Berlin, Deutschland /Brüssel, Belgien. Der Einsatz für ökologische Standards in der europäischen Landwirtschaft zeigt erste Erfolge.
Gegen die geplante Deregulierung von Neuen Genomischen Techniken (NGT) in der Europäischen Union gibt es immer mehr Widerstand. Im europäischen Lebensmitteleinzelhandel hat sich eine Allianz aus führenden Handelsunternehmen gebildet, die eine Nachbesserung des Gesetzesentwurfs zu NGT fordern. Zu ihnen gehören beispielsweise die Rewe Group, Alnatura, Denree sowie die dm-Drogeriemarktkette. In einem gemeinsamen Schreiben verlangen die insgesamt rund 380 Unternehmen eine Kennzeichnung von NGT bis zum Endprodukt, die gesicherte Rückverfolgung entlang der Wertschöpfungskette und den Schutz europäischer Landwirtinnen und Züchter vor Patenten. Der laute Protest, der von Produzentinnen, Konsumenten, Verbänden und Unternehmen an die EU-Abgeordneten gerichtet wird, scheint inzwischen Früchte zu tragen. Eigentlich sollte der Ausschuss für Umweltfragen des EU-Parlaments schon Anfang Mai als vorletzte Instanz der Deregulierung zustimmen. Da jedoch mehr als 30 Änderungsanträge gestellt wurden, musste die Abstimmung auf Juni verschoben werden. Als Konsequenz wurde auch die finale Abstimmung im EU-Parlament auf ein neues Datum verlegt. Auch ein weiterer Präzedenzfall aus der europäischen Landwirtschaft zeigt, dass es lohnenswert ist, sich für die Stärkung von Standards der ökologischen Nachhaltigkeit einzusetzen. So hatte die Berliner Aurelia-Stiftung im November 2025 vor dem EU-Gericht ein rechtskräftiges Urteil erstritten, das die automatische Verlängerung der Genehmigung des Pestizid-Wirkstoffs Glyphosat ohne abgeschlossene Risikoprüfung durch die Europäische Kommission als rechtswidrig erklärt. Die Kommission ist nun dazu verpflichtet, über die Verlängerung der Genehmigung neu zu entscheiden.
Mehr Aurelia-Stiftung, Demeter und Zukunftsstiftung Landwirtschaft
Foto Peter Wendt


