Kunst des Sammelns

Poesie entsteht auch im anthroposophischen Umkreis meist still und heimlich. Eine neue Sammlung in der Szene wäre an der Zeit.


‹Aus 100 Jahren anthroposophisch inspirierter Dichtung›, Verlag am Goetheanum, 2016.

Neben gelegentlichen Lesungen und Buchveröffentlichungen waren (und sind immer noch, wenn auch immer seltener) Zeitschriften ein willkommener Ort der Erstveröffentlichung. Andrea Hitsch (Dornach), Malerin und Lyrikerin, hat ‹Aus 100 Jahren anthroposophisch inspirierter Dichtung› (Verlag am Goetheanum 2016) über 100 Lyrikerinnen und Lyriker versammelt, von Adolf Arenson, Fritz Lemmermayer, Christian Morgenstern bis Irmentraud ter Veer und Felix von Verschuer. Da könnte es aus der poetischen Produktion allein der letzten zwanzig Jahre weltweit in den verschiedenen Sprachen und Mentalitäten bald einen dicken Folgeband geben. Aber wer hat schon den Überblick? Die Poesie hält sich längst nicht mehr an Reime und Verse allein. Der Philosoph Stefan Brotbeck (Basel) wird mit seinen knappen Aphorismen auch zum Sprachkünstler: «Ein Wort lieb bekommen, weil ein Stein so heißt; / und einen Stein lieb bekommen, weil er so heißt.»

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