Aufwachen in Brasilien

Chestnut Ridge, USA. Gesehen, gefühlt, verstanden: aus dem Leben von Ezra Sullivan.


Mit 18 Jahren fühlte ich mich durch die Schulzeit zwar in meiner Kreativität und in meinem Idealismus beflügelt; diese Zeit hatte mir aber auch einen in Bürokratie und Dogmen eingebetteten Lebensweg aufgezeigt, der, wie ich spürte, meine Selbstentfaltung verschleiern könnte. Nach dem Schulabschluss verließ ich deshalb mein Zuhause in Los Angeles und begab mich in ein interreligiöses Meditationszentrum auf dem Land in Brasilien. Vom ersten Tag an meditierte ich morgens und abends, kümmerte mich um die Pferde und baute zusammen mit einem analphabetischen, äußerst geschickten und weisen Dorfbewohner einen Schuppen. Meditation wurde zu einer Praxis, meine innere Welt zu lesen und die Seele darauf vorzubereiten, die äußere Welt zu lesen. Mein Charakter wurde durch die harte landwirtschaftliche Arbeit gebildet; es gab jeden Tag tausend Gelegenheiten, mein kritisches Denken zu üben. Meine Realität verwandelte sich von einer Mauer aus Apathie und Unmöglichkeit in eine Reihe von Rätseln, die gelöst werden wollten. Das war der Beginn der Selbstwirksamkeit in meinem Leben: mein Denken nach meinen innigsten Wünschen auszurichten und entsprechend diesen Überzeugungen zu handeln.


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