Nächster Halt: Schicksal

Puerto del Carmen, Spanien. Centro Antroposófico Lanzarote: Ein Pionierort sucht neue Hände.


Seit bald vier Jahrzehnten wirkt auf Lanzarote ein besonderer Impuls. Was Ende der 70er-Jahre mit der Begeisterung für biologisch-dynamische Landwirtschaft bei dem Gründerpaar Enrique Winzer und Lieselotte Felk begann, wurde zu einer der Keimzellen anthroposophischer Praxis auf den Kanaren. Durch eingeladene Ärztinnen, Therapeuten oder Landwirtinnen verbreiteten sich biodynamische und waldorfpädagogische Ideen teilweise auch auf die kanarischen Nachbarinseln. 1993 öffnete das Centro als Therapie- und Heilzentrum: mit ärztlicher Begleitung und therapeutischen Kuren. Einige der Gäste siedelten auf die Insel um und es entstand ein Waldorf-Kindergarten, der eng mit dem Centro verknüpft ist. Immer war das Centro auch ein Ort der Begegnung – Mitglieder der Christengemeinschaft, geistige Wahrnehmungsforschende und erschöpfte Waldorflehrkräfte kamen sich hier in der Ferne näher. Zwischen dem markanten Vulkangestein und den Wellen des Atlantiks fanden viele Verantwortliche anthroposophischer Einrichtungen wieder zu Kräften.

Die Coronapandemie brachte den Ort mit seinen 65 Apartments in eine herausfordernde Lage. Glücklicherweise fand sich ein kollegiales Vorstandsteam (teilweise aus ehemaligen Stammgästen), das seit 2021 die Verantwortung trägt. Nun steht der Generationenwechsel an – zum Sommer 2027 wird eine neue Geschäftsführung gesucht, die den Geist des Ortes erhält, aber auch neue Inspiration einbringt. Dabei stellt sich bei Nachfolgeprozessen ja oft die Frage, was es eigentlich ist, das den Geist eines Ortes ausmacht. Für mich ist das Centro mehr als ein Ort der Erholung – eher eine Art Schicksalshaltestelle, getarnt als Ferienort.

Wer Erfahrung in Gastgeberschaft, Hotellerie und Kulturmanagement mitbringt und sich vorstellen kann, auf einer Vulkaninsel zu leben und zu arbeiten, ist eingeladen, sich zu bewerben.


Mehr Schinder und von der Gathen und Centro Antroposófico Lanzarote
Kontakt kontakt@svdg.org

Bild Jonas von der Gathen

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