Verstehen, ohne zu wissen

Die Weisen früherer Zeit würden sich heute als Wirtschaftslenker oder -lenkerinnen inkarnieren. Das sagte Anfang der 1990er-Jahre der Pädagoge und Anthroposoph Jörgen Smit. Es ging an einer Konferenz um die Fähigkeit, auch dann kluge Entscheidungen treffen zu können, wenn man nicht alle Details, nicht alle Fakten auf dem Tisch hat.


Bauchintelligenz ist der Name für dieses Verstehen, ohne es genau zu wissen. Was ist dazu nötig? Sicher Mut und Selbstvertrauen, Selbstvertrauen, bei allem Unwägbaren, doch das Steuer nach links oder rechts zu wenden. «Du musst außerdem ein Gespür dafür haben, wann du eine Entscheidung fällen musst, da gibt es ein ‹zu früh› und ein ‹zu spät›.»

Götz Werner, Foto: Stefan Pangritz

Dass so die Klugheit vom Kopf in die Mitte zieht, gehört zum Einmaleins der anthroposophischen Menschenkunde. Es ist im Großen wie im Kleinen. So wie aus dem, was man an einem Tage lernt und paukt, durch die Nacht wie von Geisterhand die Fähigkeit sich hebt, so wie aus der Fleißarbeit, Tonleitern und Läufe rauf und runter zu üben, mit einem Mal das freie Spiel am Klavier wird, so ist es auch beim großen Bruder des Schlafes, beim Übergang von einem Leben zum nächsten. Fähigkeit wird zu Fertigkeit, Wissen wird zu Können. In der großen Umschmelze von einem Leben zum nächsten, so die spirituelle Beobachtung, wächst die Fähigkeit, intuitiv allen Mitstreitenden zurufen zu können: «Hier lang!» Um ein Unternehmen wie dm zum Erfolg zu führen und drei Jahre nach der Gründung schon den Sprung nach Österreich zu wagen – heute europaweit mit 2069 Filialen und 43 000 Mitarbeitenden tätig –, ist diese Sicherheit, diese Klugheit des ganzen Leibes wohl unersetzlich. Jetzt geht Götz Werner auf den Weg zur nächsten Umschmelze.

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  1. Sehr geehrtes „dasgoetheanum“,
    ganz herzlich möchte ich Ihnen danken für die drei geschenkten Artikel / Monat.
    Ich bin in einer peinlichen Situation. Habe bis zu meinem 70sten Lebensjahr als Waldorflehrerin gearbeitet, lebe mit einer sehr schmalen Rente und schaffe es nicht einmal ,als Mitglied, d ie Beiträge für die Anthroposophische Gesellschaft zu leisten. Das tut mir sehr leid. Auf meine Art trage ich die Anthroposophie in die Welt und bin sehr dankbar für Ihre Artikel und auch die Beiträge, die ich über youtube empfangen kann.
    Dankbar und mit herzlicher Verbundenheit
    Doris Probst

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