Liebe und Freiheit

Basel, Schweiz. ‹Heilkraft der Liebe – Heilkraft der Kunst› ist eine neue Gesprächsreihe, die von der Heart-Based Medicine Foundation und dem Philosophicum Basel organisiert wird. Im April fand die erste Veranstaltung unter der Frage ‹Kann uns die Liebe befreien?› statt. Ausgehend von dem Film ‹Die Frau mit den 5 Elefanten› über die Dostojewski-Übersetzerin Swetlana Geier und von Dostojewskis Werk, ging es an dem Abend um Freiheit, Liebe, Kunst und Heilung. Luke Wilkins, Schriftsteller und Co-Kurator der Reihe, im Interview.


Was ist die Grundidee der Gesprächsreihe?

Unsere Gespräche handeln vom Zusammenspiel von Kunst, Medizin, Philosophie und Spiritualität – und der Frage, wie Liebe, ästhetische Erfahrung und menschliche Begegnung Heilungsprozesse fördern können. Die Idee kommt von Jan Bonhoeffer, einem Enkel von Dietrich Bonhoeffer, der mich letztes Jahr eingeladen hat, gemeinsam mit ihm diese Reihe zu entwickeln. Unser Konzept ist simpel: Ein Arzt und ein Schriftsteller laden Fachpersonen aus unterschiedlichen Disziplinen zu 90-minütigen Gesprächen über die Liebe ins Philosophicum und ins Unternehmen Mitte ein. Dabei soll es zu diversen Formen des Erfahrungsaustauschs über unsere Beobachtung kommen, sodass sowohl künstlerische Prozesse als auch empathische Begegnungen im Gesundheitswesen transformative Kräfte entfalten können.

Was ist dein Eindruck von der ersten Veranstaltung?

Ich war sehr berührt von der Publikumsresonanz! Existenzielle Themen wie die Wechselwirkung von Liebe und Freiheit und den Freiheitsimpulsen, die aus der Liebe kommen können, scheinen in unserer historischen Umbruchphase wieder ans Licht zu kommen. Die Menschen scheinen zu merken: Wir sind selbst verantwortlich für die Freiheit, den Frieden und die Demokratie. Daraus hat Joseph Beuys ja auch seinen erweiterten Kunstbegriff abgeleitet: «Jeder Mensch ist ein Künstler.»

Welcher Moment hat sich dir besonders eingeprägt?

Ich bin immer wieder berührt von der Kraft Swetlana Geiers, die der Film ‹Die Frau mit den 5 Elefanten› einfängt. Als hätte der Regisseur Vadim Jendreyko Swetlana Geiers Aura auf Zelluloid gebannt und damit gezeigt, was für ein wichtiges Archiv das Medium Film sein kann. Ein großes Verdienst – auch weil Swetlana Geier eine wirkmächtige Vermittlerin zwischen der russischen und der deutschen Sprache und Kultur war.


Termine 12. Juni, ‹Liebe! Ein Aufruf›, und 29. Oktober, ‹Ask Yourself, Turn Around›.
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