Oktober

qualvoll hingehauchte Schleier
herbstvollkommen ruht die Welt
Laubblut sickert ins Gemäuer
Tod ist’s der das Leben stellt
Wehe Erde Nebelbäume
knorrig stülpt der Ast sich auf
sommerlich verbuhlte Träume …
Mond um Mond nimmt seinen Lauf

Friederike Mayröcker, aus: Gesammelte Gedichte, 1939–2003. Hg. von Marcel Beyer, Frankfurt am Main 2004, S. 7.


Herbstvollkommen – wenn sich etwas rundet, geht es einem Abschied entgegen. Ein kleiner Tod, der Mond um Mond das Leben erhält.


Auswahl und Kommentar von Johanna Lamprecht

Zeichnung von Philipp Tok

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    Sylvia Braun
  • Danke Herr Soldner für diese ausgewogene Ausführung. Man würde ja...
    mgschwindgrieder
  • Danke Annette Bogatay für die Aufklärung diese beiden Begriffe. Genau...
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  • Liebe Annette Bogatay! Vielen Dank für die sorgfältige Stellungnahme! Und...
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  • Mich würden nach eineinhalb Jahren Erlebnisse und Empfindungen mit diesem...
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  • Dank für den ausgezeichneten, differenzierten, besonnenen, klärenden Beitrag !!! Ein...
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  • Zwei Begriffe werden nicht hinterfragt, die im Zusammenhang mit "Corona"...
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