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Genschere: nobelpreiswürdig, aber riskant

Den Chemienobelpreis erhalten die Entwicklerinnen der Crispr/Cas9-Technologie, Emmanuelle Charpentier und Jennifer A. Doudna. Demeter fordert, bei der Begeisterung für die Forschungsleistung auch die Risiken dieser neuen Gentechnik nicht aus dem Blick zu lassen.


Die ‹Genschere› CRISPR/CAS9, kurz CRISPR, ermöglicht es, gezielt das Erbgut von Pflanzen, Tieren und gar Menschen zu verändern. «Wir anerkennen die große wissenschaftliche Leistung der beiden […] Forscherinnen. Mit ihrer Arbeit haben sie das Wissen über unsere Gene einen großen Schritt vorangebracht», so Demeter-Vorstandsmitglied Alexander Gerber. Gleichzeitig warnt er vor den Folgen dieser neuen Gentechnik und mahnt zur Vorsicht: «Dennoch kommt Forschung immer ein hohes Maß an Verantwortung zu, ethische Fragen dürfen nicht außer Acht gelassen werden. Die neue Gentechnik ist ein Instrument, das in der Anwendung und insbesondere bei Freisetzung gentechnisch veränderter Organismen in die Umwelt große Risiken birgt. Werden einzelne Gene verändert, verändern sich meist mehrere Funktionen und Eigenschaften der daraus entstehenden Organismen. Werden diese Organismen freigesetzt, entstehen für das gesamte Ökosystem neue Dynamiken, deren Wirkung wir nicht absehen können.» Deswegen, fordert Gerber, «muss bei der Zulassung von solch gentechnisch veränderten Pflanzen und Tieren weiterhin das Vorsorgeprinzip an erster Stelle angewandt werden. Im Falle einer Zulassung müssen höchste Transparenz, Rückverfolgbarkeit und Verursacherhaftung gewährleistet sein!» Vorsorgeprinzip, Transparenz und Rückverfolgbarkeit sind die Grundlagen der bestehenden EU-Gesetzgebung zu Gentechnik. Demeter fordert jetzt, dass das EU-Gentechnikrecht für den Bereich Landwirtschaft und Lebensmittel auch weiterhin für neue Gentechniken gelten muss.

Quelle: Demeter/Nobelpreis-CRISPR-CAS

Bild: Demeter Saatgut

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