Eine einfache Lösung gibt es nicht

Berlin, Deutschland. Viele Deutsche befürworten eine Nutzungsbeschränkung der sozialen Medien für Minderjährige. Die Umsetzung erweist sich jedoch als komplex.


In Deutschland werden die Forderungen nach einem Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche lauter, sowohl vonseiten der Politik als auch von Eltern und Pädagoginnen. Das Land folgt damit einem weltweiten Trend, die Nutzung von Facebook, Instagram, TikTok und Co. für junge Menschen zu beschränken. Australien ist Vorreiter; seit Dezember 2025 dürfen dort Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren keine eigenen Konten mehr auf gängigen Plattformen besitzen. Auch Spanien, Frankreich, Dänemark, Norwegen, Griechenland und die Türkei sind dabei, gesetzlich bindende Beschränkungen für 14- bis 16-Jährige auf den Weg zu bringen. Vor diesem Hintergrund hat die CDU-Familienministerin Karin Prien im September 2025 eine Expertenkommission für Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt beauftragt, eine wissenschaftliche Grundlage für mögliche gesetzliche Regelungen zu erarbeiten. Konkrete Handlungsempfehlungen wird die Kommission erst Ende Juni geben. Im April hat sie jedoch schon einmal Zwischenbilanz gezogen. Das Fazit: Eine einfache Lösung für besseren Schutz von Minderjährigen auf Apps und im Internet gibt es nicht. Kommissionsvorsitzender Olaf Köller meint, dass Altersbeschränkungen als Einzelmaßnahme zu kurz greifen. Stattdessen braucht es eine sich kontinuierlich weiterentwickelnde Gesamtstrategie, die beispielsweise eine flächendeckende Medienbildung und Prävention für Kinder, Jugendliche, Eltern und Pädagogen miteinbezieht. Wissenschaftliche Dienste, die die Abgeordneten des Bundestags bei ihrer Arbeit unterstützen, sehen zudem aufgrund verschiedener Punkte im EU-Recht und auch im deutschen Grundgesetz wenig Spielraum, ein komplettes Social-Media-Verbot für Minderjährige durchzusetzen. Befürwortende des Verbots fordern, dass die EU-Kommission einen eigenen Entwurf für EU-weit geltende Regelungen vorlegt.


Quellen heise online, netzpolitik.org, Tagesschau und Deutsches Schulportal

Foto Robin Worrall

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