Dreigliederung als Kunst der Zusammenarbeit

So heißt Walter Kuglers Buch zum hundertsten Bestehen von Rudolf Steiners Beobachtung sozialer Kräfte. Weltweit ist zu erleben, wie das Verhältnis zwischen individuellen Bedürfnissen und Zusammenleben neu ausgehandelt wird.


Walter Kugler, vormaliger langjähriger Leiter des Rudolf-Steiner-Archivs in Dornach, Schweiz, erschließt Grundgedanken von Rudolf Steiner für eine ‹Dreigliederung des sozialen Organismus›, durch die das Persönliche mit der Gemeinschaft und ihren vielen Interessen und Bedürfnissen in Zusammenklang gebracht werden soll.

Foto: Sofia Lismont

In den sozialen Ideen der Industrialisierung im 17. und 18. Jahrhundert bis zu Joseph Beuys als Sozialvisionär erscheint schon früh die Idee einer Drei­gliederung, etwa in Begriff und Praxis der sich herausbildenden Gewaltenteilung von Legislative, Judikative und Exekutive beziehungsweise in der Unterscheidung von Wirtschaft, Recht und Kultur. «Die soziale Dreigliederung muss nicht erfunden werden. Sie ist da, schon immer, jedoch in verzerrter, pathologischer Form», so Walter Kugler. Um die jetzigen Zustände zu ‹therapieren›, sei nicht einfach von einem für alles und jeden Menschen gültigen Rezept auszugehen, sondern man müsse dem Zusammenwirken konkreter Menschen in einer bestimmten Situation vertrauen: Soziale Fragen sind eine Gemeinschaftsaufgabe.

Fallen Ideen und Lebenspraxis auseinander, besteht die Gefahr sozialer Konflikte. «Um den Frieden zu halten, braucht man Ideen, sonst kommen Kriege und Revolutionen», so Rudolf Steiner am 24. November 1918. Dabei geht es nicht um eine illusionäre soziale Harmonie, sondern um eine produktive Auseinandersetzung. Denn Konzepte müssen immer wieder ausgehandelt werden, weil sich im Sozialen mit den Menschen auch deren Verhältnisse untereinander ändern.

Walter Kugler erweckt die Impulse und Intentionen Rudolf Steiners durch originelle Spurensuche zum Leben – erscheinen Widersprüche, werden sie als Ausdruck von Rudolf Steiners Beweglichkeit verortet.


Buch Walter Kugler, Dreigliederung. Die Kunst der Zusammenarbeit. Verlag am Goetheanum, Dornach 2020, 292 Seiten, 20.- € /24.- CHF

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  • Dieser Kommentar geht leider an der Sache vorbei, denn die...
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    Moritz Klingmann
  • Es gabe keine “Die Querdenker Veranstaltung“,Querdenker haben aufgerufen u.ebenso haben...
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  • Ein lesenswertes, wichtiges, ein zukunftsrelevantes Gespräch. Schon Friedrich Nietzsche fragte:...
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  • Vielen Dank für den fundierten Artikel. Mir fehlt allerdings der...
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  • Sehr gute Ergänzung. Die Ursache für solche Artikel ist das...
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