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Stille und Solidarität

Das Leben hat sich verändert, äußerlich und wohl auch innerlich. So beschreiben es viele Mitarbeitende am Goetheanum.


Dabei spannen sich die Empfindungen wie überall von Gelassenheit bis hin zur Sorge. Für den Publikumsverkehr ist das Goetheanum wie die meisten öffentlichen Gebäude vorläufig bis zum 19. April geschlossen, weder Führungen noch Konferenzen oder Tagungen finden statt. Am Empfang sind die Mitarbeitenden damit beschäftigt, die Absagen zu kommunizieren und viele Rückfragen per Telefon und per Mail zu bearbeiten. Dabei zeige sich, so Rebekka Frischknecht, Verantwortliche am Empfang, viel Solidarität und Hilfsbereitschaft von Mitarbeitenden und Gästen, wo immer es möglich ist. Berührend zu erleben sei, dass etwa die Hälfte aller Gäste bei der geplanten und nun abgesagten Jahres/Generalversammlung auf die Rückerstattung des Tagungsbeitrages verzichtet hätten. Am Goetheanum hat sich dabei das Leben von innen nach aussen verlagert, denn nicht wenige Familien nutzen mit dem gebotenen Abstand das Frühlingswetter für Spaziergänge um das Goetheanum.

Die sich fortwährend dramatisierende Lage um die Corona-Pandemie verlangt beinahe täglich neue Beurteilung und Entscheidungen. Zugleich ist es kaum möglich, länger vorauszuschauen. Die Proben zum ‹Faust› finden nur noch in Einzelproben statt, alle Gruppenszenen oder der Sprechchor werden vorläufig verschoben. Gleichwohl besteht bisher die Hoffnung, die Premiere der Neuinszenierung am 20. und 21. Juni aufrechterhalten zu können. Für die betrieblichen Belange am Goetheanum wurde schon vor zwei Jahren die Betriebsleitung eingerichtet, die mit Rebekka Frischknecht (Verantwortliche Bereich Empfang und Veranstaltungen), Stefan Hasler (Leitung der Sektion für Redende und Musizierende Künste) und Justus Wittich (Vorstand, Schatzmeister) das Goetheanum spiegelt. Eine aktuelle Krise, wie sie jetzt herrscht, zeigt deutlich, wie wichtig ein solches Team mit kurzen Entscheidungswegen ist. Die drei seien, so Rebekka Frischknecht, täglich mehrmals im Austausch.


Titelbild: Goetheanum am Montagabend 24. März 2020. Foto: Redaktion

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