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Inselbewusstsein

600 Inseln sind es von Landsend im Südwesten bis zu den Shetland-Inseln hoch im Norden, die für sich schon 56 einzelne Inseln zählen, von den Inseln Harris und Lewis bis zu Irlands zerfaserter Westküste


Großbritannien ist keine Insel, es ist ein Inselreich. Damit übertrifft es alle anderen dem Festland vorgelagerten Wasserländer: Spitzbergen und Island im Norden und Kreta im Süden sind einzelne Eilande. Anders Großbritannien. Hier ist es ein ganzer Kosmos von Land und Wasser. Nimmt man den feinen Regen im englischen Wetter hinzu, dann mischen sich überirdisch Wasser und Luft wie unterirdisch Erde und Wasser. Wegen der vielen Inseln und Einbuchtungen und Furchen erstreckt sich die Küstenlinie von Großbritannien auf über 12 000 Kilometer. Das übertrifft in Europa nur Griechenland. Wie die Nase im menschlichen Gesicht, wie ein Tastorgan, scheinen deshalb die britischen Inseln vor Europa zu liegen.

Ein Sinnesorgan darf nicht zu eng mit seinem Organismus verbunden sein, sonst nimmt es diesen wahr, dann rauscht es im Ohr, dann sieht man Sterne, wo keine sind. Zugleich darf ein solcher Fühler die Verbindung zum Ganzen nicht verlieren, denn das Ganze bildet den Resonanzraum, macht möglich, dass das Empfangene ein Empfundenes wird.


Titelbild: Karte von Dorset, einer Grafschaft im südwesten Englands, ca. 1670.

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