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Zu klein und zu groß von sich denken

Andrea Pfaehler (Regie) spricht mit Dirk Heinrich (Faust) über die Szene, in der Faust dem Wunsch des Kaisers folgt und Helena und Paris in einer Art Astralkino herbeizaubert.


Aus der Sphäre der Urbilder der weiblichen Schöpfungsgötter: «Euer Haupt umschweben des Lebens Bilder, regsam, ohne Leben», ruft er das Bild von Helena und Paris herbei. Als sie erscheinen, kann Faust nicht glauben, was er geschaffen hat. Erst denkt er zu klein von sich und dann zu groß, denn er nimmt das Bild von Helena für wahr, nimmt den Schein als Wirklichkeit. «So fasst euch doch und fallt nicht aus der Rolle», warnt noch Mephisto. Doch Faust ist von dem Trugbild gefangen, nimmt es als Wirklichkeit und wird paralysiert. Ein Griff von Goethe ins 21. Jahrhundert, wo nun tatsächlich Virtuelles und Reelles verschwimmen und sich vertauschen.


Foto: Wolfgang Held

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