studie 177 deutschsprachige TikTok-Videos zu ADHS, Depression, Autismus, Narzissmus und posttraumatischer Belastungsstörung analysiert. Die kurzen Videos wurden zusammengenommen fast 100 Millionen Mal aufgerufen. Die Forschenden kamen zu dem Schluss, dass nur jedes fünfte Video fachlich korrekte Inhalte vermittelt. Die Mehrheit stammte von Betroffenen oder Laien, enthielt falsche oder stark vereinfachte Aussagen oder schilderte persönliche Erfahrungen. Erfahrungsberichte von Betroffenen könnten hilfreich sein, sollten aber nicht als Therapieersatz behandelt werden, so die Forschenden. Bei Verdacht, selbst betroffen zu sein, sollte man sich lieber an Psychotherapeutinnen und Psychiater wenden.


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Foto Solen Feyissa

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