Tagung: Das Ende des Menschen

2045 wird die Sterblichkeit des Menschen ein Ende haben. Sein individuelles Bewusstsein wird in künstlichen Gehirnen weiter existieren; der Mensch wird ewig leben – das ist das Ziel von Dmitry Itskov, einem namhaften Vertreter des Transhumanismus, der die ‹Initiative 2045› ins Leben rief.


Die transhumanistische Vision ist kein Spleen, sondern eine leise Realität. Weltweit wird in verschiedenen Forschungslaboren daran gearbeitet, die künstliche Intelligenz so weit zu perfektionieren, dass der Mensch-Maschine-Hiatus überwunden wird. Das humane Bios soll dann überflüssig sein. Diese Entwicklung hat im technischen Sinne den optimalen Menschen zum Ziel – schafft ihn in letzter Konsequenz jedoch selbst ab.

Die Fragen, was der Mensch ist, was seine Menschlichkeit ausmacht, werden dadurch existenziell für jedes Lebensgebiet und alle gesellschaftlichen Bereiche. Denn bereits jetzt steuern wirtschaftliche Interessen unser Handeln, ersetzen Gesundheitschips die Eigenwahrnehmung, macht Social Freezing Leben scheinbar optimal planbar. Selbst Kultur und Kunst unterliegen einem Nützlichkeitsdenken, wenn sie vor allem auf ihren Freizeitwert reduziert werden. Am schärfsten stellen sich die ethischen Fragen im medizinischen und juristischen Bereich: Was ist menschliches Leben? Wann beginnt und wann endet es? Welche Qualitäten und Fähigkeiten haben wir und welche sind zu entwickeln, damit wir als Menschen leben und nicht zu Maschinen werden – hier und heute?


Kulturtagung ‹Das Ende des Menschen?! – die Herausforderungen transhumanistischer Zukunftsvisionen›, 7. bis 9. September 2018. Mit Roland Benedikter, Yaroslawa Black-Terletzka, Michael Hauskeller, Christian Kreiß, Sibylle Lewitscharo, Rene Madeleyn, Patrick Roth, Galsan Tschinag u. a.

www.goetheanum.org/8857.html

Foto: Jason Leung