Wer ist der Anthro-Blogger?

Nach zahlreichen Angriffen auf Anthroposophie, Esoterik und Homöopathie widmet sich Anna-Katharina Dehmelt von der Zeitschrift ‹Info3› den Angreifenden. Welche Interessen stehen hinter der Kritik oder sogar der Hetze?


In dem ausführlichen Artikel ‹Materialismus contra Anthroposophie – Wer ist Rautenberg?› hat Dehmelt eine interessante Recherche begonnen. Allein in diesem Text lassen sich viele Zusammenhänge erkennen, die den ‹Anthro-Blogger› und scharfen Kritiker von Anthroposophie und Rudolf Steiner, Oliver Rautenberg, in ein Beziehungsgeflecht einordnen, das eine gemeinsame Mission verfolgt. Wer Rautenbergs Tausende Twitter-Tweeds bereits wahrgenommen hat, mag sich fragen, wieso dieser seine Lebenszeit so intensiv verwendet, um aus reinster Abneigung gegen Waldorfschulen, biodynamische Landwirtschaft usw. zu wettern. Da er jedoch mittlerweile in deutschen Medien sehr viel Aufmerksamkeit generiert hat und auch immer wieder als ‹Experte› für Anthroposophie eingeladen wird, ist eine Beschäftigung mit ihm doch interessant. Er sieht sich selbst als Journalisten. Dehmelts Recherche zeigt, wie weit er an der Berichterstattung verschiedener Medien mitgewirkt hat und dass er in der Skeptikerbewegung in Deutschland aktiv ist. Seine Blog-Webseite trägt bereits im Impressum den Hinweis: «Oliver Rautenberg, c/o GWUP e. V.». «Die GWUP e. V. ist die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften und bildet zusammen mit der Giordano-Bruno-Stiftung (GBS) das Zentrum der deutschen Skeptikerbewegung», erörtert Dehmelt. Was sie dann an Verbindungen ziehen kann zwischen Rautenberg, der GWUP und der GBS, ist höchst aufschlussreich. Und es macht deutlich, dass die Skeptiker und Skeptikerinnen eine Strömung in Deutschland darstellen, die ihren Naturalismus und Materialismus auf Humanismus und Aufklärung begründen will. Sie nimmt dabei Rationalität und Wissenschaftlichkeit für sich in Anspruch. Mögen Letztere auch ehrenwerte Ziele sein – ebenso wie das Auftreten gegen Rassismus, Antisemitismus und für Gleichheit – so ist die materialistische Agenda doch unverhohlen. Dehmelt geht noch weiter auf die Hintergründe und Beziehungen ein, die die Bestrebung zu einem absolut säkularen Staatswesen in sich tragen. Wenn die Gruppe an sich auch eine sehr kleine ist, ist sie doch vernetzt und hat die letzten gesellschaftlichen Spannungen medial gut genutzt. Dehmelt meint darum, Menschen, die sich der Anthroposophie verbunden fühlen, müssten selbstbewusst eintreten «für eine Wirklichkeit, von der die Materie nebst der auf sie gerichteten Naturwissenschaft ein wichtiger, aber eben nur ein Aspekt ist». Sie schließt deutlich: «Als Alternative bliebe nur, sich aus dem öffentlichen Diskurs und der öffentlichen Teilhabe ganz zu verabschieden. Aber eine Anthroposophie in der Defensive wäre ein herber gesellschaftlicher Verlust.»


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Foto Sofia Lismont

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