Mehr Transparenz für Waldorf in Frankreich

Der Bund der Waldorfschulen in Frankreich hat seine neue Website publiziert, mit reichhaltigen Informationen über die Pädagogik, das Schulnetzwerk und Zeugnisse ehemaliger Schüler. Es war dringend an der Zeit: Die Waldorfpädagogik wird in Frankreich in der Presse regelmäßig angegriffen. Ein Interview mit Clément Defèche, Mitglied des Vorstands.


Sind manche Kritiken an den Waldorfschulen in Frankreich berechtigt?

Die virulenteste Kritik, der wir uns leider in der Presse stellen müssen, ist die der anthroposophischen Indoktrination. Obwohl diese Kritik durch wissenschaftliche Studien, Berichte der Aufsichtsbehörden usw. leicht zu widerlegen ist, hält sie sich hartnäckig durch Verleumder, die den Mangel an Transparenz der Waldorfpädagogik ausnutzen. Es gibt daneben auch begründete Kritik an der Waldorfpädagogik, denn ihre Qualität hängt vor allem von der richtigen Umsetzung durch die Lehrkräfte ab, und niemand ist perfekt. Es gibt beispielsweise zweifellos Mängel in der Verwaltung und internen Organisation der Schulen (Einhaltung von Standards, administrative Situationen usw.).

Was tun Sie, um dieses Problem zu beheben?

Angesichts der grassierenden Verschwö­rung gibt es nur eines: mit Fakten kommunizieren! Dies war unsere Hauptmotivation für die Erstellung der neuen Website: unserem Netzwerk von Schulen endlich einen Raum der Klarheit und Transparenz zu bieten. Intern arbeitet der Bund in enger Zusammenarbeit mit den Strukturen an der Aktualisierung des Steiner-Waldorf-Labels in Frankreich.

Was ist eine an das 21. Jahrhundert angepasste Waldorfpädagogik?

Die Waldorfschule wurde zu einer Zeit gegründet, als sich die Menschheit von den Schrecken des Ersten Weltkriegs erholte. Wie konnte man sicherstellen, dass so etwas nie wieder passiert? Indem man die Ideen aufgibt, die zur Katastrophe geführt haben, und indem man das Entstehen neuer Ideen fördert, die nur in einem freien Geist geboren werden können, ohne Konditionierung. Das war das Credo der Steiner-Waldorf-Pädagogik vor 100 Jahren: Erziehung zur Freiheit. Heute ist die Situation sicherlich ganz anders, aber das Problem hat sich verschärft: Angesichts der Herausforderungen, die auf uns zukommen, der ökologischen Krise, der Gesundheitskrise, der digitalen Revolution usw., müssen unsere Kinder die Möglichkeit erhalten, die Welt neu zu erfinden. Diese Situation macht sie vielleicht noch zeitgemäßer als vor 100 Jahren.


Mehr: Pedagogie Waldorf

Foto: Der Bund der Waldorfschulen in Frankreich, z.V.g

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