Es sind, davon bin ich überzeugt, zwei Seiten einer Medaille: Mit dem Klimawandel ist ungewiss, wie das Leben wird, mit der Erosion der Demokratie und dem russischen Krieg ist ungewiss, wie das Miteinander morgen aussieht. Die Zukunft wird fraglich. Und zugleich ragt die Vergangenheit ins Jetzt. In Zahlen: 117,8 Millionen Menschen waren Ende 2025 gewaltsam vertrieben, verbunden mit traumatischen Erfahrungen für sie und ihre Angehörigen. Hinzu kommen jene, die Krieg erlebt haben, ohne vertrieben worden zu sein. So viele Menschen sind betroffen, dass wohl niemand frei von traumatischer Erfahrung in seinem Umkreis ist – traumatischer Erfahrung, bei der Vergangenes das Jetzt belegt. Zwei Baustellen, zwei Hausaufgaben, die sich gegenseitig erlösen: Wo wir traumatischen Schmerz verwandeln, wächst die Kraft, es mit einer unsicheren Zukunft aufzunehmen. Wo wir mit Visionen und Perspektiven die Zukunft erhellen, da gelingt es, die Schatten der Vergangenheit zu erlösen. Zukunftsarbeit lässt uns deshalb die Vergangenheit heilen, und Traumata zu heilen, ist Zukunftsarbeit.
Bild Flüchtlingslager in Syrien, 2024, Foto: Salah Darwish / Unsplash



