Eine vergessene Pioniertat

Zum 150. Geburtstag Rudolf Steiners ist im Berliner Wissenschaftsverlag ein Sammelband erschienen, an dem zahlreiche Autorinnen und Autoren aus verschiedenen Fachgebieten mitgewirkt haben. Damit liegt ein neuer Überblick über den anthroposophischen Kulturimpuls vor, der wissenschaftlichen Ansprüchen genügt.1 Dass schon zu Lebzeiten Steiners ein ähnliches Unternehmen in kleinerem Format und ohne wissenschaftlichen Anspruch durchgeführt wurde, ist heute fast vergessen.


Im Februar 1921 wurde Rudolf Steiner 60 Jahre alt. Anlässlich dieses Geburtstages wurde die heute noch bestehende Kulturzeitschrift ‹Die Drei› gegründet. Aus dem gleichen Anlass gab der bekannte protestantische Theologe Friedrich Rittelmeyer (1872–1938), der sich schon in früheren Jahren öffentlich für Steiner eingesetzt hatte, eine Festschrift heraus mit dem Titel ‹Vom Lebenswerk Rudolf Steiners. Eine Hoffnung neuer Kultur›.2

Als Mitarbeiter an seinem Projekt gewann er Schreibende aus verschiedenen Fachgebieten, darunter nicht nur Anthroposophen und Anthroposophinnen. Großen Anteil am Zustandekommen des Buches hatte sein Freund Michael Bauer, der erfahrene Pädagoge und spätere erste Biograf Christian Morgensterns.

Rasch war die erste Auflage von 4000 Exemplaren vergriffen, sogleich folgte die zweite. Begünstigt wurde der Erfolg auch dadurch, dass das Buch in einem angesehenen nicht anthroposophischen Verlag herauskam und dass der Herausgeber in der deutschen Öffentlichkeit als Theologe und Prediger weithin bekannt und geschätzt war. Gerhard Wehr schreibt: «Um 1920 gibt es keinen zweiten Anthroposophen, der [seiner Wertschätzung Steiners] mit dem gleichen persönlichen Gewicht vor der Welt Ausdruck zu geben vermochte als der protestantische Theologe Friedrich Rittelmeyer.»3

Nach seiner Begegnung mit Rudolf Steiner im Jahr 1911 gewann Rittelmeyer immer mehr die Überzeugung, er könne die aus der Anthroposophie empfangenen Anregungen innerhalb der Kirche fruchtbar machen. Einen ähnlichen Weg hatten andernorts bereits einzelne protestantische Pfarrer wie Paul Klein oder Hermann Heisler beschritten.

Rittelmeyers Intentionen

Im Vorwort legte der Herausgeber seine Intentionen dar: Angesichts der überwiegend verächtlichen oder ignoranten öffentlichen Reaktionen auf Steiners Aktivitäten solle «eine Atmosphäre des Ernstgenommenwerdens» für dessen Werk geschaffen werden. Der Versuch, ein so umfassendes Werk darzustellen, könne zum ersten Mal nicht gelingen, müsse aber doch einmal gewagt werden. Dass im Buchtitel und in den Kapitelüberschriften der Mann und nicht das Werk genannt wird, rechtfertigt Rittelmeyer damit, dass Steiner mehr als sein Werk den erbittertsten Angriffen ausgesetzt sei.

In der Tat begab sich Rittelmeyer mit dieser Publikation auf vermintes Gelände. Im Jahr 1921 erreichte die Flut von Pamphleten gegen Steiner ihren bisherigen Höhepunkt. Der Kampf gegen ihn wurde damals von politisch rechten und katholischen Kreisen zur nationalen Pflicht erklärt. 1922 ging die Hetze in physische Gewalt über: Steiner geriet bei seinen Vortragsreisen mehrmals in Lebensgefahr.4

Rittelmeyer wünschte Steiner zu zeigen, dass seine Lebensarbeit nicht vergeblich gewesen war. «Aber nicht um eine Steiner-Mode heraufzuführen, haben wir geschrieben, sondern um die Besten, Freisten, Ernstesten auf allen Gebieten zur Prüfung herauszufordern.» Die Namen der meisten Mitarbeitenden sind außerhalb der anthroposophischen Bewegung vergessen.

Rittelmeyer fand es angemessen, dass auch ‹Ausländer› Beiträge schickten: Richard Eriksen war Hochschuldozent in Norwegen, der Schriftsteller Ernst Uehli und der Jurist Roman Boos waren Schweizer. Der Theologe Christian Geyer war viele Jahre Rittelmeyers Kollege und Freund in Nürnberg, ehe dieser 1916 nach Berlin berufen wurde. Hermann Beckh war bis 1920 Orientalist an der Berliner Universität und führender deutscher Indologe. Hans Wohlbold war Biologe und Anthropologe, Gymnasiallehrer und Schriftsteller. Er arbeitete in Weimar an Goethes Nachlass und gab dessen Farbenlehre heraus. Schwebsch war Musikwissenschaftler, später Waldorflehrer. Richard Dedo amtierte als Stadtbibliothekar in Breslau.

Rittelmeyers einleitender Aufsatz ist von hoher Authentizität, weil er auf zahlreiche Gespräche mit Steiner zurückgreift. Sein zweiter (den ursprünglich Friedrich Lienhard schreiben sollte) behandelt ein damals kulturpolitisch aktuelles Thema, das gerade im Zusammenhang mit Steiner hohe Wellen schlug. Während Anthroposophen – in strikter Abgrenzung zur anglo-indischen Theosophie – Steiners Anknüpfung an die deutsche Kultur betonten, wurde er von rechten Kreisen als ‹Verräter am Deutschtum› diffamiert.5

Foto: Xue Li

Stuttgarter ‹Konkurrenten›

Rittelmeyer startete sein Unternehmen vermutlich schon im Januar 1920 mit einem undatierten Rundbrief an potenzielle Mitarbeitende, in dem er auch die verschiedenen Gebiete aufzählte, über die er sich Beiträge erhoffte: Philosophie, Naturwissenschaft, Religion, Kunst, Politik, Pädagogik, ‹Morgenland›, Deutschtum, Goethe. Als Lesende dachte er sich nicht in erster Linie Anthroposophierende, sondern «lebendig interessierte Studenten, suchende Volksschullehrer, geistig höher strebende Proletarier.» Die einzelnen Aufsätze sollten auch als Separatdrucke erscheinen.

Am 5. Februar 1920 teilte er seinen Plan Marie Steiner mit. Er überließ es ihr, Steiner davon in Kenntnis zu setzen. Gleichzeitig bat er sie um Nennung der geeignetsten Mitarbeitenden. Er wünschte «möglichst bekannte Namen», hoffte daher auch auf die Mitwirkung Friedrich Lienhards, damals als Herausgeber der Kulturzeitschrift ‹Der Türmer› einer der bekanntesten Publizisten Deutschlands. Lienhard stand eine Zeit lang der anthroposophischen Bewegung nahe, zog sich aber zurück, da er deren Expansion in wirtschaftliche und politische Bereiche nicht mehr mitvollziehen konnte.6

Marie Steiner antwortete nicht, setzte aber verschiedene Anthroposophen und Anthroposophinnen von Rittelmeyers Vorhaben in Kenntnis und forderte sie auf, mit diesem in Kontakt zu treten. Rittelmeyer verschickte ein weiteres Rundschreiben, in dem erstmals der Plan auftauchte, Christian Morgensterns Beziehung zu Steiner zu dokumentieren. Morgensterns Witwe sagte zu, fühlte sich aber dann vermutlich doch überfordert, in kurzer Zeit etwas zusammenzustellen.

Eine erste, auf den 26.3.1920 datierte Antwort erreichte Rittelmeyer aus Dornach. Eine Gruppe von Unterzeichnenden, darunter die Waldorflehrer Walter Johannes Stein, Eugen Kolisko und Karl Stockmeyer, betonte die aktuelle Wichtigkeit des wissenschaftlichen Eintretens für Steiner, mit Hinweis auf die neuesten Hochschulkurse in Stuttgart und Dornach. Die Gruppe bot sich zur Mitarbeit an, schlug aber vor, das Buch ‹Anthroposophie und Fachwissenschaften› zu nennen und einen Ausschuss mit Sitz in Stuttgart zu bilden, der die weitere Planung in die Hand nehmen sollte. Diesem Ausschuss sollten neben Rittelmeyer die genannten Waldorflehrer angehören.

Am 30.3. antwortete Rittelmeyer, er könne – wegen Krankheit – in absehbarer Zeit nicht nach Stuttgart kommen. Auch ein Komitee lehnte er ab, da man zuerst an die denken solle, mit denen er zuerst vertraulich seinen Plan entwickelt habe (z. B. Beckh, Schwebsch). Da Berlin als «Anthroposophie-Zentrale ohnehin abgesetzt» sei, wäre es für die Berliner erfreulich, wenn auch einmal von Berlin aus etwas für Steiner getan würde. Er bat um weitere Themenvorschläge und legte eine wesentlich erweiterte Mitarbeitendenliste bei.

Rittelmeyer wollte Steiner zeigen, dass seine Lebensarbeit nicht vergeblich war.

Doch die Waldorflehrer lehnten in einem Schreiben vom 22.4. die Pläne Rittelmeyers ab. Nur Stuttgart und der dortige Verlag ‹Der Kommende Tag› käme infrage, der Buchtitel ‹Vom Lebenswerk› sei unangebracht, da ein solches noch gar nicht vorliege. Die Aufsätze müssten «wirkliche wissenschaftliche Leistungen» sein, nötig sei weniger das Wort für Steiner als die Arbeit im Sinne Steiners. Die Auswahl der Autoren und Autorinnen sollte nie nach deren öffentlicher Reputation geschehen, sondern nur nach deren ‹Leistung›.

Es gebe sehr viel mehr geeignete Mitarbeitende, als Rittelmeyer meine. In Stuttgart lerne man diese Kräfte kennen. «Ganz ausgeschlossen erscheint uns die Beteiligung von Lienhard. Die Art von Deutschtum, die er vertritt, kann nicht unsere Sache sein.»

Am 26.4. antwortete Rittelmeyer: «Ihr heutiger Brief hat leider nur Ablehnung meiner Vorschläge, keinerlei Verbesserungsvorschläge und keine Erfüllung meiner Bitte um Beantwortung meiner Fragen gebracht.» Er wies die Kritikpunkte der Stuttgarter zurück. Am 28.4. teilte er seine Enttäuschung Marie Steiner mit. Er sei praktisch ausgeschaltet worden. Es solle anscheinend wieder eine esoterische Sache der Anthroposophischen Gesellschaft daraus gemacht werden, die in der Öffentlichkeit nicht wirke. Es müsse jetzt aber nicht verhandelt, sondern gehandelt werden. «So habe ich mich nun entschlossen, die Sache selbst zu machen.» Er bat, den Herren Lienhard und Blume entsprechende Vorträge Steiners zukommen zu lassen, damit sich diese gründlicher über Steiners Gedanken zu den geistigen Aufgaben Mitteleuropas und zu gesellschaftlichen Fragen informieren könnten.7

Auch diesmal antwortete die Briefempfängerin nicht. Vermutlich spielte hier schon das komplizierte Verhältnis zwischen Marie Steiner und dem ‹religiösen Flügel› der anthroposophischen Bewegung eine Rolle, das sich nach der Begründung der Christengemeinschaft 1922 noch verstärkte.8

Rittelmeyer erinnerte sich zehn Jahre später: «Es war im Jahre 1921, als ich das Buch ‹Vom Lebenswerk Rudolf Steiners› herausgab. Damals habe ich mit den meisten Krach gehabt […]. Schließlich sagte ich: Nie in meinem Leben arbeite ich wieder mit solchen Anthroposophen zusammen! – Es ist ganz anders gekommen.»9 Rittelmeyer wurde 1923 von Steiner in den Vorstand der deutschen Landesgesellschaft berufen, wo er bis 1933 amtierte.

Verschiedene Urteile

Professor Römer erwähnte einmal auf einer Postkarte an Rittelmeyer den ‹intellektualistischen Hang› der Stuttgarter. Dieser Hang scheint sich zu bestätigen, wenn man auf den Vorschlag der Stuttgarter/Dornacher Anthroposophen blickt, die Festschrift genau so zu nennen wie den Dornacher Kurs ‹Anthroposophie und Fachwissenschaften›. Christoph Rau dazu: «Und man kann wohl Rittelmeyer verstehen, dass er mit solcher Engstirnigkeit nicht zusammenarbeiten möchte, da er sie der Weltbedeutung Steiners nicht für angemessen hielt.»10 Walter Johannes Stein erklärte seinen Konflikt mit Rit­telmeyer auch mit Temperamentsunterschieden: «Stein sagte, dass der ungelöste Punkt ihrer beiden Beziehungen die verschiedene Art den Gegnern gegenüber sei. Für Rittelmeyer sei es natürlich, rücksichtsvoll anzugreifen, für ihn (Stein) aber scharf. Stein müsste heucheln, wenn er wie Rittelmeyer vorgehen wollte.»11

Dass Rudolf Steiner angesichts sich bekämpfender Gruppen von Anthroposophen und Anthroposophinnen auf tiefe ‹karmische Hintergründe› hinwies, sei hier nur angedeutet.12

‹Das Stärkste›

Rudolf Steiner, der auf das Feiern seines eigenen Geburtstages nie Wert legte und auch selten eine freie Minute hatte, befand sich, als die Festschrift in Dornach eintraf, auf Vortragsreise in Holland.

Erst danach fand er Zeit, Rittelmeyer brieflich zu danken: «[…] Im Namen der anthroposophischen Bewegung sage ich Ihnen herzlichsten Dank für Ihr Buch. Dasselbe ist ganz zweifellos so gehalten, dass der Kreis, in dem es wirken kann, gut berücksichtigt ist. Und würde das, was sachlich darinnen steht, ohne Beziehung zu meiner Person vor die Welt treten, so müsste unmessbar viel Gutes daraus entspringen. Allein es ist nun schon einmal schicksalgemäß, dass mir für die Empfindungen meiner Gegner die Götter es auferlegen, bei allem, was durch Anthroposophie geschieht, persönlich noch dabei sein zu müssen. Und ich darf nicht anders handeln, als es geschieht. In unserer Zeit ist es so, dass das Rechte eben grimmige Feindschaft hervorruft. Ihr Aufsatz über meine während des Krieges abgegebenen Urteile war gewiss so berechtigt wie nur möglich. Aber er wirkt nach in vielem, was jetzt die Gegner unternehmen. Nur können sie das nicht sagen und müssen, oftmals sich selbst, aber zumeist den anderen etwas anderes sagen. So auch wird es mit vielem stehen, was aus Ihrem Buch spricht. Es wird in weitesten Kreisen ärgern. Sie dürfen sich dadurch nicht entmutigen lassen. […] Sie, mein lieber verehrter Herr Doktor, haben in einer auch für Sie persönlich schweren Zeit Ihr Buch in die Welt geschickt, das so ist, dass die Krankheit dem Buche gegenüber wie die Bringerin der Muße ist, die Ihnen gestattete, das besser zu machen, was Sie auch in guter, aber von Arbeit überbürdeter Zeit mut- und kraftvoll getan hätten.“13

Rittelmeyer resümiert: «Die Mitarbeiter an dem Buch könnte es freuen, dass drei Jahre später Rudolf Steiner in einer Sitzung sagte, das Buch sei ‹das Stärkste, was bisher zum Bekanntwerden der Anthroposophie in der Öffentlichkeit geschehen ist›.»14

Publizistisches Echo

Lienhard bringt eine knappe Besprechung im ‹Türmer› («Ein gehaltsschweres Sammelwerk», ein «Huldigungsbuch», an dem fortan weder Feind noch Freund vorübergehen können. Geyers Aufsatz scheint ihm «bedeutsam». Für die Autoren sei Steiner «ein Erlebnis» gewesen. «So kommt jeder dieser Mitarbeiter dazu, von einem besonderen Ende her Steiner als eine ‹epochale› oder ‹phänomenale› Erscheinung zu verehren, wobei natürlich andre Zeitgenossen oder Meister der Vergangenheit leicht ein wenig neben dem Helden des Festtages verblassen.»)

In der ‹Christlichen Welt› schreibt der Theologe und Pazifist Walther Nithak-Stahn, ein Berliner Kollege Rittelmeyers, eine mehrseitige wohlwollende Rezension. Er nennt es ein mutiges Buch, denn «der Name Steiner genügt heute, um denen, die sich öffentlich zu ihm bekennen, in weiten Kreisen den wissenschaftlichen Charakter, wenn nicht die volle geistige Normalität abzusprechen.» «Es ist kaum übertrieben, dass Rudolf Steiner gegenwärtig in Deutschland die stärkste Persönlichkeitsmacht darstellt […]. Seit 40 Jahren lebt und schafft er so Ungeheures, und wir kennen ihn nicht.» Das Buch strahle in vielfachen Lichtbrechungen einen Geist aus, «dessen überreiche Lebensleistung auch dem Nichtüberzeugten den imponierenden Eindruck einer kaum fasslichen Spannweite hinterlässt.»

An die Festschrift anknüpfend, erörtert Hans Hartmann (‹Neue Westdeutsche Lehrerzeitung› vom 5.11.1921) Grundsätzliches zu Steiners Anthroposophie. Dieses Buch sei klarer und angenehmer zu lesen als die Steiner-Schriften selbst. «Es ist wie ein Prisma, das steinersches Licht in allen Farben widerspiegelt.» Er empfiehlt die Lektüre denen, die noch nicht glauben, dass Steiner auf fast allen Gebieten Originelles geleistet habe.

Dass die Festschrift, wie Steiner voraussah, viele ärgern würde, zeigt das Verdikt des Philosophen und Gnosisforschers Hans Leisegang, eines bekannten Steiner-Kritikers, der 1922 in einem Referat sagte, das Buch sei «das verlogenste Machwerk der Weltliteratur».15

Aus heutiger Sicht

Viele Praxisfelder der Anthroposophie konnte die Festschrift noch nicht berücksichtigen, da diese erst in ihren Anfängen steckten beziehungsweise noch gar nicht inauguriert waren: Medizin, Landwirtschaft, Heilpädagogik. Ein Kritiker bedauerte das Fehlen eines Kapitels über Musik. Aber auch in ihrer lückenhaften Form stellte Rittelmeyers Unternehmung eine Pioniertat dar. Das Buch gehört zu den Meilensteinen der Wirkungsgeschichte der Anthroposophie zu Lebzeiten Steiners. Es dürfte für Steiner persönlich, der selbst unter den Unzulänglichkeiten seiner Anhänger litt und zugleich permanenten öffentlichen Angriffen ausgesetzt war, einer der seltenen Lichtblicke gewesen sein, ein Hoffnungsschimmer auf dem mühsamen Weg zu der von ihm intendierten ‹neuen Kultur›.


Anmerkung: Der Text ist erstmalig erschienen am 27.4.2021 bei Themen der Zeit

Titelbild: Xue Li

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Fußnoten

  1. Rahel Uhlenhoff (Hrsg.), Anthroposophie in Geschichte und Gegenwart. Berlin 2011.
  2. München, Verlag Chr. Kaiser 1921, 354 Seiten. Die Entstehung der Festschrift ließ sich im Wesentlichen rekonstruieren anhand des dokumentarischen Materials, das mir Christoph Rau, der Biograf Michael Bauers, 2002 zur Verfügung stellte. Es ermöglicht einen tieferen Einblick in die damaligen Stuttgarter Verhältnisse, die von einer Spannung zwischen Anthroposophischer Gesellschaft und Christengemeinschaft geprägt waren. Diese besserte sich offenbar auch nicht durch Rittelmeyers Zuzug von Berlin 1923, sondern erst durch dessen Nachfolger Emil Bock nach dem Zweiten Weltkrieg.
  3.  Gerhard Wehr, Friedrich Rittelmeyer. Sein Leben. Zit nach der 1. Auflage 1985, S. 63. Rittelmeyer hatte damals in Berlin eine große Personalgemeinde, zu der die Elite des Berliner Bildungsbürgertums zählte. Theologieprofessoren wie Harnack und Philosophen wie Troeltsch saßen unter seiner Kanzel. Er verkehrte mit bekannten Künstlern und mit hohen Militärs. Vgl. Claudia Beckers Dissertation über Rittelmeyer, FU Berlin, 2001.
  4. Vgl. die Dokumentationen zum Attentatsversuch auf Steiner, Archivmagazin Nr. 8, Dornach, Dez. 2018, und zur Vernichtung des Goetheanum, in GA 259.
  5. Vgl. Lorenzo Ravagli, Unter Hammer und Hakenkreuz. Der völkisch-nationalsozialistische Kampf gegen die Anthroposophie. Stuttgart 2004.
  6. gl. Wolfgang G. Vögele, Friedrich Lienhard. In: Bodo v. Plato (Hrsg.), Anthroposophie im 20. Jahrhundert. Dornach 2003, S. 458 f.
  7. Wilhelm von Blume lehrte als Jurist in Tübingen und war öffentlich für Steiners Sozialreform eingetreten. Er gilt als Schöpfer der 1919 in Kraft getretenen neuen württembergischen Verfassung.
  8. Vgl. Wolfgang Gädeke, Marie Steiner und die Christengemeinschaft. Eine tragische Beziehung. Stuttgart 2018.
  9. Zit. nach Lili Kolisko, Eugen Kolisko. Ein Lebensbild. Gerabronn (Selbstverlag) 1961, S. 259.
  10. Brief von Chr. Rau an den Autor vom 6.9.2002.
  11. Brief von Michael Bauer. Bauer, Briefe 1997, S. 160.
  12. Vgl. Fred Poeppig: Rückblick … Manuskriptdruck. Basel 1964, S. 89 ff., Kapitel ‹Karmische Gruppierungen›.
  13. Zit. nach Friedrich Rittelmeyer, Meine Lebensbegegnung mit Rudolf Steiner. Stuttgart 1953, S. 98 f.
  14. A. a. O., S. 100.
  15. Zit. nach GA 259, S. 797. Wie Leisegang über Steiner dachte, zeigt sein Satz: «Welche satanische Freude muss dieser ‹Hellseher› daran haben, wenn er sieht, dass so viele Menschen auf seinen banalen Unsinn hereinfallen.» Hans Leisegang, Die Grundlagen der Anthroposophie. Hamburg 1922, S. 68.

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