Offenheit willkommen

Zum Meditationskolloquium der Naturwissenschaftlichen Sektion am Goetheanum vom 29. bis 31. Mai 2026.


Eine Zusammenkunft wird angekündigt zu einer bestimmten Frage – im letzten Jahr zu den vier Ätherarten und jetzt für den 29. bis 31. Mai 2026 zur Methode, wie man ‹Mit Goetheanismus zur Schwelle› kommt, sodass «ein in Hingabe entwickelter Wille […] die Seele lenkt» und «durch diese Umkehrung des Willens ein außerseelisches Geistiges von der Seele ergriffen» werden kann – wie der Seele als «anschauende Urteilskraft» die Fähigkeit verliehen wird, «das zu schauen, was sich als die höhere Wirklichkeit der Dinge dem Erkennen des gewöhnlichen Bewusstseins verbirgt». Das Interesse gilt dabei dem Austausch über persönliche Übe-Wege und Erfahrungen. Im Vorfeld kann jede(r) eine Arbeitsgruppeninitiative anmelden, wird von der Sekretärin Mara Born freundlich betreut und mit seinen Bedürfnissen und Wünschen berücksichtigt, bekommt einen Arbeitsraum für sein Angebot zugeteilt und wird damit ins Programm aufgenommen.

Man kann sich zwar, muss sich aber für die Teilnahme nicht anmelden, sondern darf jederzeit vorbeikommen; muss nichts bezahlen, darf aber einen Beitrag spenden – fast unglaublich! Natürlich ist die Sektion auf eine Mitfinanzierung angewiesen, und es ist schön, wenn die nötigen Gelder tatsächlich zusammenkommen – Spenden sind von allen Seiten, auch jenen, die diesen Impuls einfach unterstützen wollen, auch wenn sie nicht teilnehmen können, willkommen.

In den zwei Tagen zwischen Freitag- und Sonntagmittag wird man wieder drei fundierte, wissenschaftlich topaktuelle Vorträge der leitenden Sektionsmitarbeitenden Vesna Forštnerič Lesjak und Matthias Rang sowie Renatus Ziegler hören mit anschließendem Austausch im Plenum, und man hat die Wahl zwischen einem Dutzend Arbeitsgruppen, die verschiedener nicht sein könnten. Es gibt Philosophisches, Mathematisches, Physikalisches, Betrachtungen in und an der Natur, Selbsterfahrung in der Bewegung, Bewährtes und Experimentelles, im letzten Jahr auch einen Austausch zur Festgestaltung und zur handwerklich-künstlerischen Umsetzung der Forschungsfrage sowie das Kennenlernen einer Strader-Apparatur – ein Fest der Vielfalt, ein wahrhaftiges und zeitgemäßes Pfingstereignis. Schade nur, dass am Sonntagmorgen beim Abschlussplenum mit Berichten aus den Arbeitsgruppen im letzten Jahr viele der Verantwortlichen schon abgereist waren zu neuen Verpflichtungen und so den Zusammenklang der unterschiedlichen Sprachen und Wege nicht mehr wahrnehmen konnten.

Es macht froh, sich am Goetheanum so frei willkommen zu wissen – größten Dank an die Sektionsverantwortlichen! Es scheint mir urgesund, in dieser Art klug, frei und gründlich den methodischen Grundfragen des anthroposophischen Forschens nachgehen zu können, angesichts der Angebotsvielfalt von ‹Esoterischem› in unserer Gegenwartswelt. So ist es ein wichtiger Beitrag nicht nur für den Fachbereich der Naturwissenschaften, sondern für das anthroposophische (Forschungs-)Leben am Goetheanum überhaupt. Wird dieses pfingstliche Freiheitsfest schon genügend wahrgenommen und sein Wert gewürdigt? Werden wir so viel freundlichem und vertrauensvollem Entgegenkommen auch gerecht?


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