Die Synode der Christengemeinschaft

Eine besondere Energie im Goetheanum war zu spüren, als im September 314 Priesterinnen und Priester der Christengemeinschaft zu ihrer Synode am Goetheanum zusammenkamen und damit zugleich das hundertjährige Bestehen der von Rudolf Steiner begründeten religiösen Bewegung feierten.


Viele der von weit Angereisten verbanden den Besuch am Goetheanum mit dem großen Kongress der Christengemeinschaft in Dortmund Anfang Oktober. Die Synode sei vor allem ein Fest, betonte Frank Hörtreiter, für Kommunikation verantwortlicher Priester der Christengemeinschaft. Neben geistigen Inhalten sei die Begegnung das Wichtigste. Die Synode am Goetheanum abzuhalten, sei ein weiterer Schritt, im Verhältnis von Anthroposophischer Gesellschaft und Christengemeinschaft zu einer reichen Zusammenarbeit zu kommen. Dabei erinnerte Hörtreiter daran, dass die Verantwortlichen – Priesterinnen, Lenker usw. – zu über 90 Prozent auch Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft seien; das dürfte mehr als in allen anderen Tochterbewegungen das Engagement für Anthroposophie kennzeichnen. Drei spirituelle Themen standen bei der Synode im Mittelpunkt: das Michael-Mysterium, das Christus-Mysterium und das Mysterium des Bösen. Darüber hinaus, so Hörtreiter, bestehe ein Stau an unerledigten Fragen zu sozialer und kultischer Gestaltung, weil einige Synoden ausgefallen seien. Das betreffe im Kultischen nur wenige Einzelheiten, die aber doch zugunsten der gemeinsamen Wirksamkeit und Einheit geklärt werden sollten. Um das zu verstehen, beschrieb Frank Hörtreiter, dass die Christengemeinschaft keine identitätsstiftende Lehre und keine identitätsstiftende Hierarchie besitze. Was die Identität stifte, bestehe darin, dem Kultus den Dienst und die Treue zu geloben. Die Synode präge auch, dass mit João Torunsky nun ein neuer Erzoberlenker den Mittelpunkt bilde und mit Susanne Gödecke ein junges Mitglied dem leitenden Siebenerkreis beigetreten sei. Weder wirtschaftlich noch personell gebe es gegenwärtig ‹heiße Eisen›, ergänzte Frank Hörtreiter – auch das war in der freien, heiteren Atmosphäre in den Tagen der Synode am Goetheanum zu spüren.


Foto Xue Li

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  1. Sehr geehrter Herr Held,

    dass Sie die für die Öffentlichkeit zugängliche 100-Jahr-Feier innerhalb der Synode mit keinem Wort erwähnen, kann ich kaum glauben!
    Die rein künstlerisch gestaltete Feier hat mich zutiefst berührt und erfüllte für meine Person den Wunsch von Herrn Torunsky („Kunst soll man nicht erklären“), dass die Anwesenden hoffentlich durch die Darbietungen eine Ahnung vom Wesen der Christengemeinschaft bekommen würden.
    Die künstlerischen Beiträge, eingerahmt von Herrn Torunskys Wortkompositionen, klingen allesamt mit erlösend-heilender Wirkung in mir nach. Dafür möchte ich allen, die diese Feier möglich gemacht haben herzlich danken.

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