Wie wir verbunden sind

Wir Lebenden sind für die Verstorbenen immer gegenwärtig, das sollten wir niemals vergessen. Ihre Welt umfasst die unsere; unsere Welt ist ganz und gar ein Teil der ihrigen.


Für die meisten von uns gilt Letzteres allerdings nicht. Denn im Alltagsleben erleben wir normalerweise nicht, dass unsere irdische Welt in eine himmlische aufgenommen ist und die physische Welt ihren Ort innerhalb der geistigen hat. Insbesondere für jene Verstorbenen, die in der ersten Zeit nach dem Tod ihr Leben noch einmal durchlaufen, sind wir hier auf der Erde Weilenden ein Teil ihrer Wirklichkeit. Sie sind damit beschäftigt, in ihrer neuen Umgebung heimisch zu werden, und sie bemerken jetzt auch, dass dies gar nicht einfach ist, weil sie zuerst mit sich und ihren Erfahrungen ins Reine kommen müssen. Manchmal verhindern eingerostete, ungelöste Angelegenheiten einen freien Austausch zwischen Menschen, und zwar nicht nur nach dem Tod. Wir können gehörig aneinander vorbeileben. Auch gehen wir Lebenden im Allgemeinen an Signalen aus der Welt der Verstorbenen vorbei, wir sind stark auf uns selbst bezogen und bemerken sie einfach nicht. Ein wirklicher Kontakt kann nur dann zustande kommen, wenn wir lernen, jene Art von innerer Aktivität zu entfalten, zu der dieses Buch eine Anregung sein möchte. Dann sind wir nicht auf eine spontane Kontaktaufnahme vonseiten des Verstorbenen angewiesen, die unsere Isolation durchbricht.


Aus Arie Boogert, Leben mit den Verstorbenen. Stuttgart 2009, S. 68

Graphik Sofia Lismont

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