Kultursaat feiert 25-jähriges Jubiläum

Kultursaat feiert 25-jähriges Jubiläum

Der Verein Kultursaat wurde im Sommer 1994 in der Demeter-Gärtnerei Willmann in Ingersheim gegründet. Die Gründer sahen damals die Monopolisierung am Saatgutmarkt wie auch die Dominanz der Hybridsorten und schlossen sich für die Entwicklung neuer Gemüsesorten zusammen.


Die entstehenden Sorten sollten für den vielfältigen ökologischen Erwerbsanbau geeignet sein und dort die Diversität erhöhen. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten Brigitte von Wistinghausen, Dieter Bauer und Thomas Heinze. Mittlerweile wird unter dem Dach des Vereins an 30 Standorten in Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden Züchtungsforschung und Kulturpflanzenentwicklung auf biologisch-dynamischer Grundlage betrieben. Über 80 Gemüsesorten sind als Neuzüchtungen beim Bundessortenamt zugelassen, für weitere 19 Sorten ist Kultursaat als Erhaltungszüchter eingetragen. Trotz langjähriger Züchtungsaktivitäten ist es eine Herausforderung, biodynamisch gezüchtete Gemüsesorten im ökologischen Erwerbsanbau zu etablieren. Oftmals werden konventionelle Hybridsorten wegen der höheren Erträge vorgezogen. Mit biologisch-dynamischen Züchtungsmethoden lassen sich vergleichbare Erntemengen und Uniformität kaum erreichen. Deshalb gelte es, die Qualitäten biologisch-dynamisch entwickelter Sorten zu vermitteln: Geschmack, innere Qualität und Vitalität. Eines der Anliegen ist die Entwicklung von Sorten, die nicht nur den Magen füllen, sondern schmackhaft und bekömmlich sind und den Menschen in erweitertem Sinne nähren. Um diesem Ziel näherzukommen, werden eine strenge Geschmacksselektion verfolgt und Qualitätsuntersuchungen mit den Bildschaffenden Methoden durchgeführt. ‹Lebensmittelqualität› stand auch jüngst im Fokus der jährlichen Züchtertagung, zu der Uwe Geier vom Forschungsring und Jasmin Peschke von der Landwirtschaftlichen Sektion am Goetheanum als Referenten geladen waren. Dass Gemüsesorten über charakteristische Qualitätseigenschaften zu außerordentlicher Beliebtheit gelangen können, zeigte die Wahl zum ‹Demeter-Produkt des Jahres 2019›: Die wohl bekannteste Gemüsesorte, die von Dieter Bauer gezüchtete Möhrensorte Rodelika (siehe Bild), belegte den 2. Platz.


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Historische Perspektiven

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Paradepferd der biodynamischen Forschung

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